Corona-Ampel der Europäischen Union

Europa hat nun auch eine Corona Ampel

Am Dienstag, den 13. Oktober 2020, hat sich EU auf die Einführung ihrer eigenen Corona-Ampel geeinigt. Grün findet sich auf dieser Ampel-Karte derzeit gar nicht und Österreich bringt Kritik zur Europa-Corona-Ampel ein.

Die grundsätzlichen Kriterien für die Corona-Ampel der Europäischen Union sind keine wirkliche Überraschung. Die Ampelfarben ergeben sich aus drei wesentlichen Aspekten, die sehr objektiv die CoVid-19-Situation in den einzelnen europäischen Ländern darstellt:

  • Die Testrate pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche
  • Die Rate der positiven Tests pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche
  • Die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen (14-Tage-Inzidenz)

Diese Zahlen werden von den jeweiligen EU-Ländern gesammelt und an die EU-Gesundheitsorganisation namens ECDC weitergegeben. Die Länder, die keine ausreichenden Daten liefern, werden grau eingefärbt, aber solch ein "graues" Schaf will eigentlich kein Land sein, denn grau dürfte als schlechter als rot eingestuft werden und mindestens ebenso viele Reisewarnungen auslösen. Die ECDC erstellt dann aus den Daten der EU-Länder die Corona-Ampel-Karte. Die jeweiligen Farben der CoVid-19-Ampel ergeben sich dann durch folgenden Schlüssel.

Hinweis: Für die österreichische Corona-Ampel wird die 7-Tages-Inzidenz und nicht die Infektionszahlen der letzten 14 Tage herangezogen.

Wie ergeben sich die Farben der ECDC-Corona-Ampel?

  • Wenn die positive Testrate unter 4 % liegt und in den letzten 14 Tagen weniger als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden, dann ergibt sich die EU-Ampelfarbe GRÜN.
  • Wenn die positive Testrate bei 4 % oder höher liegt und es unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab ODER die positive Testrate unter 4 % lag und die Zahl der Neuninfektionen zwischen 25 und 150 pro 100.000 Einwohner lag, dann ergibt sich die EU-Ampelfarbe GELB.
  • Wenn die positive Testrate bei 4 % oder höher liegt und die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die 50 überschreiten ODER die Zahl der Neuinfektionen in der 14-Tage-Inzidenz über 150 pro 100.000 Einwohner lag, dann ergibt sich die EU-Ampelfarbe ROT.
  • Wenn die Testrate unter 300 liegt oder keine Daten geliefert werden, wird die EU-Ampelfarbe GRAU vergeben.

Welche Kritik an der Europa-Corona-Ampel äußerte die österreichische Europaministerin Karoline Edtstadler?

Natürlich geht es aus österreichischer Sicht vor allem um die Reisewarnungen. In dieser Hinsicht wünscht sich Österreich mehr Transparenz, wie lange solche Warnungen durch die Corona-Ampel der Europäischen Union aufrecht bleiben würden. Außerdem wären aus österreichischer Sicht andere Abstufungen, die nicht so schnell für ROT sorgen, zu begrüßen. Aus diesen Gründen gab es keinen großen österreichischen Zuspruch für die EU-Corona-Ampel. Trotzdem wurde die EU-Corona-Ampel nun beschlossen und wird vor allem die Wintersaison in Österreich begleiten. Ein Thema, das unter anderem für Tirol von großer Bedeutung sein wird.

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