Val Poschiavo
Das Puschlav, italienisch Val Poschiavo, ist ein italienischsprachiges Südtal im Schweizer Kanton Graubünden. Es umfasst die beiden Gemeinden Brusio und Poschiavo.
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Dorf- und Gemeindeentwicklungspreis geht in die Schweiz

Der Wettbewerb um den European Village Renewal Award 2026 (EV!RA) ist entschieden. Eine internationale Jury hat das Graubündner Valposchiavo zum Sieger gekürt. Die Region ist eine Kooperation der Gemeinden Poschiavo und Brusio. Insgesamt hatten 25 Gemeinden und Regionen am Wettbewerb teilgenommen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der Entwicklung der Region. Im peripher gelegenen Valposchiavo sei es gelungen, der Abwanderung entgegenzuwirken. Vor allem junge Menschen kehrten nach ihrer Ausbildung und ersten Berufserfahrungen wieder zurück. Als Gründe nannte die Jury das hohe Engagement in mehr als 100 Vereinen und Initiativen, grenzüberschreitende Netzwerke sowie die Verbindung von Landwirtschaft, sanftem Tourismus, Kultur und Bildung. Die Jury sieht in Valposchiavo ein Vorbild für viele ländliche Regionen Europas.

Sieben weitere Regionen holen sich Gold

Neben Valposchiavo erreichten sieben weitere Teilnehmer die Kategorie „Gold“. Diese Auszeichnung erhalten Gemeinden, die sich aktuellen Herausforderungen mit nachhaltigen und zeitgemäßen Projekten stellen und dabei besonders hochwertige Entwicklungsprozesse vorweisen können. 13 Teilnehmer wurden mit Silber ausgezeichnet, vier mit Bronze. Diese Bewertungen erhalten Gemeinden, die in mehreren oder einzelnen Bereichen der Gemeinwesenentwicklung überzeugen konnten.

Die Jury unter dem Vorsitz von Universitätsprofessorin Nadja Häupl aus Dessau zeigte sich vom Niveau der Einreichungen beeindruckt. Aus den teilnehmenden Ländern und Regionen kämen mittlerweile fast ausschließlich Spitzenprojekte, so die Jury. Das mache die Entscheidung zunehmend schwierig. Schon kleine Schwächen im Entwicklungsprozess führten oft dazu, dass eine Gemeinde nicht Gold, sondern „nur“ Silber oder Bronze erhalte. 

Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung erklärte dazu, noch vor wenigen Jahren wären fast alle heurigen Teilnehmer in die höchste Kategorie eingestuft worden. Ein Vergleich mit früheren Wettbewerben sei deshalb kaum möglich.

Fokus auf den gesamten Entwicklungsprozess

Der EV!RA wird seit 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung veranstaltet und gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für die Entwicklung ländlicher Gemeinden in Europa. Im Mittelpunkt der Bewertung stehen nicht einzelne Projekte, sondern die langfristige Entwicklung eines Gemeinwesens. Dazu zählen die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit, der soziale Zusammenhalt sowie die kulturelle Identität und die aktive Mitgestaltung durch die Bevölkerung.

Die Jury legte bei ihrer Bewertung besonderen Wert auf Strategien und Methodik sowie auf die Qualität der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung. Auch das Zusammenspiel der verschiedenen Akteurinnen und Akteure in den teilnehmenden Dörfern und Gemeinden floss in die Bewertung ein.

Österreichische Gemeinden erfolgreich

Auch aus Österreich gab es heuer erfreuliche Ergebnisse. Mit Bad Traunstein in Niederösterreich und Lans in Tirol wurden gleich zwei österreichische Gemeinden mit Gold ausgezeichnet. Kleinzell in Oberösterreich und St. Paul in Kärnten erhielten Silber. Die Gemeinde Weingraben im Burgenland wurde mit Bronze prämiert.

Preisverleihung in Tschechien

Wie die Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, bereits im Vorfeld der Jurysitzung erklärte, gebe es beim European Village Renewal Award keine Verlierer. Der Wettbewerb zeige, wie viel Kreativität und Engagement in den Gemeinden Europas stecke. Der internationale Austausch bringe wertvolle Impulse und mache den Wettbewerb für alle Beteiligten zu einer Bereicherung.

Die Preisverleihung findet von 10. bis 12. September 2026 in Kostelní Lhota in Mittelböhmen statt. Die tschechische Gemeinde war Siegerin des vorangegangenen Wettbewerbes. Die Veranstaltung umfasst mehrere Tage mit Exkursionen, Ausstellungen, Workshops und kulturellen Begegnungen. Das diesjährige Wettbewerbsmotto lautet „All different. All together“.

Infos

www.landentwicklung.org

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