Das Treffen der österreichischen EU-Gemeinderät:innen mit EU-Kommissar Magnus Brunner (Mitte).
Das Treffen der österreichischen EU-Gemeinderät:innen mit EU-Kommissar Magnus Brunner.

Wenn Europa im Gemeinderat ankommt

31. März 2026
Ob Klimaschutz, Digitalisierung oder der Umgang mit EU-Fördergeldern: Die großen Themen der Europäischen Union landen letztlich auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters, der Gemeinderätin, des Stadtrats. Doch wie erklärt man Bürgerinnen und Bürgern, was in Brüssel entschieden wird – verständlich, glaubwürdig, auf Augenhöhe? Das Netzwerk der EU-Kommunalpolitikerinnen und -politiker (EULC) gibt darauf eine praktische Antwort – und gewinnt rasant an Bedeutung.
Erwin Tóth Isaszegi
Erwin Tóth Isaszegi, Bezirksrat Floridsdorf, Die Grüne Alternative: „Für mich ist die EU mehr als nur ein Zusammenschluss – sie ist mein eigentliches Heimatland, und ich bin überzeugt, dass die Zukunft stärker auf europäischer Ebene liegt.“

3.000 Stimmen für Europa – aus den Gemeinden heraus. Anfang 2025 aus zwei erfolgreichen Pilotprojekten der Europäischen Kommission und des Ausschusses der Regionen (AdR) entstanden, vereint das EULC heute mehr als 3.000 lokale und regionale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger aus allen EU-Mitgliedstaaten – und repräsentiert damit über 1.700 Kommunen und Regionen. Die Nachfrage ist enorm: Seit dem Start wurden bereits mehr als 1.000 neue Mitgliedsanträge gestellt.

Das ist kein Zufall. Bürgerinnen und Bürger vertrauen jenen, die sie kennen – dem Gemeinderat, der Bürgermeisterin, dem Regionalabgeordneten. Genau diese Nähe macht lokale Mandatsträgerinnen und Mandatsträger zu den glaubwürdigsten Botschafterinnen und Botschaftern Europas. Das EULC macht sich das zunutze – und stärkt gleichzeitig die kommunale Ebene in ihrem Umgang mit der EU.

Konkreter Mehrwert für die Gemeinde

Was Mitglieder erhalten, ist beeindruckend praxisnah: Wöchentliche, mehrsprachige Info-Flashes bringen EU-relevante Themen, Förderhinweise und politische Updates direkt ins Postfach – aufbereitet für den kommunalen Alltag. 

Martina Bednar
Martina Bednar, Teamlead Hainburg an der Donau, NEOS: „Für mich ist Europa insgesamt meine Heimat.“

Ein umfangreiches Kommunikations-Toolkit mit Infografiken und Vorlagen erleichtert die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort. Über einen eigenen Mitglieder-Arbeitsbereich können Erfahrungen ausgetauscht, Netzwerke gepflegt und Materialien abgerufen werden.Besonders gefragt sind die Studienbesuche in Brüssel: 2025 nahmen bereits über 230 Gemeinderäte an diesen Programmen teil – und kehrten mit konkretem Wissen über EU-Entscheidungsprozesse und wertvollen Kontakten in die Institutionen zurück. Regelmäßige Webinare und die Teilnahme an Großveranstaltungen wie der Europäischen Woche der Regionen und Städte runden das Angebot ab.

Auf einer europäischen Ratsmitglieder-Karte werden Teilnehmende und ihre Gemeinden sichtbar gemacht – ein Signal nach innen wie nach außen: Unsere Gemeinde ist Teil Europas.

Sebastian Zahlbruckner
Sebastian Zahlbruckner, Europagemeinderat in der Stadtgemeinde Hollabrunn, ÖVP: „Ein starkes Netzwerk ist essenziell für politische Arbeit – besonders der Austausch mit Europagemeinderäten über Fraktionsgrenzen hinweg eröffnet neue Perspektiven auf Europa. Genau das macht dieses Netzwerk so wertvoll.“

Offen für alle – egal wie groß die Gemeinde ist

Das EULC steht allen lokal oder regional gewählten Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern in der EU offen – unabhängig von Parteizugehörigkeit und Gemeindegröße. Bewerbungen sind direkt möglich, eine Nominierung durch die zuständige Behörde ebenfalls. 

Wer sich unsicher ist: Das gesamte Angebot und alle Bewerbungsunterlagen finden sich auf eu-local-councillors.europa.eu.

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