Mit der digitalen Infrastrukturplattform können Gemeinden Straßen, Wasserleitungen und andere Anlagen auch direkt vor Ort per Tablet dokumentieren. Symbolbild.
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„Digitales Gemeindepaket“ des Landes unterstützt Gemeinden
Dokumentationspflicht, Barrierefreiheit, Datenschutz und IT-Sicherheit: Die Aufgaben der Gemeinden im digitalen Bereich werden immer mehr. Das Land Burgenland bietet seinen Gemeinden deshalb einheitliche IT-Lösungen an. Sie sollen die Verwaltung unterstützen und die Betriebskosten senken. Das Angebot steht allen 171 Gemeinden offen.
Das sogenannte „Digitale Gemeindepaket“ besteht aus vier Teilen: einem Infrastrukturmanagement, einem Leerstandsmanagement, einem Websitepaket und der Verdoppelung der Internet-Bandbreite. Die Maßnahmen sollen die IT-Sicherheit erhöhen und die Verwaltung vereinfachen.
Mit dem Websitepaket sieht sich das Burgenland als Vorreiter in Österreich. Alle Gemeinden können die Infrastruktur des Landes nutzen. Diese ist barrierefrei, DSGVO-konform und sicher. Für die Bürgerinnen und Bürger soll es dadurch leichter werden, Förderungen zu beantragen.
Gleiche Aufgaben für kleine und große Gemeinden
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil will die Gemeinden mit dem Paket „zukunftsfit“ machen. „Die Herausforderungen bei Digitalisierung, Datenschutz und Sicherheit sind für kleine und große Gemeinden die gleichen“, sagt Doskozil. Das Paket sei ein fundiertes Werkzeug. So müsse nicht jede Gemeinde ihre eigenen Lösungen in diesem Bereich selbst entwickeln.
Gerade für kleine Gemeinden ist das von Bedeutung. Neun von zehn burgenländischen Gemeinden haben weniger als 1.200 Einwohnerinnen und Einwohner. Oft gibt es dort nur wenige Verwaltungskräfte. „Das ‚Digitale Gemeindepaket‘ spart den Gemeinden nicht nur wertvolle Arbeitszeit, sondern hilft auch, Kosten zu reduzieren“, sagt Landesrat Leonhard Schneemann. Die Erfahrungen der ersten Gemeinden zeigen laut Schneemann, dass die gemeinsame Lösung einen „enormen Mehrwert für den Verwaltungsalltag“ bringe und Sicherheit für die Zukunft schaffe. Das gelte für die Infrastruktur ebenso wie für den Webauftritt und die höhere Bandbreite.
Infrastruktur auf einer Plattform
Beim Infrastrukturmanagement verwalten die Gemeinden ihre kommunale Infrastruktur auf einer zentralen Softwareplattform. Dazu gehören etwa Straßen, Kanal, Wasser, Beleuchtung und Spielplätze. Die Plattform deckt den gesamten Lebenszyklus der Anlagen ab. Alle Gemeinden erhalten damit einen einheitlichen Standard für Anwendung, Daten und Technologie. Das gilt unabhängig von ihrer Größe und Finanzkraft.
Der Einstieg ist im Paket enthalten. Die Digital Burgenland GmbH übernimmt die bestehenden Daten der Gemeinden und schult die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Die Finanzierung umfasst neben der Einführung auch den Betrieb und die Weiterentwicklung des Systems.
Rund 20 Gemeinden arbeiten bereits mit der Plattform. Sie können ihre Infrastruktur damit lückenlos digital dokumentieren. Personal, Budget und Investitionen lassen sich besser planen. Zudem ist ein mobiler Zugriff möglich, etwa direkt vom Bauhof oder von der Baustelle aus.
Softwareplattform enthält auch ein Leerstandsmanagement
Leerstehende Gebäude und ungenutzte Flächen werden zentral in der Softwareplattform „Infrastrukturmanagement“ der Gemeinde verwaltet. Vorhandene Daten aus öffentlichen Registern werden übernommen und bei Bedarf gezielt ergänzt. So können Gemeinden mit geringem Aufwand Leerstände aktivieren, Ortskerne beleben und verfügbare Gewerbeflächen für Betriebe sichtbar machen. Gleichzeitig entsteht ein landesweiter Überblick über verfügbare Immobilien und Grundstücke als Grundlage für Regionalentwicklung und Standortmarketing.
Websitepaket: Anbindung an burgenland.at
Gemeindewebsites können künftig an das System von burgenland.at angebunden werden und übernehmen dessen Standards bei Barrierefreiheit, Datenschutz und Sicherheit. Die Daten der Website bleiben in der Hand der Gemeinden, denen keine Kosten für Programmierung und Wartung anfallen. Die Umsetzung startet mit zehn Pilotgemeinden, die ersten Websites gehen im Frühjahr 2027 online. Interessierte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister können sich bei der Digital Burgenland GmbH unter office@digital-burgenland.at melden.
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt eine Analyse mehrerer Gemeindewebsites. Die Neuerstellung einer sicheren Website würde pro Gemeinde rund 10.000 € kosten, abhängig von der Größe der Gemeinde und der benötigten Funktionen. Das Land Burgenland stellt allen Gemeinden ein sicheres, wartungsarmes und einfach nutzbares Website-System kostenlos zur Verfügung.
Eine zentrale Rolle spielt heute auch der Schutz vor Sicherheitslücken. Dies wurde uns erst vor wenigen Tagen drastisch vor Augen geführt, als eine weltweit gemeldete kritische Sicherheitslücke in PHP zu zahlreichen Angriffsversuchen auf Websites und Content-Management-Systeme führte.
Auch burgenland.at war potenziell von der Sicherheitslücke betroffen und wurde daher vorsorglich vom Netz genommen, um die notwendigen Schutzmaßnahmen umzusetzen. Bei den künftig angebundenen Gemeindewebsites können solche Sicherheitsmaßnahmen zentral und gleichzeitig für alle Gemeinden durchgeführt werden, ohne dass die einzelne Gemeinde selbst reagieren oder einen eigenen Dienstleister beauftragen müsste.
Doppelte Internet-Bandbreite ab Jänner 2027
Ab 1. Jänner 2027 erhalten die Gemeinden und Pflichtschulen die doppelte Internet-Bandbreite zu unveränderten Konditionen.
Gemeinsame Grundlage: Rechenzentren und Services des Landes
Alle Bausteine werden sicher in den Rechenzentren von Digital Burgenland im Nord- und Südburgenland betrieben. Die Daten der Gemeinden bleiben damit innerhalb der Infrastruktur des Landes und werden nach hohen Sicherheitsstandards geschützt. Die gemeinsamen Services greifen bereits heute auf bestehende Register von Bund und Land zurück.
Für die Bevölkerung: KI-Chatbot für einfachere Förderanträge
Zusätzlich baut das Land sein digitales Service für die Bevölkerung aus. Ein KI-Chatbot wird ab Frühling 2027 die Beantragung von Landesförderungen einfacher und leichter machen. Er beantwortet Fragen zu Förderungen rund um die Uhr und unterstützt bei der Antragstellung.
Alle Gemeinden werden schriftlich über das „Digitale Gemeindepaket“ informiert. In der kommenden Woche stellt Digital Burgenland mit ihrem Softwarepartner das Infrastruktur- und Leerstandsmanagement in einem Online-Termin vor.
Webinaranmeldungen oder nähere Informationen zum Websitepaket können direkt an die Digital Burgenland GmbH gerichtet werden:
Kontakt:
Digital Burgenland GmbH
+43 (0) 2682 63881-0
office@digital-burgenland.at