Abwärme nutzen, Netzkosten senken, Jobs schaffen: Welche Bedingungen ein Rechenzentrum im Osten Österreichs erfüllen müsste.
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Technologie
Burgenland stellt zehn Kriterien für Datencenter auf
Das Burgenland will seine starke Position bei erneuerbarer Energie mit dem Aufbau digitaler Infrastruktur verbinden. Bei einer Regierungsklausur wurden zehn Kriterien vorgestellt, die für die mögliche Ansiedlung eines Datencenters gelten sollen.
Das Burgenland ist damit das erste und bisher einzige Bundesland, das dafür konkrete Rahmenbedingungen festlegt. Sie sollen technologischen Fortschritt und wirtschaftliche Chancen mit Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und einem Nutzen für die Bevölkerung verbinden.
Mitgestalten statt zuschauen
„Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden enorme zusätzliche Rechenkapazitäten brauchen“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Diese Entwicklung finde statt. Die Frage sei, ob man nur zuschaue oder sie selbst mitgestalte. „Für uns ist klar: Wenn ein Datencenter im Burgenland entsteht, dann zu unseren Bedingungen.“
Ein solches Projekt müsse mit den natürlichen Ressourcen äußerst sparsam umgehen. Außerdem müsse es den Burgenländerinnen und Burgenländern einen konkreten Nutzen bringen. Dazu zählt der Landeshauptmann Arbeitsplätze und Wertschöpfung, aber auch geringere Netzkosten. „Wir wollen technologischen Entwicklungen nicht hinterherlaufen, sondern sie gestalten“, so Doskozil.
Klare ökologische Grenzen
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner betont den ökologischen Anspruch. „Datencenter können eine wirtschaftliche Chance sein, gleichzeitig haben große Projekte Auswirkungen auf Energie, Wasser und Boden“, sagt sie. Deshalb setze das Land von Beginn an klare Grenzen. Zusätzlicher Energiebedarf müsse mit zusätzlicher erneuerbarer Energie verbunden sein. Beim Wasserverbrauch gebe es eine klare Obergrenze. Auch Flächenverbrauch, Kühlung und Nachnutzung müssten von Anfang an mitgedacht werden. „Digitalisierung und Nachhaltigkeit dürfen kein Widerspruch sein.“
Was die Kriterien vorsehen
Zu den zehn Kriterien gehören unter anderem eine eigene erneuerbare Stromerzeugung, eine Obergrenze beim Wasserverbrauch und die Nutzung von Abwärme. Weitere Punkte sind geringere Netzkosten, neue Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und mehr Datensicherheit.
Ein Grundsatz ist dabei zentral: Ein Datencenter darf weder beim Strom noch beim Wasser mit der Versorgung der Bevölkerung in Konkurrenz treten. Gleichzeitig soll das Land von einer Ansiedlung direkt profitieren.
Raumplanung als Werkzeug
Datencenter fallen unter die burgenländische Raumplanung. Das Land kann daher Vorgaben für mögliche Projekte und Standorte festlegen.