Symbolbild für Einkaufen im Internet
Digitale Betrugsversuche sind oft deshalb erfolgreich, weil sie gezielt auf psychologische Muster setzen. Häufig wird dabei auch mit starkem Zeitdruck gearbeitet, etwa durch Hinweise auf angeblich gesperrte Konten oder „letzte Möglichkeiten“ …
© daniejelala - stock.adobe.com

Internetbetrug

Digitale Risiken erkennen und sicher handeln

25. Februar 2026
Der Ausbau digitaler Infrastruktur schreitet in vielen Gemeinden zügig voran. Leistungsfähiges Internet wird zunehmend zur Selbstverständlichkeit – sei es für Amtswege, Bankgeschäfte, Kommunikation oder Einkäufe.

Mit der steigenden Nutzung digitaler Angebote rücken jedoch auch neue Sicherheitsfragen in den Alltag der Bevölkerung. Denn mit der steigenden Nutzung dieser Angebote nehmen auch jene Risiken zu, die mit dem Internet verbunden sind. Besonders Online-Betrug und gezielte Täuschungsversuche haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen.

Wie relevant dieses Thema ist, zeigt ein Blick auf die polizeiliche Anzeigenstatistik: Laut aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Inneres entfällt mehr als die Hälfte aller angezeigten Cybercrime-Delikte auf Internetbetrug. Diese Zahlen erfassen allerdings nur jene Fälle, die tatsächlich zur Anzeige gebracht werden. Viele Betrugsversuche bleiben unerkannt oder werden nicht gemeldet. In einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) gaben 83 Prozent aller Befragten an, innerhalb eines Jahres mit zumindest einem Online-Betrugsversuch konfrontiert gewesen zu sein. Digitale Betrugsversuche sind somit für die Mehrzahl der Menschen längst zum Alltag im Internet geworden.

Zu den häufigsten Betrugsformen zählen:

  • Phishing-E-Mails oder -SMS, die scheinbar von Banken, Paketdiensten oder Behörden stammen
  • Gefälschte Online-Shops mit auffallend günstigen Angeboten
  • Zahlungsaufforderungen im Namen bekannter Unternehmen
  • Betrügerische Gewinnspiele oder angebliche Rückerstattungen
  • Zunehmend auch KI-gestützte Täuschungen, bei denen Texte, Bilder oder sogar Stimmen täuschend echt wirken

Während ältere Menschen häufig mit gefälschten Behörden- oder Banknachrichten konfrontiert werden, geraten jüngere Internetnutzerinnen und -nutzer vor allem beim Online-Shopping, bei Streaming-Angeboten, Kleinanzeigen oder über soziale Netzwerke ins Visier von Betrügern. Betrugsversuche betreffen also alle Altersgruppen.

Psychologische Muster hinter Online-Betrug

Digitale Betrugsversuche sind oft deshalb erfolgreich, weil sie gezielt auf psychologische Muster setzen. 

Häufig wird mit starkem Zeitdruck gearbeitet, etwa durch Hinweise auf angeblich gesperrte Konten oder „letzte Möglichkeiten“, die ein sofortiges Handeln erfordern. Gleichzeitig versuchen Betrüger, Vertrauen zu erzeugen, indem sie bekannte Logos, Namen oder Absender imitieren. Auch Emotionen wie Angst, Neugier oder Hilfsbereitschaft werden bewusst angesprochen, um die Aufmerksamkeit zu binden und kritisches Nachdenken zu erschweren. 

Zusätzlich nutzen viele Betrugsmaschen die Unübersichtlichkeit komplexer digitaler Abläufe aus. Gerade weil Internetnutzung im Alltag längst selbstverständlich geworden ist, werden solche Warnsignale häufig übersehen oder unterschätzt.

Praktische Tipps für mehr Sicherheit im digitalen Alltag

Bereits einfache Maßnahmen können das Risiko deutlich senken:

  • Vorsichtig reagieren. Bei unerwarteten Nachrichten oder Angeboten nicht sofort handeln. Im Zweifel eine Nacht darüber schlafen oder Rücksprache halten.
  • Absender überprüfen. E-Mail-Adressen und Internet-Links genau prüfen. Kleine Abweichungen sind oft ein Hinweis auf Betrug.
  • Keine sensiblen Daten weitergeben. Passwörter, PINs oder TANs gehören ausschließlich in gesicherte Anwendungen – niemals in E-Mails oder Nachrichten.
  • Starke Passwörter verwenden: Lange, individuelle Passwörter erhöhen die Sicherheit. Ein Passwort sollte nicht mehrfach genutzt werden.
  • Im Zweifel Hilfe holen. Verdächtige Nachrichten ignorieren oder löschen. Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen können helfen, Schäden zu vermeiden.

Information als wirksamster Schutz

Neben technischen Schutzmaßnahmen bleibt Information der wichtigste Sicherheitsfaktor. So informiert etwa Watchlist Internet auf der Website www.watchlist-internet.at über neue Phishing-Methoden, Fake-Shops und betrügerische Nachrichten und zeigt, woran diese erkannt werden können. Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Angebote werden digitale Risiken Teil des Alltags.

„Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu bleiben, Warnsignale zu kennen und einfache Schutzmaßnahmen anzuwenden. Gut informierte Nutzerinnen und Nutzer können die Vorteile des Internets sicher nutzen – und damit digitale Angebote selbstbewusst und verantwortungsvoll in ihren Alltag integrieren“, erklärt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.

Gut geschützt durch die digitale Welt. Eine praxisnahe Unterstützung bietet der Workshop „Gut geschützt durch die digitale Welt“, der sich insbesondere an Seniorinnen und Senoren richtet. In verständlicher Form werden dabei die häufigsten Betrugsmaschen anhand realer Beispiele erklärt und konkrete, leicht umsetzbare Tipps für den digitalen Alltag vermittelt. Zudem haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und Unsicherheiten im Umgang mit digitalen Medien zu besprechen.

Interessierte Vereine, Gemeinden oder Organisationen können den kostenfreien Workshop beim Aktionsteam des KFV anfragen: 
Tel: 0577077-1950, 
E-Mail: senioren@kfv.at

Typische Warnzeichen erkennen 

Viele Betrugsversuche lassen sich frühzeitig erkennen, wenn auf folgende Hinweise geachtet wird:

  • Unpersönliche Anreden
  • Rechtschreib- oder Formatierungsfehler
  • Ungewöhnliche Internet-Adressen oder Absender
  • Aufforderungen zur Weitergabe von Passwörtern, TANs oder Codes
  • Zahlungsforderungen über Gutscheinkarten oder Direktüberweisungen
  • Seriöse Unternehmen und Behörden fordern sensible Daten niemals per E-Mail oder SMS an

Schlagwörter