Gästedaten sollen künftig nur mehr einmal erfasst werden.
© Land Salzburg/Melanie Hutter
Digitale Nächtigungsabgabe soll Bürokratie reduzieren
Salzburg macht die Meldung von Gästenächtigungen künftig digital. Ab 1. Mai 2027 soll die digitale Nächtigungsabgabe eingeführt werden. Damit fällt für Beherbergungsbetriebe, Gemeinden und das Land ein großer Teil der bisherigen Verwaltungsarbeit weg.
Bisher mussten Beherbergungsbetriebe dieselben Gästedaten mehrfach melden. Einmal für das gesetzliche Meldewesen, einmal für die Nächtigungsabgabe und einmal für die Tourismusstatistik. Dahinter stehen viele manuelle Arbeitsschritte. In manchen Gemeinden werden Unterlagen noch händisch übermittelt. Für die Landesstatistik müssen jeden Monat insgesamt 119 PDF-Dokumente aus den Gemeinden verarbeitet und in ein System übertragen werden.
Mit der Reform will das Land Salzburg diesen Aufwand deutlich verringern. Betroffen sind tausende Beherbergungsbetriebe, 119 Gemeinden und das Land selbst. Statt mehrerer Verwaltungsschritte soll künftig ein einziger Meldevorgang reichen. Das soll Fehlerquellen verringern und dafür sorgen, dass Daten schneller verfügbar sind.
Daten sollen nur einmal eingegeben werden
Die Maßnahme ist Teil der Entbürokratisierungsoffensive des Landes. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll begrüßt die Neuerung: „Digitalisierung ist dann erfolgreich, wenn sie den Menschen das Leben leichter macht. 119 PDF-Dokumente händisch zu übertragen kann im Jahr 2026 nicht unser Anspruch sein“, sagt Schnöll. Ziel sei es, dass der Beherbergungsbetrieb die Daten nur einmal eingibt und alles Weitere automatisch im Hintergrund abläuft. „So muss Digitalisierung funktionieren: weniger Bürokratie für Betriebe, weniger Verwaltungsaufwand für Gemeinden und gleichzeitig bessere und schnellere Daten für das Land. Das ist echte Entbürokratisierung“, so Schnöll.
Aus drei Prozessen wird einer
Bisher löst eine einzige Nächtigung drei unterschiedliche Datenstränge aus: Daten für das gesetzliche Meldewesen, Daten für die Nächtigungsabgabe an Gemeinde und Landesabgabenamt sowie statistische Daten für die Landesstatistik. Mit dem neuen System soll dieser dreifache Aufwand für Betriebe, Gemeinden und Land entfallen. Die Daten werden nur noch einmal erfasst und danach digital an alle zuständigen Stellen weitergeleitet.
Der neue Ablauf im Überblick:
- Der Gast gibt seine Daten wie gewohnt bekannt.
- Der Beherbergungsbetrieb erfasst diese Daten einmal in einer digitalen Maske.
- Der Beherbergungsbetrieb kann die Informationen den zuständigen Stellen im System weiterleiten.
One-Stop-Shop für Betriebe
Mit der digitalen Nächtigungsabgabe entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess zwischen Beherbergungsbetrieb, Gemeinde und Land. „Wir schaffen einen One-Stop-Shop für unsere Beherbergungsbetriebe. Ein einziger digitaler Meldevorgang ersetzt künftig mehrere Verwaltungsschritte. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert den Betrieben die tägliche Arbeit“, sagt Schnöll.
Die wichtigsten Neuerungen:
- Pre-Check-in möglich: Der Beherbergungsbetrieb kann Gästen ein Formular senden, damit sie ihre Daten bereits vor der Anreise digital bekanntgeben. Das verkürzt den Check-in vor Ort deutlich.
- Guest Mobility Ticket per Knopfdruck: Beherbergungsbetriebe können die Gästekarte und das Guest Mobility Ticket künftig noch einfacher ausstellen.
- Einfachere Abläufe für Betriebe: Alle notwendigen Meldungen werden über ein einziges System abgewickelt.
- Weniger Verwaltungsaufwand für Gemeinden: Die Daten werden automatisch zugeordnet und an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
Bessere Datengrundlage für Auswertungen
Die Digitalisierung soll auch neue Möglichkeiten für den Tourismusstandort Salzburg schaffen. Durch Echtzeitmeldungen sollen aktuelle statistische Informationen schneller zur Verfügung stehen, etwa über die Herkunftsländer der Gäste. Das verbessert die Datengrundlage für touristische Auswertungen. Im Anlassfall kann die Echtzeitdatenlage auch die Krisenkommunikation unterstützen, etwa durch gezielte Informationen in unterschiedlichen Sprachen.