Die Vorsorgefläche in Dorfgastein.
Weniger LKW-Fahrten, geringere Kosten und mehr Sicherheit: Geeignete Grundstücke nahe an Schutzbauten bringen gleich mehrere Vorteile. Im Bild: Die Vorsorgefläche in Dorfgastein.
© Land Salzburg/Bernhard Kern

Vorsorgeflächen für Wildbachsperren gesucht

18. August 2026
Jedes Jahr müssen nach Unwettern vor allem im Pinzgau und Pongau hunderttausende Kubikmeter an Material aus den Wildbachsperren geräumt und auf geeigneten Flächen eingebracht werden. Derzeit geschieht dies unter anderem beim Zechnergraben in Dorfgastein. Die sogenannten Vorsorgeflächen liegen in unmittelbarer Nähe der Schutzbauwerke, damit diese möglichst rasch mit kurzen Transportwegen geräumt werden können. Das Land Salzburg sucht gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), den Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften ständig neue geeignete Grundstücke dafür.

Bagger und Lastwagen sind beim Zechnergraben in Dorfgastein mehrere Wochen im Einsatz, um die Wildbachsperre zu räumen und das Material auf einer Vorsorgefläche, die nur fünf Minuten entfernt ist, zu lagern. Solche Flächen werden vor allem im Pongau und Pinzgau dringend gesucht. Sie sind essenziell, damit die Schutzbauten im Ernstfall auch Menschen und Gebäude schützen können. Zudem sparen die kurzen Wege, LKW-Fahrten, Kosten und CO2.

Flächen in der Nähe von Wildbachsperren gesucht

chutzbauten verhindern Schäden in Millionenhöhe und können im Ernstfall nur wirken, wenn sie nach Extremereignissen schnell geräumt werden. „Dafür brauchen wir geeignete Flächen möglichst nahe an den Wildbachsperren. Das Land unterstützt hier mit einer eigenen Taskforce und sucht gemeinsam mit WLV, Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften Vorsorgeflächen für die Zukunft. Die Herstellung und Rekultivierung der Vorsorgeflächen erfolgt laufend in enger Abstimmung mit den bodenschutz- und agrarfachlichen Amtssachverständigen“, so Landesrat Maximilian Aigner.

Flächen können Gemeinden und BHs gemeldet werden

Interessierte Grundstückseigentümer können sich bei den Gemeinden oder der Bezirkshauptmannschaft melden, die Wildbach- und Lawinenverbauung kümmert sich um weitere Details. 

Bevor Flächen für das Murmaterial genutzt werden können, erfolgt vorab eine rechtliche Prüfung und Bewilligung. Wichtig ist auch, dass sie eine landwirtschaftliche Verbesserung bringen. 

„Grundstückseigentümer, Gemeinde, BH und WLV arbeiten hier sehr eng zusammen. Bei der Fläche beim Wimmbauern in Großarl beispielsweise hat die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert. Es ist erstaunlich, wie reibungslos es im Katastrophenfall immer wieder klappt“, so Michael Rachensperger, Katastrophenschutzreferent im Pongau.

Vorteile für Grundeigentümer

Vor allem Landwirte haben bisher geeignete Vorsorgeflächen für das Murmaterial zur Verfügung gestellt. Für die Eigentümer bringt so eine Vorhaltefläche Vorteile, wie Wimmbauer Jakob Ganitzer in Großarl betont. Seine steile Wiese konnte früher nicht richtig genutzt werden. 

„Das Ergebnis spricht für sich, man kann die Fläche jetzt maschinell bearbeiten, sie bringt Ertrag. Das Ganze ist von Land und BH bestmöglich umgesetzt worden“, lobt Ganitzer. Für die Grundeigentümer gibt es auch eine Entschädigung für die Flächen, die für Material aus Sperren genutzt werden.

Rasche Räumung ist essenziell

Wie wichtig die Vorsorgeflächen sind, betont Rudolf Schmidt, Gebietsleiter der WLV Pongau: „Wenn die Schutzbauwerke voll sind, ist es essenziell wichtig, dass sie umgehend geräumt werden. Das nächste Gewitter kann schon am folgenden Tag kommen. Deshalb gehen wir sofort in den Katastropheneinsatz, wenn die Becken gefüllt sind und versuchen sie so schnell als möglich wieder zur Verfügung zu stellen.“ Derzeit gibt es 26 Flächen im Bundesland, zehn bis elf sind in Vorbereitung.

Regionen profitieren von Vorsorgeflächen

Der Großarler Bürgermeister Johann Ganitzer ist froh, dass es in seiner Gemeinde solche Flächen gibt. „Es ist eine große Erleichterung, wenn man sofort auf diese Flächen zugreifen kann. Ich ziehe vor den Bauern den Hut, die bereit sind, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen“, so der Bürgermeister. Davon profitiert ganz Großarl, denn die Schutzwirkung der Wildbachsperren für das gesamte Tal ist abhängig davon, wie schnell sie nach Unwettern wieder funktionsfähig gemacht werden können.

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