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Energietechnologien
Österreich bietet schon heute Energietechnologien für den Weltmarkt und damit Lösungen für eine globale Energiewende.
© Shutterstock/LeoWolfert

Die Region als Schauplatz von Energieinnovationen

19. März 2019
Mit welchen innovativen Lösungen können wir die Ziele der österreichischen Klima- und Energiestrategie erreichen? Welche Rolle spielen dabei die neuen „Energy Communities“ und Energiegemeinschaften? Was kann man von den diesbezüglichen EU Richtlinien erwarten? Was erhoffen sich Gemeinden und Regionen von der Energiezukunft und wer sind ihre kompetenten Umsetzungspartner? Die Mission Innovation Austria Week vom 6. bis 10. Mai 2019 im Südburgenland bringt innovative Energietechnologien nahe an die Bürger und Bürgerinnen. Spannende Vorträge, interaktive Workshops und Technologie-Demonstrationen mit Überraschungseffekt sollen die Teilnehmer begeistern.

Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, selbst zu Energieproduzenten zu werden. Ist dann zum Beispiel die eigene Fotovoltaik Anlage einmal auf dem Dach, stellt sich rasch die Frage: „Wie bringe ich die Energie aus meiner Anlage eigentlich in mein Haus?“, oder in Zukunft auch: „in mein Elektroauto?“

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Auf den ersten Blick erscheint die Frage unsinnig, ist doch die Anlage ohnehin auf dem Dach. Bei genauerem Hinsehen stellt sich aber heraus, dass oft zu der Zeit wo Energie produziert wird gar niemand daheim ist um die Energie zu nutzen oder das Elektroauto gerade unterwegs ist. Die eigene Batterie könnte hier vielleicht Abhilfe schaffen, ist aber oft dann doch noch eine Preisfrage. Bürgermeister und Gemeindevertreter finden sich vielleicht mit der Frage nach Einkaufgemeinschaften für Batterien konfrontiert oder mit der Frage, ob es nicht möglich wäre eine große Batterie für alle zu haben.

Nicht jeder kann eine eigene Energieanlage haben

Hier tut sich eine Zwickmühle auf. Einmal angenommen man würde versuchen diesen Wünschen nachzukommen. Was ist dann mit den Bürgern und Bürgerinnen die in Mehrfamilienhäusern leben oder schlicht und einfach nicht die Möglichkeit haben eine eigene Energieanlage zu realisieren?

Energieanlagen gemeinsam nutzen?

Andererseits - was wäre, wenn es möglich wäre, die Energie aus einer Anlage, sagen wir zum Beispiel auf dem Gemeinde- oder Schuldach, gemeinsam zu nutzen?

Oder was wäre, wenn man die Energie einfach vom Nachbarn beziehen könnte, wenn der sie gerade nicht braucht?

Was, wenn man die nicht gebrauchte Energie einfach in einer „Energiebank“ einlegen könnte und wenn man sie wieder benötigt bekommt man sie wieder heraus, ohne zusätzliche Kosten?

Oder wie wäre es, wenn die Anlage auf einem Mehrfamilienhaus die Elektroautos aller Bewohner laden könnte und die Kosten würden automatisch abgerechnet?

Wie wäre das, wenn man die Energie aus der gemeinsamen oder eigenen Anlage oder aus der Energiebank auch dann in sein Auto tanken könnte, wenn man gerade irgendwo unterwegs ist? Oder ist das alles Utopie?

Energielösungen von morgen

Bei der ersten „Mission Innovation Austria Week 2019“, die vom 6. bis 10. Mai in Stegersbach und Oberwart im Burgenland stattfindet, treffen sich österreichische und internationale Innovationsführer, Vordenker und Gestalter der Energielösungen von morgen. Präsentiert werden relevante Projektergebnisse und innovative Lösungen. Diskutiert werden technologische Trends und politische Herausforderungen. 

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, die erste Mission Innovation Austria Week zu uns nach Stegersbach und Oberwart zu holen“, sagt der Initiator des Innovationslabors „act4energy“ Andreas Schneemann. „Wir testen hier integrierte regionale Energielösungen gemeinsam mit den betroffenen Menschen in der Praxis. Wir schauen uns im Reallabor an, wie wir neue Elemente wie Batteriespeicher, aber auch alternative Energieträger wie zum Beispiel Wasserstoff für die nachhaltige Energieversorgung einsetzen und dabei gleichzeitig regionale Wertschöpfungsketten stärken können. Mit der Mission Innovation Austria Week bekommen wir für unsere Innovationsinitiative eine internationale Bühne und gleichzeitig ganz viel Austausch mit anderen Akteuren und Input für die weitere Entwicklung.“  

Gemeinden sollen ihre Vorstellungen einbringen

Wichtig ist dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und dem Klima- und Energiefonds dabei auch, dass die Gemeinden und Regionen nicht nur mehr über die technischen Möglichkeiten und Zukunftslösungen erfahren. Sie sollen auch ihre Vorstellungen aktiv in den Entwicklungsprozess mit einbringen können und geeignete Umsetzungspartner dafür finden.

Insbesondere am Mittwoch, den 8. Mai 2019, sind daher im Rahmen der Mission Innovation Austria Week interessierte Gemeindevertreter und Bürger eingeladen gemeinsam mit Experten zu diskutieren, welche Herausforderungen zu meistern sind um zu einer erfolgreichen Energie-Vorzeigeregion zu werden.

Das Programm zeigt auf, was alles in den Regionen nutzbar wäre. Auch wenn Technologien für kommunale Vertreter oft weit weg sind, sie geben ein Gefühl dafür, wohin die Reise gehen wird und was heute schon möglich wäre – wenn man es nur wüsste! Das Innovationslabor act4.energy“ wird vor Ort präsentieren, welche Technologien schon heute Realität sind.

Das Programm am 8. Mai im Detail:

  • Unter dem Titel „BürgermeisterIn für BürgermeisterIn - Energie als Top-Thema der Kommune erfolgreich einsetzen!“ Werden Beispiele und Strategien von Gemeinden vorgestellt, bei denen Energie-Innovationen zum Erfolg wurden. Entlang von mehreren konkreten Beispielen werden BürgermeisterInnen ihren Zugang präsentieren und gemeinsam mit Forschungs- und Technologiepartnern Anregungen für neue innovative Zugänge aufzeigen.
  • Der Themenblock „Energy Communities – Eine Chance für Kommunen, Energieunternehmen und Technologieanbieter oder eine neue Blase?“ zeigt die neuen Möglichkeiten auf, die durch das Konzept der Energy Communities und Energiegemeinschaften für Gemeinden, Energieunternehmen und Technologieanbieter entstehen. Ausgehend von einem kurzen praxisorientierten Input zu den neuen EU- Richtlinien diskutieren Experten, wie sich dadurch etablierte Rollenbilder verändern könnten, was heute schon technisch und rechtlich geht und was die Ideen für die Zukunft sind. Die Digitalisierung macht auch vor den Kommunen nicht halt.
  • Bei einem Impulsvortrag im Block „Das Silicon Valley in Österreich – Impulsvortrag und Start-up Präsentationen“ von Prof. Christoph Wecht von der New Design Universität werden „Radikal neue Rollen für Kommunen, Energiewirtschaft und Technologieanbieter durch die Digitalisierung“ beleuchtet. Junge Start-ups werden in einer Pitch-Session präsentieren, wie sie die Energiezukunft mitgestalten können.

„Die erste Mission Innovation Austria Week wird zeigen, dass Österreich schon heute Energietechnologien für den Weltmarkt und damit Lösungen für eine globale Energiewende bietet. Mit unseren Innovationslaboren und Vorzeigeregionen zeigen wir, wie es geht. Über internationale Forschungskooperationen ebnen wir den Weg für österreichische Akteure und Unternehmen“, freut sich Innovations- und Technologieminister Norbert Hofer, der die „Conference Days“ eröffnen wird, die im Rahmen der Week am 9. und 10. Mai stattfinden.

Hochkarätige Sprecher beleuchten hier die österreichische Innovationslandschaft sowie die Rolle internationaler Forschungskooperationen. Darunter Patrick Child (Stv. Generaldirektor der  Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission), Wolfgang Hesoun (Generaldirektor der Siemens AG Österreich), Christoph Frei (Generalsekretär des World Energy Council), Robert Andren (Generaldirektor der Schwedischen Energieagentur) und Hubert Cottogni (Stv. Direktor des Europäischen Investitionsfonds). Am Freitag stehen „Plusenergiequartiere“ im Zentrum des Smart Cities Days.

Innovationslabor act4.energy

INTEGRIERTE REGIONALE ENERGIELÖSUNGEN

Das in der Region Oberwart-Stegersbach etablierte und durch das bmvit Programm „Stadt der Zukunft“ geförderte Innovationslabor act4.energy legt den Fokus auf die Entwicklung und Demonstration von innovativen, sektorübergreifenden Systemlösungen für integrierte Energieinfrastrukturen.

Im Rahmen des Innovationslabors arbeiten zehn burgenländische Gemeinden sowie zahlreiche Unternehmen und Forschungspartner zusammen, um zukunftsweisende Projekte und Aktivitäten für ein nachhaltiges, regionales Energiesystem zu bündeln und in die Praxis umzusetzen. In einem beispielhaften Open Innovation Prozess kooperieren VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik, Forschung, Unternehmen und Kommunen sowie engagierten Bürgerinnen.

ERNEUERBARE ENERGIE BESSER NUTZEN

Die Region Oberwart- Stegersbach verfügt mit dem Sonnenkraftwerk Burgenland sowie Biomasse- und Biogasanlagen sowie geothermische Anwendungen über eine gut entwickelte erneuerbare Energie-Infrastruktur.

Das Sonnenkraftwerk umfasst dabei eine PV-Initiative mit vielen unterschiedlichen PV-Anlagentypen wie Privatanlagen, kommunale- und landwirtschaftliche Anlagen, Anlagen auf Unternehmensstandorten und vor allem auch BürgerInnenbeteiligungsanlagen. Darauf können neue, richtungsweisende Projekte und Aktivitäten aufbauen, wobei die im Südburgenland entwickelten Konzepte und Lösungen für die Energiezukunft als „Role-Model“ wirken und auf andere Gemeinden und Regionen übertragbar sind.