Kläranlage
Gemeinden müssen ihre Reinigungsleistung erhöhen, ohne neue Millionenprojekte zu stemmen.
© Tupungato - stock.adobe.com

Die Kläranlage als Sparhebel

27. Februar 2026
Wenn in kommunalen Zusammenhängen von „Milliarden“ die Rede ist, ist Skepsis angebracht. Gemeinden rechnen nicht in globalen Maßstäben, sondern in Jahresbudgets, Förderquoten und Gemeinderatsbeschlüssen. Und doch taucht der Begriff derzeit auffällig häufig im Zusammenhang mit Kläranlagen auf.

Der Grund dafür liegt weniger in einzelnen Projekten als im Systemgedanken: Kläranlagen laufen rund um die Uhr, in tausendfach ähnlicher Form, über Jahrzehnte hinweg. Schon kleine Effizienzgewinne entfalten enorme Wirkung, wenn sie skaliert werden – über viele Anlagen, viele Betriebsstunden, viele Jahre.

Effizienz wird zur politischen Kategorie

Was in den Praxisversuchen untersucht wurde, ist daher nicht bloß eine technische Detailfrage. Es geht um eine neue kommunale Leitwährung: Effizienz im Bestand.

In allen drei vom VTA Institut für Gesundheit & Umwelt untersuchten Anlagen wurde ­gezielt darauf verzichtet, bauliche Veränderungen vorzunehmen. Stattdessen stand der laufende Prozess im Fokus – mit dem Ziel, die Reinigungsleistung zu erhöhen und gleichzeitig Energie- und Betriebseinsatz zu reduzieren. Genau hier setzen Technologien wie Nanocarbon der VTA an: nicht als Ersatz für Kläranlagen, sondern als Optimierung im System.

Die dokumentierten Messreihen zeigen dabei ein einheitliches Bild: verbesserte Elimination von Spurenstoffen, deutliche Reduktionen bei Mikroplastik, stabilere Abläufe. Für Gemeinden ist das weniger eine technologische Sensation als eine strategische Perspektive.

Denn jede vermiedene Zusatzstufe, jede vermiedene Überdimensionierung, jede vermiedene Großinvestition bedeutet: mehr finanzieller Spielraum – und weniger politischer Druck.

Warum das Versprechen verfängt

Der Reiz dieser Ansätze liegt genau dort, wo kommunale Realität und politische Verantwortung aufeinandertreffen. Gemeinden müssen ihre Leistungen erhöhen, weil die Anforderungen steigen – können aber nicht im gleichen Maß investieren.

Das zweite Leit-Statement dieser Serie beschreibt dieses Spannungsfeld treffend: Gemeinden müssen ihre Reinigungsleistung erhöhen, ohne neue Millionenprojekte zu stemmen.

Genau deshalb werden Technologien wie das VTA Low-Cost-Verfahren, die ohne Beton auskommen, derzeit aufmerksam beobachtet. Nicht, weil sie „neu“ sind, sondern weil sie ein bekanntes Problem anders adressieren: über ­Betrieb statt Bau.


 

Schlagwörter