Primarius Georg Pinter, Landesrätin Beate Prettner und ÖGK-Landesstellenleiter Johann Lintner präsentierten die neue Übergangspflege.
© Land Kärnten/Büro LRin Prettner
Weg vom Spital zurück nach Hause wird einfacher
Seit Anfang 2026 stellt das Land Kärnten die Übergangspflege Schritt für Schritt neu auf. Ziel ist ein geordneter, sicherer und wirksamer Übergang von Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt zurück in das eigene Zuhause. Künftig wird die Übergangspflege auch direkt an die Kärntner Spitäler angebunden und dort mit medizinischer und therapeutischer Betreuung angeboten.
„Übergangspflege ist eine zentrale Brücke nach einem Akutaufenthalt im Krankenhaus, um Menschen wieder zu mobilisieren, zu stabilisieren und eine Rückkehr in den häuslichen Bereich zu ermöglichen“, betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz. „Genau diese Brücke machen wir nun stabiler, wirksamer und näher an den Patientinnen und Patienten.“
Bislang wurde die Übergangspflege in Kärnten in Pflegeheimen angeboten, ohne therapeutische Leistungen wie z. B. Physio- oder Ergotherapie. Gleichzeitig gab es Fälle, in denen Patientinnen und Patienten, die keine Akutversorgung mehr benötigten, weiterhin wertvolle Akutbetten in den Krankenhäusern belegten, weil eine Rückkehr nach Hause noch nicht möglich war und es begrenzte Kapazitäten in den Pflegeheimen gab.
Die geplanten Schritte
In einem ersten Schritt entstehen ab 2026 innerhalb der KABEG 31 Übergangspflegebetten: im Klinikum Klagenfurt (zu Beginn 9, Erhöhung auf 13 bis 2027), im LKH Villach (8), im LKH Wolfsberg (8) und im LKH Laas (2).
In weiterer Folge wird das Angebot auf insgesamt 40 Betten innerhalb der KABEG ausgebaut. Ab 2027 kommen zusätzliche Übergangspflegeplätze, u. a. im DOKH Friesach, im Elisabethinen-Krankenhaus und im neuen Krankenhaus Waiern, hinzu. Insgesamt sind laut Bedarfsplanung für Kärnten mindestens 90 Übergangspflegebetten in den Spitälern vorgesehen.
Die Finanzierung
Finanziert wird die neue Übergangspflege über Strukturmittel des Kärntner Gesundheitsfonds, der für 2026 zwei Millionen Euro reserviert hat. Die therapeutischen Leistungen werden von der Sozialversicherung getragen.
Johann Lintner, Leiter der ÖGK-Landesstelle Kärnten, betont: „Therapeutische Leistungen sind ein wesentlicher Bestandteil der neuen Übergangspflege, um die Mobilisierung und Stabilisierung der Patientinnen und Patienten für eine sichere Rückkehr in die eigenen vier Wände zu gewährleisten. Die ÖGK wird hier in Kärnten im Rahmen einer Pauschalvereinbarung einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung nach dem Spitalsaufenthalt leisten.“
Warum Übergangspflege oft nötig ist
Primarius Georg Pinter, Vorstand des Zentrums für Altersmedizin, wird für die Übergangspflege am Klinikum Klagenfurt verantwortlich sein. Er bestätigt aus Erfahrungen, dass „die neu strukturierte Übergangspflege gut in die Strategie einer abgestuften Versorgung passt: „Es geht um Stabilisierung, es geht um eine Rückkehr in die eigenen vier Wände. Gar nicht selten muss nach einem Akutaufenthalt, etwa nach Schlaganfällen, das Zuhause baulich adaptiert werden – oder es braucht daheim mobile soziale oder therapeutische Dienste, die nicht sofort verfügbar sind. In solchen Fällen ist die Übergangspflege als Überbrückung perfekt: Die Betroffenen benötigen zwar nicht mehr das gesamte Spektrum, das die Akutgeriatrie bietet, doch dennoch gezielte Therapie und etwas Zeit bis zur Rückkehr nach Hause.“