Gemeinden, Interessensvertretungen, Organisationen, Nutzergruppen und die Öffentlichkeit werden aktiv in den Seendialog einbezogen, um verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen und breit getragene Lösungsansätze zu ermöglichen.
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Wie soll es mit dem Wörthersee weitergehen?
2026 startet ein breit angelegter Beteiligungsprozess zur zukünftigen Nutzung, Schutz und Entwicklung des Wörthersees. Die betroffene Akteurinnen und Akteure und die Öffentlichkeit sollen mit Workshops und einer Online-Befragung eingebunden werden.
Der Wörthersee zählt zu den bedeutendsten Seen Österreichs – als Naturraum, Lebensraum und wesentlicher Faktor für Tourismus, Wirtschaft und regionale Entwicklung.
Der See ist ein sensibles ökologisches System mit vielfältigen Nutzungsinteressen: Der ökologische Zustand wird derzeit gemäß den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie als mäßig eingestuft, was Anlass gibt, bestehende Entwicklungen genauer zu analysieren und mögliche Verbesserungsoptionen zu prüfen.
Nutzungsdruck ist gestiegen
In den vergangenen Jahrzehnten ist der Nutzungsdruck auf den Wörthersee kontinuierlich gestiegen. Verbauungen an den Ufern, der Rückgang von Schilfflächen sowie Bootsverkehr und Wassersport wirken sich auf das empfindliche Ökosystem aus. Zusätzlich verändern steigende Wassertemperaturen infolge des Klimawandels die natürlichen Bedingungen im See.
„Mit dem Seendialog Wörthersee starten wir ein Pilotprojekt, das erstmals einen strukturierten und offenen Dialog zwischen allen Nutzergruppen ermöglicht. Nur im gemeinsamen Austausch können wir ein gutes Miteinander am See schaffen und unsere Wasserressourcen für kommende Generationen sichern“, betont Wasserminister Norbert Totschnig.
„Mit dem Seendialog binden wir alle ein, die hier leben, arbeiten oder den See genießen, um gemeinsam langfristige Lösungen zu entwickeln. So bleibt der Wörthersee auch künftig ein lebenswerter Ort für Menschen, Tiere und Pflanzen“, ergänzt Landesrat Daniel Fellner.
Serie von Workshops und Online-Befragung von Bevölkerung und Gästen
Bereits im Frühjahr 2025 hat das Land Kärnten ein umfangreiches Schutz- und Nutzungskonzept für den Wörthersee veröffentlicht. Darin wurden viele fachliche Grundlagen und Daten zusammengeführt und auch schon mögliche Maßnahmenansätze vorgestellt.
Gemeinden, Interessensvertretungen, Organisationen, Nutzergruppen und die Öffentlichkeit werden aktiv in den Seendialog einbezogen, um verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen und breit getragene Lösungsansätze zu ermöglichen.
Bereits in den nächsten Wochen werden erste Gespräche mit den unterschiedlichen Interessensgruppen aufgenommen und darauffolgend wird zu einer Serie von Workshops eingeladen, um den aktuellen Status am See und mögliche künftige Maßnahmen zu diskutieren. Für den Sommer ist eine breite Online-Befragung von Bevölkerung und Gästen geplant. Der Seendialog soll zudem das Bewusstsein für eine nachhaltige Seenbewirtschaftung heben sowie Akzeptanz und Umsetzbarkeit neuer Konzepte fördern.
Finanziert wird der „Seendialog Wörthersee“ vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und dem Land Kärnten gemeinsam.
Infos
Um den Prozess transparent zu gestalten, werden aktuelle Informationen auf der Website www.wasseraktiv.at/seendialog sowie auf den Social Media-Kanälen (instagram @seendialog_woerthersee und Facebook @seendialogwoerthersee) bereitgestellt.