Was tun, wenn Asylwerber in die Gemeinde kommen?
Meist kommt die Mitteilung für die Verantwortlichen in den Gemeinden und dementsprechend auch für die Gemeindebürger überraschend, dass nun Asylwerber in den Gemeinden untergebracht werden müssen. Sorgen und Ängste sind in den meisten Fällen die erste Reaktion, oft auch Unmut bei den direkten Nachbarn, aber auch eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Es ist nicht immer einfach mit diesen oft widersprüchlichen Reaktionen der Bevölkerung umzugehen, Interessenausgleich zu schaffen, Bedürfnisse erkennen und damit umgehen können, für Fairness sorgen, zeigen, dass das Vertrauen in die Gemeindeführung gerechtfertigt ist und alles in allem Akzeptanz für die neuen Bewohner schaffen.
Welche Gruppen, Institutionen oder Einzelpersonen haben Interessen oder sehen diese durch die Ankunft der Asylwerber oder von Asylanten gefährdet? Hier kann angesetzt werden, die Beweggründe oder zu erwartenden Aktivitäten, auch Widerstände der einzelnen Interessensgruppen durchzudenken, auf Konfliktpotential hin zu untersuchen und Lösungsmöglichkeiten anzudenken.
Im nächsten Schritt sollten sich die Gemeindeverantwortlichen diese Gedanken auch bezüglich Asylwerbern machen. Welche Bedürfnisse werden diese haben, wo könnten sich aus deren Sicht Konflikte ergeben und wie kann man ihnen hilfreich zur Seite stehen, damit sie den Integrationsprozess gut bewältigen können?
Bindeglied Kommunikation
Kommunikation ist das umfassende Bindeglied des Prozesses und das Schmiermittel, das ihn in Gange hält und gelingen lässt. Das bedeutet eine effizientes Kommunikationsdesign sowohl für eine erste Bürgerinformationsveranstaltung als auch für den permanenten Prozess zu finden und ihn so zu gestalten, dass flexibel auf Feedback, Änderungen oder Neues eingegangen werden kann.
Die Führungspersonen und die engagierten Mitarbeiter, aber auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter aus der Bevölkerung werden gut daran tun wichtiges kommunikatives Handwerkszeug zu beherrschen, um auch dementsprechend mit Widerständen oder eskalierenden Situationen gut umgehen zu können.
Leadership erzeugt Sicherheitsgefühl
Damit der Bevölkerung in diesen Veränderungsprozessen in den Kommunen ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermittelt wird, ist es für die politische Spitze wichtig Leadership zu zeigen und den Willen zur Verantwortung zu dokumentieren.
Leadership ist auch für die Führung und die Motivation der vielen, vielen Ehrenamtlichen notwendig, denn ohne diese wären die Anforderungen, die die Aufnahme der Asylwerber mit sich bringt, nicht zu schaffen und das System Asylwerberaufnahme würde vor dem Kollaps stehen.
Mit dem mediativen Handwerkskoffer haben die Akteure in diesem Prozess gute Voraussetzungen dafür, den Prozess der Asylwerberaufnahme in Richtung fundierte Integration zu führen.
Interessenklärung, Verständnisaufbau, gemeinsame Ziele definieren und gemeinsame Lösungsoptionen zu suchen sind der Weg zu einem zufriedenen Miteinander für beide Seiten.