Die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie der einfachere Zugang zur Oichten kommen sowohl der Natur als auch der Bevölkerung zugute.
Foto: Land Salzburg

Vorzeigeprojekt für Fluss-Renaturierung

23. September 2016
Das Projekt Oichten in den Gemeindegebieten Göming und Nußdorf am Haunsberg ist eines von 22 Hochwasserschutzprojekten, bei denen Hochwasserschutz mit ökologischen Maßnahmen erfolgreich kombiniert wurde.


Natürlicher Lebensraum der Fische wiederhergestellt



Der Oberlauf der Oichten bis ungefähr auf Höhe des Ortes Nußdorf am Haunsberg hat ein geringes Gefälle und ist geprägt von Regulierungsmaßnahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Gewässerabschnitt flussabwärts von Nußdorf ist naturnahe und weist ein stärkeres Gefälle auf. Die Oichten wurde durch fünf Kraftwerke energiewirtschaftlich genutzt. Die Querbauwerke dieser Wehranlagen stellten unüberwindbare Hindernisse für die Wanderung der Fische flussaufwärts dar. Darüber hinaus wurde dadurch die Gefahr von Hochwasser erhöht. Durch den Rückbau der fünf Querbauwerke und durch den Bau von Fischwanderhilfen, also Bauwerken zur Umgehung von Wanderhindernissen, wurde der natürliche Lebensraum der Fische an der Oichten wiederhergestellt.

Eine halbe Million Euro für ökologische Maßnahmen



Von den gesamten Kosten in Höhe von 650.000 Euro wurden von 2014 bis 2016 500.000 Euro in die gewässerökologische Sanierung investiert. Die Finanzierung erfolgte zu 44 Prozent von der Europäischen Union, zu 46 Prozent vom Land Salzburg und zu zehn Prozent von der Gemeinde Nußdorf und den Kraftwerkebetreibern. Im Bereich der umgebauten Kraftwerkswehre konnte ein zusätzlicher Schutz der Uferböschungen erreicht werden. Die Oichten ist nun wieder von der Quelle bis zur Mündung durchgängig renaturiert und als Biotop mit den Natura-2000-Gebieten Salzachauen und Oichtenriede vernetzt.

Broschüre



Die Broschüre „Ökologie im Hochwasserschutz. Eine Reise an den Flüssen Salzburgs“ kann unter der E-Mail-Adresse schutzwasserwirtschaft@salzburg.gv.at kostenlos bestellt werden.