Vera Immitzer (PV-Austria), Monika Auer (ÖGUT), Mario Leitner (Wiener Netze) und Alfons Haber (E-Control)
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Stromspeichersymposium setzt Zeichen für die Energiewende

1. Juni 2026
Am 28. Mai fand in Baden das erste Stromspeichersymposium des Landes statt. 250 Expertinnen und Experten aus der Energiebranche, aus Städten und Gemeinden, aus Unternehmen, Verbänden und der Forschung diskutierten neue Entwicklungen bei Speichertechnologien, Netzstabilität und der Integration erneuerbarer Energiequellen.

Die Badener Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli eröffnete das Symposium: „Baden ist seit über 15 Jahren ein Ort für Innovationen und Vernetzung. Für mich ist eine unabhängige Energiezukunft nur mit Speicherlösungen vorstellbar."

Dynamischer Markt

Die Entwicklung im Bereich Speichertechnologien verläuft derzeit besonders rasch. Katja Fröhlich vom Austrian Institute of Technology gab einen Einblick in die Batterietechnologie der Zukunft: Lithium-Ionen-Batterien sind noch Marktführer, doch gleichzeitig entwickeln sich effizientere und umweltfreundlichere Technologien. Alle anwesenden Fachleute betonten laut Veranstalter „die zentrale Bedeutung von Speicher für das zukünftige Energiesystem" und wiesen auf die hohe Dynamik in diesem Bereich hin, die sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen werde.

Ein zentrales Thema war auch die Umsetzung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes und die Errichtung sogenannter systemdienlicher Stromspeicher. 16 Unternehmen und Organisationen präsentierten an Messeständen die aktuellsten Trends aus der Branche.

Schwarmspeicher als lokale Lösung

Ein besonderes Augenmerk lag auf der Technologie der Schwarmspeicher. Diese nehmen überschüssigen Solarstrom direkt dort auf, wo er entsteht, etwa bei Haushalten und Betrieben. Das entlastet das Stromnetz, weil weniger Energie über große Entfernungen transportiert werden muss. Der Strom bleibt lokal gespeichert und wird eingespeist, wenn er tatsächlich gebraucht wird. So lassen sich mehr Photovoltaikanlagen ins bestehende Netz integrieren und die regionale Energieunabhängigkeit wird gestärkt.

Die Stadtgemeinde Baden bereitet gemeinsam mit dem Unternehmen electrify smart energy und den Wiener Netzen ein Pilotprojekt für Schwarmspeicher vor.

Kommunale Projekte als Vorbild

Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, nannte konkrete Zahlen zur Wirkung von Stromspeichern: „Ein Haushalt ohne Speicher nutzt nur etwa 30 Prozent seines selbst erzeugten PV-Stroms direkt, während mit Speicher der Eigenverbrauch auf rund 60 bis 80 Prozent steigt.“

Herbert Greisberger (eNu), Christian Ecker (StR Baden), Katja Fröhlich (AIT), Berd Vogl (Klimafonds), Monika Auer (ÖGUT), Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli, Vera Immitzer (PV-Austria), Kurt Leonhartsberger (impeect), Dominik Kohl (electrify), Gerfried Koch (Klimamodellregion Baden)
Herbert Greisberger (eNu), Christian Ecker (StR Baden), Katja Fröhlich (AIT), Berd Vogl (Klimafonds), Monika Auer (ÖGUT), Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli, Vera Immitzer (PV-Austria), Kurt Leonhartsberger (impeect), Dominik Kohl (electrify), Gerfried Koch (Klimamodellregion Baden)

Baden selbst hat bereits mehrere Projekte umgesetzt. Gerfried Koch, Leiter der Abteilung Energie, Klima und Umwelt der Stadtgemeinde, zählte die wichtigsten auf: „2023 wurde der Kindergarten Bahngasse mit PV und einem Stromspeicher ausgestattet. 2024 erfolgte eine Sanierung des Abwasserpumpwerks in der Kanalgasse mit energieeffizienten Pumpen, einer PV-Anlage und einem Großspeicher mit 308 kWh Speicherkapazität. Es handelt sich um österreichweit das erste energieautarke Pumpwerk. Und 2026 ging die Trinkwasserversorgungsanlage Schiestelstraße als stromautarke Versorgungsanlage mit PV und Stromspeicher in Betrieb.“

NÖ Speicher-Liga prämiert Vorreiter

Im zweiten Teil der Veranstaltung zeichnete Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf Gemeinden aus Niederösterreich aus, die bereits kommunale Speicherprojekte umgesetzt haben. Bei der erstmals durchgeführten „NÖ Speicher-Liga“ wurden herausragende Projekte prämiert. Ziel ist es, erfolgreiche Umsetzungen sichtbar zu machen und weitere Gemeinden zur Nachahmung zu motivieren.

Warum sind Stromspeicher auch für Gemeinden wichtig?

  • Speichertechnologien stärken die Versorgungssicherheit, ermöglichen einen höheren Anteil erneuerbarer Energien (PV/Wind) im System und verbessern Netzstabilität. 
  • Private Haushalte, Unternehmen und kommunale Gebäude erhöhen durch Stromspeicher den Eigenverbrauch und senken ihre Netzkosten. Gleichzeitig steigt dadurch die Unabhängigkeit von schwankenden Strompreisen. Stromspeicher erhöhen die Versorgungssicherheit bei Stromausfällen.
  • Gemeinden und öffentliche Einrichtungen: Stromspeicher schaffen eine zuverlässige Stromversorgung für Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und kommunale Gebäude. Projekte in öffentlichen Einrichtungen haben eine Vorbildwirkung und erhöhen die Akzeptanz für neue Technologien. 

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