Jugendliche im Cafe
Junge Menschen trinken weniger Alkohol und verändern damit die Konsumkultur.
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Trinkkultur

Österreicher trinken weniger Alkohol und mehr Kaffee

2. Juni 2026
Der Getränkemarkt in Österreich verändert sich. Laut einer aktuellen Analyse des Marktforschungsunternehmens RegioData Research aus Wien verlieren alkoholische Getränke real an Bedeutung. Kaffee, alkoholfreie Alternativen und Functional Drinks gewinnen dagegen stark an Relevanz.

Der Getränkemarkt in Österreich verändert sich. Laut einer aktuellen Analyse des Marktforschungsunternehmens RegioData Research aus Wien verlieren alkoholische Getränke real an Bedeutung. Kaffee, alkoholfreie Alternativen und Functional Drinks gewinnen dagegen stark an Relevanz.

Bierkonsum geht zurück

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim Bier. Die Ausgaben für Bier im Lebensmittelhandel sind zuletzt um 6,6 Prozent zurückgegangen. Wein stagniert. Andere alkoholische Getränke entwickeln sich ebenfalls schwächer.

Nominal betrachtet stiegen die Ausgaben für Alkohol zwischen 2013 und 2022 zwar an. Doch dieser Anstieg täuscht: Seit 2016 ist die Inflation in Österreich um rund 50 Prozent gestiegen, während die Ausgaben für Alkohol im selben Zeitraum nur um etwa 15 Prozent zunahmen. Real geben Österreicherinnen und Österreicher heute also deutlich weniger für Alkohol aus als noch vor einigen Jahren.

Junge Generation verändert die Trinkkultur

Besonders junge Menschen trinken weniger Alkohol. Während 2011 noch rund 14 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche Alkohol konsumierten, sind es zuletzt nur noch 8,7 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von rund 38 Prozent.

„Alkohol verliert zunehmend seinen sozialen Pflichtcharakter", heißt es in der Analyse. Gesundheit, Fitness und bewusster Konsum hätten bei der Generation Z heute mehr Gewicht als früher.

Kaffee ist neues Lifestyle-Getränk

Parallel dazu steigt der Kaffeekonsum stark an. Im Einzelhandel geben Österreicherinnen und Österreicher mittlerweile durchschnittlich rund 125 Euro pro Kopf und Jahr für Kaffee aus. Vor zehn Jahren waren es noch etwa 70 Euro. Kaffee ist damit eine der bedeutendsten Getränkekategorien im Lebensmittelhandel geworden.

Auch Frucht- und Gemüsesäfte legen zu: Die Ausgaben stiegen von 39,6 Euro pro Kopf im Jahr 2016 auf 49,7 Euro im Jahr 2026. Alkoholfreies Bier hat sich laut RegioData vom Nischenprodukt zu einem etablierten Getränk entwickelt, sowohl im Handel als auch in der Gastronomie.

Gesellschaftlicher Wandel als Treiber

RegioData wertet die Entwicklung als Ausdruck eines breiteren gesellschaftlichen Wandels. „Die Österreicher kaufen nicht weniger Getränke, sie trinken bewusster und selektiver als noch vor einigen Jahren", lautet das Fazit der Studie.

Vor allem Produkte mit Zusatznutzen wie Energie, Fokus oder Proteine gewinnen bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung. Dieser Trend betrifft sowohl den Lebensmittelhandel als auch die Gastronomie.

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