© Jürg Christandl
Eventstart
Launiger Auftakt zum Kommunalwirtschaftsforum
Mit einem Augenzwinkern und viel kommunaler Bodenhaftung startete das Kommunalwirtschaftsforum in Krems. Moderatorin Sabine Kronberger brachte es gleich auf den Punkt: Jetzt heißt es „Energie und Köpfe mit Ideen aufladen“.
Michael Zimper, CEO des Kommunalverlags, zeichnete das Bild eines Alltags, der für Gemeinden nicht einfacher wird – im Gegenteil: Finanzen, Personal, Energie, Geopolitik, KI. „Gefühlt explodiert alles“, so Zimper. Sein optimistischer Gegentwist: Künstliche Intelligenz sei kein weiteres IT-Tool, sondern ein Paradigmenwechsel, der Gemeinden von lästiger Bürokratie befreien könne – damit wieder mehr Zeit für das Wesentliche bleibt: Bürgerkontakt und Gestaltung. Sein Appell: Mutig ausprobieren, miteinander reden, voneinander lernen.
Krems-Bürgermeister Peter Molnar lieferte die Praxis dazu – samt Lokalstolz und harter Budgetrealität. Ja, Krems sei wunderschön, aber vor allem auch ein Sanierungsfall gewesen: Von 160 Millionen Euro Schulden auf 40 Millionen in zwölf Jahren, trotz Investitionen und Großprojekten. Sein Rezept: konsequentes Sparen, interne Kostenwahrheit und der klare Anspruch, jedes Jahr positiv zu budgetieren. Und ein politischer Wunsch obendrauf: handlungsfähige Gemeinden brauchen endlich zeitgemäße Einnahmen.
Den Zukunftsblick ergänzte Andreas Gabriel vom VTA-Institut mit einem ernsten, aber pointierten Thema: sauberes Wasser. Mikroverunreinigungen, Medikamentenrückstände und steigende Energiepreise setzen Gemeinden unter Druck. Seine Botschaft: Es braucht intelligente Lösungen statt teurer End-of-Pipe-Maßnahmen – technisch machbar, energiesparend und kommunal finanzierbar.
Unterm Strich: Ein Auftakt mit Humor, Klartext und Zuversicht. Die Probleme sind groß – der Gestaltungswille im Saal offenbar auch.