Das "Wasenmoos" bei Mittersill Foto: H.Hinterstoisser

Moorschutz ist Klimaschutz

Di, 25.08.2015 - 11:58

Intakte Moorböden speichern riesige Mengen an Kohlenstoff. Dadurch leisten sie auf natürliche Weise bedeutende Beiträge zum Klimaschutz.

Alleine in den obersten 50 Zentimetern Boden speichern Moore rund 150 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar – mehr als jedes andere Ökosystem. Zum Vergleich: Wälder speichern nach einer Studie des Umweltbundesamtes bis zu 120 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, Ackerböden rund 60 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Der Grund für diese wichtige Leistung liegt darin, dass abgestorbenes Pflanzenmaterial in Mooren aufgrund des ständigen Wassereinflusses und damit verbundenen Sauerstoffmangels nicht abgebaut, sondern als Torf konserviert wird. Damit wird ein hoher Anteil des in den lebenden Pflanzen gespeicherten Kohlenstoffs in Moorböden langfristig erhalten. Durch die Speicherung von CO2 als Torf tragen Moore also in hohem Ausmaß langfristig zum Klimaschutz bei.

Allerdings sind in Österreich mittlerweile fast 90 Prozent der noch im 19. Jahrhundert vorhandenen Moorflächen verschwunden. Durch Drainagierung und Torfabbau wird das in den Moorböden gespeicherte CO2 letztlich freigesetzt. Moorschutz ist daher wichtiger Klimaschutz. Im Land Salzburg unterliegen Moore schon seit 1992 den strengen Regelungen des landesweiten Schutzes von Lebensräumen. Maßnahmen, die Eingriffe in diese Lebensräume bewirken können, sind nur mit naturschutzbehördlicher Bewilligung zulässig. Diese kann nur unter restriktiven Voraussetzungen erteilt werden. In diese Richtung wirken auch die seit 2002 im Alpenraum geltenden Bestimmungen des Bodenschutzprotokolls zur Alpenkonvention.

Damit Moore ihre Funktion als Kohlenstoffspeicher erfüllen können, benötigen sie neben ausreichend Wasser auch eine entsprechende Pflanzenwelt, vor allem Torfmoose. Zu den Besonderheiten der Moore zählt auch ihr großer Nährstoffmangel. Deshalb können in Mooren nur hochspezialisierte Pflanzenarten wie etwa der als fleischfressende Pflanze bekannte Sonnentau vorkommen. Der Sonnentau gleicht den Stickstoffmangel in Mooren dadurch aus, dass er Kleininsekten anlockt, die an seinen Blattoberflächen haften bleiben und dann von der Pflanze verdaut werden. Auch andere Pflanzen, die den Nährstoffmangel bewältigen können, wie die Rosmarinheide, können in Moorflächen gedeihen. Von solchen Pflanzen sind wiederum spezialisierte Tierarten wie der Hochmoor-Gelbling, eine Falterart, abhängig. Moore sind nicht zuletzt durch ihre bedeutende Rolle im Klimaschutz ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig intakte Ökosysteme für das Überleben der Menschen sind.

 

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