Kinder- & Ferien-Akademie im Waldviertel

Di, 30.06.2015 - 13:27

Die Kleinregion Waldviertler Kernland bietet für Kinder von 3 bis 15 Jahren eine hochwertige Ferienbetreuung an. In jeder Gemeinde findet mindestens eine spannende Projektwoche statt, in der die Kinder professionell betreut werden. Das Projekt wurde für den IMPULS Gemeindeinnovationspreis in der Kategorie "Soziales Engagement" eingereicht.

Die Kleinregion Waldviertler Kernland besteht aus den 13 Gemeinden Albrechtsberg, Bad Traunstein, Bärnkopf, Grafenschlag, Großgöttfritz, Gutenbrunn, Kirchschlag, Kottes-Purk, Martinsberg, Ottenschlag, Sallingberg, Schönbach und Waldhausen. Diese Gemeinden sind Träger des Vereines Waldviertler Kernland, dessen Hauptaufgabe die Unterstützung der Gemeinden bei der regionalen Entwicklung ist.

Idee

Das Projekt "Kinder & Ferien Akademie", das erstmals 2014 umgesetzt wurde, soll auch in den Sommerferien eine durchgehende, flächendeckende und hochwertige Betreuung von Kindern zwischen 3 und 15 Jahren sicherstellen, um berufstätige Eltern zu entlasten.

Durch eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit (jede Gemeinde übernimmt eine Projektwoche) sind die Aufwendungen für die einzelnen Gemeinden sehr gering.

Für die Kinder wurde in ihrer unmittelbaren Umgebung die Möglichkeit geschaffen, , in den Ferien etwas zu erleben. Sie sollen mit anderen Kindern spielen, sich im Freien bewegen und durch die altersgemischten Gruppen vermehrt soziale Kompetenzen erwerben.

Während der Sommerferien steht eine Vielfalt an Aktivitäten zur Verfügung, die alle innerhalb von durchschnittlich 20 Kilometern zu erreichen sind.

Die Preise für eine Projektwoche (30 Stunden Betreuung) werden mit 37 Euro pro Kind und Woche niedrig gehalten, um die Chancengleichheit zu gewährleisten. Zusätzlich gibt es noch Vergünstigungen für Geschwister.

Angebot

Die Kinder können zwischen zwei Themenschwerpunkten wählen, die in den einzelnen Gemeinden angeboten werden. In einer Erhebung mittels Fragebogen in allen 13 Gemeinden des Waldviertler Kernlands wurden die Interessen der Kinder sowie die gewünschten Betreuungszeiten abgefragt. Daraus ergaben sich acht unterschiedliche Themenschwerpunkte, die Montag bis Freitag von 7 bis 13 Uhr angeboten wurden:

English and Nature
Gemeinsam mit einem Nativespeaker wird der Tag in englischer Sprache gemeistert. Spielen, Basteln, Kochen - alles auf Englisch.

Bauen mit Holz
Ob Floß, mobiler Hochstand, Pfeil und Bogen oder ein kleines Haus - mit Holz kann alles gebaut werden.

Leben in und mit der Natur
Das Leben im Wald, im Bach und auf der Wiese kennenlernen. Erfahren, welche Pflanzen essbar sind und welche giftig. In dieser Woche beschäftigen sich die Kinder intensiv mit den Pflanzen und Tieren im Waldviertel.

Energie
Gemeinsam werden unterschiedliche Methoden zur Stromerzeugung erforscht. So wird ein Windrad errichtet, Energie aus Kartoffeln bezogen oder eine Wasserturbine gebaut.

Sanitäter Camp - Erste Hilfe hautnah
In dieser Woche erfahren die Kinder alles über Erste Hilfe. Wie reagiert man im Ernstfall richtig und kann Leben retten? Theaterblut und spektakuläre Verbände oder die Besichtigung eines Rettungsfahrzeugs gehören dazu.

Wildnis Wissen
Feuer machen, Schutzbehausung bauen ohne Werkzeug, Tarnung und die Kunst sich lautlos und ungesehen zu bewegen, Fährtenlesen und vieles mehr - die Kinder fühlen sich bald in der Natur zuhause.

Musical
Alle Musikbegeisterten sind eingeladen, aus Naturmaterialien Instrumente und Kulissen zu bauen, ein Umwelt-Musical einzustudieren und dieses am Ende der Woche aufzuführen.

Sport
Tennis, Hip Hop, Geocaching, Schwimmen, Funsports und Workshops zum Thema Xundheit - die ideale Woche für sportbegeisterte Kinder.

Ziele

Die Kinder erweitern auf interessante und spielerische Art und Weise ihr Wissen zu Themen wie Natur, Gesundheit, Bewegung, ökologisches Gleichgewicht, erneuerbare Energien, Umwelt und Heimatregion. In Form von Projekten und in Zusammenarbeit mit Fachleuten (Jäger/Wildhüter, Wildnis Wissen, Rotes Kreuz, usw.) werden spannende Programmpunkte erstellt und gemeinsam umgesetzt.

Die Eltern werden bei der Betreuung ihrer Kinder entlastet und können ihnen für wenig Geld ein schönes Ferienerlebnis ermöglichen. Neue Kontakte entstehen, der Bezug zur Region wird gestärkt.

Durch das Kennenlernen der unterschiedlichen Ökosysteme und deren Verletzlichkeit soll ein tiefes Bewusstsein für die Wichtigkeit des Umweltschutzes bei den Kindern geschaffen werden.

Bei allen Projektthemen wird auf die Gleichstellung von Mädchen und Buben Wert gelegt. Dadurch sollen tradierte Rollenbilder aufgeweicht werden. Im Rahmen der Umsetzung von Projekten arbeiten Mädchen und Buben mit Hammer und Säge genauso selbstverständlich wie sie gemeinsam kochen und saubermachen.

Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend, Fähigkeiten zu entfalten, Neues zu entdecken und Interesse an vielfältigen Themen zu entwickeln.

Umsetzung

Im ersten Schritt wurde eine Bedarfserhebung durchgeführt, dabei meldeten 150 Eltern Betreuungsbedarf an. Die im Vorfeld mittels Fragebogen ermittelten Interessen der Zielgruppe wurden zu Themenblöcken zusammengefasst.

Die Erstellung eines Leitfadens zur pädagogischen Umsetzung der Schwerpunktthemen sowie zur Qualitätssicherung wurde im Vorfeld gemeinsam mit den BetreuerInnen und PädagogInnen erarbeitet.

Mit den Gemeinden wurden die Lokalitäten und Themenbereiche abgestimmt (benutzbare Grünflächen, Wasserläufe, Schulräume, Werkstätten usw.). Geeignete Personen für die Programmschwerpunkte wurden akquiriert (Jagdaufseher, Techniker, Rot-Kreuz-Mitabeiter, Sportlehrer usw.).

Es wurde eine Gruppengröße von maximal 30 Kindern festgelegt, die von drei Personen beaufsichtigt werden (Pädagoge/Pädagogin, Projektleiter/in und Stützkraft).

Der Aufenthalt im Freien und das Bewegen in der Natur stehen an oberster Stelle. Nur bei Schlechtwetter und bei technischen Arbeiten (Löten, basteln etc.) wird auf geschützte Bereiche ausgewichen.

Mit einem zweiseitigen Folder und einer eigenen Website, sowie über die Gemeinden und Schulen, wird die Kinder & Ferien Akademie flächendeckend beworben. Auch die regionalen Medien berichten im Vorfeld über das Projekt.

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