Bei Hochwasserereignissen kann die Entwicklung der Wasserstände an den verfügbaren Messstationen nachvollzogen werden.
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Land macht Wasserdaten öffentlich zugänglich
Wie hoch steht der Inn? Wie viel Regen ist in einer Region gefallen? Und wie verändert sich die Lage an Tirols Bächen und Flüssen? Antworten darauf liefert seit 2013 die Anwendung „Hydro Online“ des Hydrographischen Dienstes des Landes Tirol. Über eine interaktive Karte können aktuelle Messwerte aus ganz Tirol abgerufen werden, von Pegelständen bis zur Wassertemperatur.
Der Dienst ist kostenlos und ohne Registrierung nutzbar, über die Website hydro.tirol.gv.at sowie über die Land Tirol App.
Wichtige Ergänzung bei Hochwasser
Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler sieht in Hydro Online einen modernen und leicht zugänglichen Informationsservice für die Tirolerinnen und Tiroler. Besonders bei starkem Regen oder einer möglichen Hochwasserentwicklung sei es wichtig, die Lage an den Gewässern verfolgen zu können. Transparente und rasch verfügbare Daten würden Orientierung schaffen und helfen, Gefahren besser einzuschätzen. Zugleich zeigten sie, wie viel Arbeit und technische Infrastruktur hinter dem Schutz des Lebensraums stehen.
Hydro Online ersetzt keine offiziellen Warnungen. Die Anwendung ergänzt die Informationen der zuständigen Behörden. Bei Hochwasser können Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung der Wasserstände an den verfügbaren Messstationen nachvollziehen.
Beim Hochwasser im August 2023 nutzten an einem einzigen Tag über 200.000 Menschen die Website zur Information. Für konkrete Warnungen und Verhaltensempfehlungen bleiben weiterhin die Mitteilungen des Landes Tirol sowie der Einsatz- und Sicherheitsbehörden maßgeblich.
Rund 900 Messstellen liefern die Datengrundlage
Der Hydrographische Dienst Tirol betreibt landesweit rund 900 Messstellen zur Erfassung des Wasserkreislaufs. Gemessen werden unter anderem Niederschlag, Lufttemperatur, Verdunstung und elektrische Leitfähigkeit sowie die Wasserstände von Bächen, Flüssen, Seen und des Grundwassers. Auch Wassertemperatur und Feststoffe werden erfasst. Rund 140 ehrenamtliche Beobachterinnen und Beobachter unterstützen die tägliche Erhebung der hydrologischen Daten.
Georg Raffeiner, Leiter des Sachgebiets Hydrographie und Hydrologie beim Land Tirol, erklärt, dass die Messungen das ganze Jahr über laufen und ein umfassendes Bild der hydrologischen Situation in Tirol liefern. Über Hydro Online würden diese Daten übersichtlich aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht. Nutzer könnten einzelne Messstellen auswählen, aktuelle Werte abrufen und zeitliche Entwicklungen verfolgen. Die heuer eingeführte Niederwasserklassifizierung erlaube nun auch eine Einschätzung der aktuellen Wasserführung im Hinblick auf Niederwasser. Im bisher sehr trockenen heurigen Jahr sei das eine wichtige Ergänzung.
Die Daten des Hydrographischen Dienstes Tirol dienen nicht nur der Information der Bevölkerung. Sie bilden auch eine fachliche Grundlage für den Hochwassernachrichtendienst, für wasserwirtschaftliche Planungen, den Hochwasserschutz sowie für die Beurteilung langfristiger Veränderungen im Wasserhaushalt.