In St. Stefan im Gailtal ist die erste Springerin tätig.
In St. Stefan im Gailtal ist die erste Springerin tätig.
© Land Kärnten/Büro LR Fellner

Kindergarten-Personalpool entlastet Gemeinden

14. Januar 2026
Der interkommunale Personalpool für Kärntens Kindergärten zeigt nach Aussage des Landes bereits wenige Monate nach seinem Start, wie gezielte strukturelle Maßnahmen die pädagogische Qualität sichern und gleichzeitig Gemeinden sowie Fachpersonal spürbar entlasten können.

Ziel war es von Beginn an, ein praxistaugliches Instrument zu schaffen, das kurzfristige Personalausfälle in Kindergärten professionell abfedert und stabile Rahmenbedingungen für hochwertige Bildungs- und Betreuungsarbeit sicherstellt.

„Gerade in der elementaren Bildung entscheidet die Qualität der täglichen Arbeit über die Zukunftschancen unserer Kinder. Der Personalpool ist mehr als eine organisatorische Lösung, er ist ein zentrales Qualitätsinstrument für unsere Gemeinden und eine echte Entlastung für unsere Elementarpädagoginnen und -pädagogen“, betont Landesrat Daniel Fellner. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Vision gemeinsam mit dem Gemeinde-Servicezentrum rasch und erfolgreich umsetzen konnten.

24 Gemeinden betreut

Im Mai 2025 wurde im Rahmen des Pilotprojekts die erste Pädagogin in St. Stefan im Gailtal eingesetzt. Im September folgte eine weitere Aufnahme in Ebenthal, im Oktober wurden drei zusätzliche Elementarpädagoginnen angestellt. In den vergangenen drei Monaten waren somit fünf qualifizierte Pädagoginnen im Einsatz und betreuten 24 Gemeinden in den Bezirken Villach-Land, Klagenfurt-Land, Völkermarkt, Hermagor und Spittal an der Drau.

Großes Interesse der Gemeinden

Aus dem Bezirk Wolfsberg wurde zuletzt ebenfalls verstärkt Interesse an einer Nutzung des interkommunalen Personalpools signalisiert. Mehrere Gemeinden haben dabei den konkreten Bedarf nach einem regionalen Zugriff auf zusätzliche Vertretungskapazitäten geäußert. 

Vor diesem Hintergrund ist vorgesehen, den Personalpool um zwei weitere Stellen zu erweitern und diese gezielt dem Bezirk Wolfsberg zuzuordnen, um den dort bestehenden Bedarf strukturiert abdecken zu können.

Von September bis Ende Dezember 2025 wurden von insgesamt 371 Arbeitstagen 71 als Orientierungstage genutzt und 189 Einsatztage verzeichnet, mehr als die Hälfte der Gesamtarbeitszeit. Die Orientierungstage dienen dem Kennenlernen der Einrichtungen und Teams. Für das laufende Jahr sind bereits zahlreiche Einsätze vorausgeplant, was die hohe Akzeptanz und den praktischen Nutzen des Modells zeigt.

„Der Personalpool beweist, dass wir gemeinsam mit unseren Gemeinden vorausschauend handeln. Wir schaffen stabile Strukturen dort, wo kurzfristige Ausfälle bisher oft an organisatorische Grenzen gestoßen sind, und sichern damit die pädagogische Qualität im Alltag“, so Fellner.

Auch der Geschäftsführer des Gemeinde-Servicezentrum, Michael Sternig, unterstreicht den Mehrwert: „Der Personalpool ist so aufgebaut, dass Gemeinden mit minimalem organisatorischem Aufwand verlässlich, strukturiert und rechtskonform auf qualifiziertes Personal zugreifen können.“

Die Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt über eine Anschubfinanzierung des Landes Kärnten, ergänzt durch einen solidarischen Sockelbeitrag der Gemeinden sowie die Verrechnung der tatsächlich geleisteten Einsatzstunden. Zudem ist die Nutzung des IKZ-Bonus möglich. Ziel ist es, die Qualität langfristig abzusichern und das System mittelfristig eigenständig tragfähig zu machen.

Für die Jahre 2026 und 2027 ist eine schrittweise Erweiterung des Personalpools geplant. Bis 2027 sollen zwischen zehn und 15 Elementarpädagoginnen und -pädagogen kärntenweit im Einsatz stehen. Die Anstellung und Koordination erfolgen zentral über das Gemeinde-Servicezentrum.

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