Das Projekt am Bichl III fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und schafft einen eigenständigen Siedlungsraum, der sich nahtlos an die bestehenden Strukturen von Bichl I & II anschließt.
© Joshua Gutwald
Plus-Energie-Standard für Innsbrucker Wohnquartier
50 Wohnungen, Stromerzeugung am eigenen Grundstück und ein Dach, das Regenwasser zurückhält: Die Siedlung „Am Bichl III“ in Innsbruck-Igls verbindet Wohnbau mit einem gemeinsamen Energiekonzept. 33 der Wohnungen wurden über das Vergaberecht an die Stadt Innsbruck vergeben.
Am 20. Oktober 2026 wurde „Am Bichl III“ als erstes Quartier auf Basis seiner Fertigstellung nach dem neuen klimaaktiv Plus-Energie-Standard deklariert. Dieser sieht vor, dass Siedlungen über ein Jahr hinweg mehr erneuerbare Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Alle fünf Gebäude der Anlage wurden zudem im klimaaktiv Gold Standard ausgeführt.
Geförderte Mietwohnungen und Eigentum
Die Siedlung umfasst 33 geförderte Mietwohnungen sowie 17 Eigentumswohnungen der Agrargemeinschaft Waldinteressenschaft Igls. Sie schließt an die bestehenden Wohnanlagen „Am Bichl I“ und „Am Bichl II“ an. Gemeinschaftsbereiche und Spielzonen ergänzen die Wohngebäude.
Strom von Dächern, Fassade und Carport
Das Versorgungskonzept kombiniert eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe mit dezentralen Anlagen zur Warmwasserbereitung. Photovoltaikanlagen auf den Dächern, an einer Südfassade und auf einem Carport erzeugen Strom vor Ort.
Auch Regenwasser und sommerliche Temperaturen wurden bei der Planung berücksichtigt. Ein sogenanntes Detentionsdach hält Niederschlagswasser zurück und unterstützt die Dachbegrünung. Verschattung und abgestimmte Lüftungskonzepte sollen zum Komfort im Sommer beitragen. Hinzu kommt ein temperierender Effekt durch die Nutzung des Rücklaufs zur Warmwasserbereitung.
Maßstäbe über das einzelne Gebäude hinaus
Der klimaaktiv-Standard für Siedlungen und Quartiere betrachtet neben Energie und Klimaschutz auch Standort, Mobilität und Freiraum. Für Gemeinden, Bauträger sowie Planerinnen und Planer bietet die Klimaschutzinitiative des Bundes dazu fachliche Beratung und Werkzeuge an.
Der neue Plus-Energie-Standard ergänzt diese Anforderungen um eine detaillierte energetische Bilanzierung. Der zugehörige Leitfaden erläutert, wie Primärenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Quartiers bewertet werden. Dabei berücksichtigt er unter anderem die bauliche Dichte, den Standort sowie die Frage, ob es sich um Neubau oder Sanierung handelt.