Kommunikation

Gemeindekommunikation im Spannungsfeld von Fake News und Desinformation

Gemeinden sind als unmittelbarste politische Ebene in besonderem Maße von Desinformation und Fake News betroffen. Autor und Autorin zeigen, wie sich falsche Informationen in lokalen Kommunikationsräumen – von Social-Media-Kanälen über Chatgruppen bis zur klassischen Gerüchteküche – besonders schnell und folgenreich verbreiten: Sie untergraben das Vertrauen in lokale Institutionen, beeinflussen Wahlentscheidungen und belasten Bürgermeister:innen sowie Gemeinderät:innen persönlich. Erschwerend wirkt das Fehlen professioneller Kommunikationsstrukturen auf kommunaler Ebene sowie das sinkende Vertrauen in etablierte Medien. Der Beitrag analysiert die Mechanismen politischer Instrumentalisierung von Desinformation und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab: transparente und proaktive Kommunikation, aktives Monitoring, Förderung von Medienkompetenz in der Bevölkerung sowie der Aufbau vertrauenswürdiger Kommunikationskanäle.

Die digitalen Entwicklungen der letzten Jahre haben in einer Weise an Beschleunigung zugenommen, dass sowohl die Gesetzgebung als auch das allgemeine Verständnis für die Nutzung und deren Folgen deutlich hinterherhinken. Mit immer neuen Versionen von Sprachmodellen wie ChatGPT oder digitalen Agenten (z.B. OpenClaw) wird die Einbettung von sogenannter Künstlicher Intelligenz (KI) in alltägliche Anwendungen unübersichtlicher. So praktisch die Delegierung mancher Aufgaben ist, so wenig ist man sich bisher über die möglichen Sicherheitsrisiken einig.

Das wurde deutlich, als kürzlich eine großangelegte wissenschaftliche Studie zu Künstlicher Intelligenz anders als erwartet ausging. Die Bitte, die in einem Email enthaltene Information vor seinem Besitzer „geheimzuhalten“, beantwortete die eingesetzte KI, indem sie den gesamten Emailserver und damit alle vorhandenen Emails löschte. 

Auf die Frage, warum er dies getan habe, antwortete der KI-Agent (ein autonom agierendes Assistenzprogramm), dass der Flächenbrand sicherer gewesen sei als eine kleine Intervention. Nicht genug damit, veröffentlichte das Programm sein Vorgehen anschließend auf einer öffentlichen Plattform, um andere KI-Modelle daraus lernen zu lassen, und erklärte sich quasi unabhängig von seinem Besitzer (Shapira et al 2026). So gesehen will man sich nicht vorstellen, was dies für die Zukunft von Daten in der öffentlichen Verwaltung und somit auch für eine Gemeinde bedeuten könnte.

Zunächst sind es allerdings vor allem die Kommunikations- und Informationswege, die sich radikal verändern. Um die Bevölkerung zu erreichen, braucht es inzwischen verschiedenste Kanäle, die je nach Personengruppe wiederum unterschiedlich bespielt werden müssen. Die jeweiligen sprachlichen Feinheiten zu kennen, ist dabei ebenso wichtig wie die verantwortungsvolle Moderation der dazugehörigen Foren. Im Zuge dessen führen Beschimpfungen, Desinformation und Lügen zur Beeinflussung politischer und gesellschaftlicher Meinungen (Ingruber/Filzmaier 2025, S. 369ff.). Fake News werden gezielt eingesetzt, um politische Gegner:innen zu diskreditieren. Die bewusste Verbreitung von falscher Information, um das Vertrauen in die demokratischen Institutionen zu untergraben, gehört längst zum Alltag.

Wenn Bürger:innen das Gefühl haben, nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden zu können, sinkt ebenso die Bereitschaft, sich konstruktiv ins demokratische Miteinander einzubringen und digitale Verwaltungsangebote überhaupt zu nutzen. Das kann langfristig Misstrauen gegenüber den Gemeinden und ihren Behörden schüren (Barlai 2025, S. 26ff.).

Die kommunale Ebene ist aber bekanntlich jene politische Ebene, die den unmittelbarsten Kontakt zur Bevölkerung hat. Das bedeutet eine vor allem tiefere emotionale Bindung, auch weil die Gemeinde jener Ort ist, an dem man persönlich von Politik betroffen ist. Wenn hier die Kommunikation ins Wanken gerät, hat das konkrete Folgen für den Alltag. Falsche Behauptungen, Gerüchte und gezielte Desinformation wirken daher hier besonders folgenschwer – und gleichzeitig hocheffizient, sodass sie zunehmend in lokalen Kommunikationsräumen eingesetzt wird. Dazu dienen die Sozialen Medien, lokale Chatgruppen oder andere Netzwerke.

Dabei wird es schnell persönlich untergriffig (vgl. Kohlenberger 2024, S. 79), zumal Entscheidungen auf kommunaler Ebene eben besonders berühren und deren Urheber:innen den Bürger:innen oft persönlich bekannt sind. Diese Personalisierung erhöht die Verwundbarkeit gegenüber Desinformation und geht in beide Richtungen. 

Betroffen sind jene, die den Fake News ausgesetzt sind, manipuliert und somit um den freien Gestaltungswillen gebracht werden (Brodnig 2024, S. 25f.), der sowohl zu einer Demokratie als auch zur Verwaltung einer solchen gehört. Andererseits schaden Fake News selbstverständlich auch jenen, gegen die sie gerichtet werden.

Bürgermeister:innen und Gemeinderät:innen geraten dabei rasch in den Fokus von Beleidigungen und Hasskampagnen (vgl. Stefanie Zacharias in diesem Band). In einer für den Österreichischen Gemeindebund durchgeführten Umfrage gaben dementsprechend 72,9 Prozent der weiblichen und 78,5 Prozent der männlichen befragten (Vize-)Bürgermeister:innen die „Politikverdrossenheit und fehlende Anerkennung“ als ihren größten Kritikpunkt an der politischen Kultur an (Stainer-Hämmerle/Pöcher 2024).

Politische Instrumentalisierung von Desinformation

Nach wie vor verbreiten sich Informationen in kleinen Gemeinden am besten über persönliche Netzwerke, inzwischen vermischt zwischen Online-Plattformen und der klassischen mündlichen Gerüchteküche. Jede:r Nutzer:in wirkt dabei als Multiplikator:in, im positiven wie im negativen Sinne. In der Gemeinde kommt hinzu, dass alle eine Meinung zu lokalen Themen haben, gleichgültig wie komplex diese sein mögen. Typische Beispiele sind Bauprojekte, Infrastruktur, Raumplanung, Umwelt, Migration oder Budget.

Diese Komplexität begünstigt vereinfachende und emotionalisierende Falschdarstellungen und in der Folge auch Gemeinderatswahlen oder etwaige Beteiligungsprojekte bzw. Bürger:innenbefragungen (Ingruber 2026). Typische Strategien dafür umfassen emotionalisierende Inhalte, Polarisierung oder eine gezielte Informationsüberflutung mit widersprüchlichen Narrativen. Die Mechanismen wirken dementsprechend gerade auf lokaler Ebene, weil persönliche Beziehungen und eine geringere mediale Gegenöffentlichkeit aufeinandertreffen.

Bereits einzelne Gerüchte – etwa über angebliche finanzielle Vorteile oder geheime Entscheidungen – können das Vertrauen in die lokalen Politiker:innen nachhaltig beschädigen, selbst wenn sich die Vorwürfe als haltlos herausstellen. Ein sogenannter Shitstorm oder eine populistische Kampagne lenken Wahlentscheidungen und stören den Zusammenhalt. Das ist in jenen sechs Bundesländern, in denen Bürgermeister:innen direkt gewählt werden, von besonderer Bedeutung.

Gleichzeitig ist gerade in der Gemeinde die Bekämpfung von Desinformation komplizierter, zumal es selten professionelle Kommunikationsabteilungen in den Gemeinden gibt, sondern die Medienarbeit quasi nebenbei erledigt wird. Abgesehen davon, dass Ressourcen und häufig auch das Wissen für strategische Kommunikation fehlen. Allein ein zeitnahes Monitoring von Falschmeldungen scheint da fast unmöglich. Dadurch werden schnelle Reaktionen erschwert. 

Gemeindepolitik braucht starkes Vertrauen

Die Verbreitung von Fake News oder Desinformation hakt dort ein, wo es demokratisch weh tut: beim sinkenden Vertrauen in die demokratischen Institutionen einer Gemeinde, also gegenüber Bürgermeister:innen und Gemeinderät:innen bzw. deren Mitgliedern. Die Wirkungskraft von Fake News bedeutet eine Chance sowie eine Gefahr, weil der Kontakt zwischen Politik bzw. Verwaltung und Bevölkerung direkter abläuft:

Dieser enge Austausch kann gegenüber Desinformation durchaus von Vorteil sein, weil man weiß, wer unterstützend wirken könnte und weil man Bürger:innen direkt auf der Straße aufklären kann.

Allerdings verfangen sich Fake News besonders gut, wenn Menschen persönlich betroffen sind. So können falsche oder verzerrte Informationen schnell zu Ärger, Konflikten und weiterem Vertrauensverlust führen (vgl. Brodnig 2024).

Wenig Hoffnung besteht, dass sich Fake News selbst disqualifizieren: Während die Demokratie in allen Umfragen noch immer als die beste Regierungsform betrachtet wird (86 Prozent sehen sie als die beste Regierungsform), haben österreichweit nur noch 38 Prozent der Bevölkerung etwas und bloß sechs Prozent großes Vertrauen in die Politik des Landes (Institut für Strategieanalysen 2025). 

In ländlichen Gemeinden liegen diese Werte deutlich tiefer als im urbanen Raum. Auch wenn es sich dabei um Einstellungen gegenüber der nationalen Politik handelt – und das Image der Gemeindepolitik besser ist –, können Bürgermeister:innen und Gemeinderät:innen es mit ihrem Widerspruch nicht schaffen, dass automatisch ihnen statt den Fake News geglaubt wird. 

Fehlendes Vertrauen in die Medien

Während nationale Politik stärker durch professionelle Medien begleitet wird, fehlen zudem auf Gemeindeebene zuweilen journalistische Korrektivstrukturen. Dadurch bleiben falsche Informationen länger unwidersprochen. Ein weiterer struktureller Faktor, der die Desinformationswellen beschleunigt, ist das abnehmende Vertrauen in die etablierten Medien. Diese Entwicklung erschwert den Gemeindevertreter:innen die Gegenkommunikation erheblich. Tritt man in Bezirksmedien gegen Falschnachrichten auf, muss sowohl einem selbst als auch den lokalen Medien erst einmal geglaubt werden.

Während die klassischen Medien, wie Bezirksblätter – egal ob gedruckt oder online – gewissen Richtlinien ethischer Berichterstattung folgen, ist das in den Sozialen Medien nicht gefordert. Polemik und direkte Propaganda, Geschwindigkeit und Emotion ersetzen die Reflexion (Filzmaier/Ingruber 2025).

Für Gemeinden schafft das gleich mehrere Probleme. Während man lokale Medien als Ansprechpartner:innen einsetzen kann bzw. auch einmal selbst zu Wort kommt, wird in den Sozialen Medien unabhängig von Fakten und häufig ohne Rückfragen agiert. Die geringe Größe vieler Gemeinden verstärkt diese Effekte zusätzlich. Eine einzelne falsche Information kann binnen kurzer Zeit einen Großteil der Bevölkerung erreichen.

Was lässt sich tun?

Eine aktive Gegenstrategie ist daher nicht nur kommunikative, sondern demokratiepolitische Aufgabe. Fake News stören das Miteinander. Sie säen Zweifel und Unzufriedenheit, wo vielleicht gar keine wären. Um dem entgegenzuwirken, ist transparente und proaktive Kommunikation entscheidend. 

Ein Faktor kommt den Gemeinden dabei zugute: Im Allgemeinen möchten Menschen über jene Dinge, die sie persönlich betreffen, korrekt informiert werden. Desinformation kann zwar nicht immer ferngehalten werden, doch mit manchen Schritten kann man die Bevölkerung dabei unterstützen, den Unterschied zwischen Fakten und Fake News besser im Überblick zu haben.

Das setzt parteiübergreifend eine hohe Verantwortung der Bürgermeister:innen sowie der Gemeinderät:innen  voraus. Der Stil politischer Diskussionen auf Gemeindeebene nämlich hat Auswirkungen auf die gesamte Diskursqualität. Dazu gehören der Verzicht auf populistische Zuspitzung sowie der Raum für respektvolle politische Debatten (Heinisch/Wegscheider 2020). Gerade in kleineren Gemeinderäten sollte das leichter sein.

Hinzu kommt die Verpflichtung zu regelmäßiger Informationsarbeit: Je besser die Bürger:innen informiert sind, desto weniger Raum bleibt für Spekulationen und Falschmeldungen. Insofern ist es sinnvoll, wichtige Informationen frühzeitig, verständlich und regelmäßig zu vermitteln. Transparenz wirkt diesbezüglich präventiv, da Desinformation häufig dort entsteht, wo Informationslücken wahrgenommen werden.

Gemeinden können zudem durchaus auch eine aktive Rolle in der Förderung von Medienkompetenz einnehmen. Das geht von Informationskampagnen bis zu Workshops für Schüler:innen ebenso wie für Erwachsene. Hier bieten sich Kooperationen mit Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen an, um Bürger:innen darin zu stärken, Informationen kritisch zu hinterfragen. Dazu gehört etwa das Erkennen von unseriösen Quellen, manipulierten Bildern oder emotionalisierender Sprache.

Online-Kommunikation mit den Bürger:innen kann Zeit sparen, doch zu meinen, dass Online-Formate die Bürger:innenversammlungen bzw. Informationsveranstaltungen obsolet machen, wäre ein Irrtum. Gerade weil die Desinformation im Netz zunimmt, braucht es den direkten Kontakt und das persönliche Gespräch mit den Bürger:innen. Das kann Missverständnisse reduzieren. Dennoch geht der Weg klar in Richtung digitale Verwaltung. Laut Digitalmonitor des Landes Niederösterreich können sich bereits 56 Prozent vorstellen, ihre Behördenwege (auch über die Gemeinde hinaus) gänzlich online zu erledigen. Weniger Anklang findet hingegen derzeit noch die Nutzung von KI in dieser Kommunikation (Institut für Strategieanalysen 2025). 

Auch die direkte Ansprache von Fake News ist sinnvoll. Sind tatsächlich falsche Behauptungen im Umlauf, sollten diese klar benannt und richtiggestellt werden. Dabei ist ein ruhiger, faktenbasierter Ton hilfreich, um nicht zusätzlich zur Polarisierung beizutragen. Regelmäßige Informationspolitik und Transparenz darüber, wie Entscheidungen zustande kommen, kann ebenfalls helfen, Vertrauen aufzubauen (Kohlenberger 2024, S. 184ff.).

Vorwürfe sind hingegen selten hilfreich. Wesentlich besser funktionieren eine sachliche Kommunikation, Fakten und durchaus auch deren Wiederholung, um zu deeskalieren. Langfristig braucht es eine Kombination aus Aufklärung, Offenheit und Dialog. Gemeinden, die aktiv zuhören, Fragen ernst nehmen und offen kommunizieren, schaffen eine vertrauensvolle Basis. So können sie nicht nur besser auf Desinformation reagieren, sondern auch präventiv dazu beitragen, dass Fake News weniger Wirkung entfalten. Insgesamt stärkt eine informierte Öffentlichkeit die demokratischen Entscheidungsprozesse (Merkel 2024).

Das bereits angesprochene Monitoring kann Konflikte aufgrund von Desinformation frühzeitig entgegentreten. Dazu gehören die Beobachtung sozialer Medien sowie rasche und direkte Rückmeldungen. Auch die Kooperation mit lokalen Multiplikator:innen, Medien und Institutionen kann wirksam sein. 

Die Bevölkerung wiederum braucht klare Ansprechpartner:innen bei der Gemeinde, die einheitliche Botschaften vermitteln. Ein starkes lokales Netzwerk an Vereinen, Schulen und anderen Institutionen erhöht zudem die Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation.

Naturgemäß obliegt auch der Bevölkerung ein gewisses Maß an Verantwortung. Die Bekämpfung von Fake News kann nicht ausschließlich Aufgabe der politischen Akteure sein. Ein wichtiger Schritt dabei ist, die eigenen Reaktionen zu beobachten. Social Media-Berichte, die besonders starke Emotionen wecken, neigen dazu, unwahr zu sein (Groß/Neckel 2021). 

In solch einem Fall hilft es, die Quellen zu überprüfen und verschiedene Medienberichte miteinander zu vergleichen. Generell machen sich ein kritischer Umgang mit Informationen und vor allem die aktive Teilnahme am demokratischen Diskurs bezahlt. 

Je größer die Unzufriedenheit, und in der Folge auch die Wut, desto weniger werden sich jene Menschen als Politiker:innen zur Verfügung stellen, die idealistisch und im Sinne der Region agieren. Wer aber engagiert sich dann noch? Von den im Jahr 2024 befragten aktiven Vizebürgermeister:innen etwa antwortete weniger als die Hälfte (47,8 Prozent) mit einem Ja auf die Frage, ob sie Ambitionen hätten, selbst Bürgermeister:in zu werden (Stainer-Hämmerle/Pöcher 2024). Ein Zusammenhang liegt nahe, weil die hohe Belastung auch als ein Gegenargument für eine Kandidatur angegeben wurde.

Ebenso gefährlich für eine Gemeinde kann es werden, wenn sich Bürger:innen politisch radikalisieren, wie es aktuell durch Influencer:innen über TikTok geschieht (vgl. Kaltenbrunner/Neuhold 2025). Einerseits wenden sich diese vom gemeinsamen Gestalten in der Kommune ab, andererseits steigt die Gefahr von Gewaltausbrüchen. Diese wiederum betreffen nicht nur größere Städte, sondern können auch für kleine Gemeinden zum Problem werden. Aufklärung allein wird auch hier nicht nützen. 

Als Handlungsmaxime kann nur gelten, was auch bei Fake News und Desinformation gilt: auf die Bevölkerung zugehen, das Gespräch suchen, sich im wörtlichen Sinne mit den Bedürfnissen, Sorgen und Wünschen der Bevölkerung auseinandersetzen (Ingruber/Filzmaier 2025, S. 373 f.).

Aufbau vertrauenswürdiger Kommunikationskanäle

Egal, ob eine Gemeinde zur Kommunikation mit der Bevölkerung GEM2GO, einen Social Media-Kanal oder einen Medienmix nützt, den essenziellen Unterschied macht die Vermittlung von Offenheit, Vertrauen und das Ernstnehmen der Bevölkerung. Insofern haben Apps oder Social Media im Kampf gegen Desinformation in der Gemeinde die altgedienten Informationsveranstaltungen noch nicht abgelöst. Gemeindezeitung, Gemeindenewsletter und die oben genannten Quellen können ebenfalls zur Aufklärung beitragen. Je stärker auch diese Kanäle genutzt werden, desto eher kann man der Wirkung von Falschmeldungen entgegenwirken.

Langfristig kann nur ein Zusammenspiel aus institutioneller Transparenz, politischer Verantwortung und gesellschaftlicher Medienkompetenz die Widerstandsfähigkeit von Gemeinden gegenüber Fake News stärken und das Vertrauen in demokratische Entscheidungsprozesse sichern. Wenn auf persönlicher Ebene zusammengearbeitet wird, wird zudem auch rasch deutlich, dass der kurze Vorteil aufgrund von polemischer Kommunikation weder für Politiker:innen noch für die Bevölkerung auf Dauer von Nutzen ist.

Literatur

  • Barlai, Melani (2025): The Theoretical Context of Democratic Backsliding in Europe. In: Barlai, M./Griessler, Chr./ Herbers, M./ Bos, E./Filzmaier, P./Hainzl, Chr. (eds.): Democratic Backsliding in Europe. Nomos.
    Brodnig, Ingrid (2024): Wider die Verrohung. Über die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten. Strategien & Tipps, um auf Emotionalisierung und Fake News besser antworten zu können. Wien: Christian Brandstätter Verlag.
  • Filzmaier, Peter/Ingruber, Daniela (2025): Populismus als Teil der Demokratie von heute? In: Notfall Demokratie. https://demokratie.humanrights.at/populismus-als-teil-der-demokratie-von-heute.
  • Groß, Eva/Neckel, Sighard (2021): Social Media und die Bedeutung von Emotionen in autoritär-nationalistischen Radikalisierungsnarrativen. In: B. Blättel-Mink (Hg.): Gesellschaft unter Spannung: Verhandlungen des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2020. https://doi.org/10.21241/ssoar.99499.
  • Heinisch, Reinhard/Wegscheider, Carsten (2020):  Zum Verhältnis des Populismus zur liberalen Demokratie. https://www.vr-elibrary.de/doi/10.7767/9783205233008.43.
  • Ingruber, Daniela (2026): Die Krise der (repräsentativen) Demokratie. in: Posch, Hanna/Küblböck, Karin: Die Vitalisierung der Demokratie. Wie Bürger:innenräte die Politik bereichern und zu besseren Entscheidungen beitragen können. (erscheint im Herbst 2026)
  • Ingruber, Daniela/Filzmaier, Peter (2025): Political Mistrust and the Crisis of Democracy: An Overview. In: Barlai, M./Griessler, Chr./ Herbers, M./ Bos, E./Filzmaier, P./Hainzl, Chr. (eds.): Democratic Backsliding in Europe. Nomos.
  • Institut für Strategieanalysen/ISA (2025). Digitalmonitor. Studie zur öffentlichen Meinung der niederösterreichischen Bürgerinnen und Bürger zur digitalen Verwaltung. Initiative „Mein Land denkt an morgen“ im Auftrag des Landes Niederösterreich.
  • Institut für Strategieanalysen/ISA (2025). Demokratieradar | Welle 3. Initiative „Mein Land denkt an morgen“ im Auftrag des Landes Niederösterreich. https://land-noe.at/noe/sub_Ergebnisse.html
    Kaltenbrunner, Stefan/Neuhold, Clemens (2025): Allahs mächtige Influencer. Wie TikTok-Islamisten unsere Jugend radikalisieren. Wien: edition a.
  • Kohlenberger, Judith (2024): Gegen die neue Härte. München: dtv.
    Merkel, Wolfgang (2024): Wie resilient ist unsere Demokratie? In: Aus Politik und Zeitgeschichte : APuZ, Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn, Iss. 27, pp. 18–23. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/demokratie-in-gefahr-2024/549906/wie-resilient-ist-unsere-demokratie.
  • Shapira, Natalie/Wendler, Chris/Yen, Avery/Sarti, Gabriele/Pal,  Koyena/Floody, Olivia et al. (2026): Agents of Chaos. Preprint 2026 (https://agentsofchaos.baulab.info/)
  • Stainer-Hämmerle/Pöcher (2024): Partizipation und Nachwuchsförderung in der Kommunalpolitik. Befragung der österreichischen Bürgermeister*innen und Vize-Bürgermeisterinnen 2024.
  • https://gemeindebund.at/website2024/wp-content/uploads/2024/05/umfrage-partizipation-und-nachwuchsforderung2024-stainer-hammerle.pdf

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