Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Gerlinde Muhr, Bürgermeisterin von Bischofstetten, wo die Idee einer „DAHOAM Community App“ entwickelt wurde.
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Ein Projekt stärkte digitale Kompetenzen in den Gemeinden
Digitalisierung in Gemeinden muss vor allem eines sein: alltagstauglich. Sie soll die Verwaltung vereinfachen, Abläufe effizienter machen und damit die Grundlage für noch bessere Services für die Bevölkerung schaffen. Die Geschäftsstelle für Digitalisierung und Innovation des Landes NÖ hat dazu in den vergangenen zwei Jahren mit dem Schwerpunkt „Digitale Gemeinde“ Impulse gesetzt, Bedürfnisse der Gemeinden aufgegriffen und praxisnahe Angebote auf den Weg gebracht.
Mehr als 700 Personen nahmen im Rahmen des Schwerpunkts „Digitale Gemeinde“ an Live-Webinaren im Rahmen des digiCAFÉ teil. Ergänzt wurde das Angebot durch Workshops etwa zu ID-Austria und Künstlicher Intelligenz sowie durch Praxisbeispiele aus dem „Digitalen Delikatessen Kochbuch“, das über 5.000-mal verteilt wurde.
So wurden gute Beispiele sichtbar und konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie digitale Lösungen Abläufe vereinfachen und den Service für Bürgerinnen und Bürger verbessern können. Innovative Formate wie die digiWERKSTATT, der Gemeinde-Hackathon im Haus der Digitalisierung in Tulln, gaben zusätzlichen Raum, um neue Ideen gemeinsam zu entwickeln und weiterzudenken.
App soll zum Einkaufen im Ort motivieren
Ein Beispiel dafür ist die Marktgemeinde Bischofstetten. Im Rahmen des Hackathons arbeiteten Studierende, Verwaltung und Wirtschaft an der Idee einer „DAHOAM Community App“. Die digitale Lösung soll lokale Betriebe, Angebote und Aktionen sichtbar machen und Bürgerinnen und Bürger motivieren, im Ort einzukaufen.
Bürgermeisterin Gerlinde Muhr betont: „Es war beeindruckend zu sehen, welche innovativen Ideen im Hackathon entstanden sind. Besonders wertvoll war die Zusammenarbeit von Studierenden, Verwaltung und IT-Unternehmen. Jetzt gilt es, mit passenden Partnern die Ideen auf die Strecke zu bringen oder mögliche bestehende Tools für die aktuellen Anforderungen weiterzuentwickeln. Wir sind dazu bereits im Austausch und wollen auch gemeindeübergreifend zusammenarbeiten, um Synergien zu nutzen.“
Konkrte Maßnahmen umgesetzt
Im digiMENTORING-Programm arbeiteten acht Gemeinden sechs Monate lang gemeinsam mit Expertinnen und Experten an der digitalen Weiterentwicklung ihrer Gemeinde. Dabei wurden die jeweilige Ausgangssituation analysiert, Bedarfe erhoben und darauf aufbauend Projekte geplant oder bereits umgesetzt. So entstanden ganz konkrete Maßnahmen, etwa eine Online-Terminbuchung oder Angebote zur Unterstützung bei der Einrichtung der ID Austria.
Die Gemeinde Raxendorf war eine, die diese Begleitung nutzte, um konkrete Schritte für die Verwaltung der Zukunft zu setzen. Im Fokus standen die Einführung eines elektronischen Akten- und Dokumentenmanagementsystems (ELAK) sowie weitere digitale Verbesserungen. Bürgermeister Johannes Höfinger sagt: „Das Programm hat uns konkrete Ansätze und wertvolle Einblicke gezeigt, wie Digitalisierung im Verwaltungsbereich Mehrwert schaffen kann – für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie für die Bevölkerung. Jetzt geht es an die weitere Umsetzung.“
Wissen, wie es um die Digitalisierung in der Gemeinde steht
Ein weiterer konkreter Baustein des zweijährigen Gemeinde-Schwerpunktes war der digi-Kompass. Dieser wurde im EU-Interreg-Projekt BRIE von der Universität für Weiterbildung Krems, der Dorf- und Stadterneuerung und Gemeinden entwickelt. Das kostenlose Online-Tool unterstützt Gemeinden dabei, ihren digitalen Stand einzuschätzen, Handlungsfelder zu erkennen und gezielt nächste Schritte zu setzen. Nun steht es allen Gemeinden in Niederösterreich zur Verfügung.