Gartenschlauch im Wasserbecken
Mit dem Poolfüllkalender können Poolbesitzer ihre geplante Befüllung digital bei der Gemeinde anmelden. Gemeinden legen fest, wie viele Befüllungen pro Tag möglich sind; Poolbesitzer buchen ihren Termin im Voraus.
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Freizeit

Digitaler Poolfüllkalender soll Wasserversorgung entlasten

2. Juli 2026
Ein eigener Swimmingpool gehört für viele Familien mittlerweile zur Normalität. Wenn jedoch viele Becken gleichzeitig befüllt werden, kann das die örtliche Trinkwasserversorgung kurzfristig belasten. Der Österreichische Verband der Schwimmbadwirtschaft (ÖVS) hat dafür ein digitales Werkzeug entwickelt: den Poolfüllkalender.

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) mit dem Titel „Wasserschatz Österreichs“ liegt der jährliche Wasserbedarf des Landes bei rund 3,1 Milliarden Kubikmetern. Die öffentliche Wasserversorgung benötigt derzeit etwa 753 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Sie wird zur Gänze aus Grundwasser gedeckt, also aus Brunnen und Quellen. Bis zum Jahr 2050 rechnet die Studie mit einem Anstieg auf 830 bis 850 Millionen Kubikmeter.

In österreichischen Haushalten werden im Schnitt 130 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag verbraucht. Den größten Anteil daran hat die Toilettenspülung mit 25 Prozent, gefolgt von Duschen und Baden mit 22 Prozent. Auf Wäschewaschen entfallen 10 Prozent, auf Geschirrspülen 2 Prozent. Der Außenbereich macht rund 14 Prozent aus. Dazu zählen unter anderem Autowäsche, Gartenbewässerung und eben auch Pools.

ÖVS-Geschäftsführer Jürgen Rathmanner betont, dass private Pools im Gesamtverbrauch keine große Rolle spielen. Lokal könnten sie jedoch spürbar werden, wenn viele Becken zur gleichen Zeit befüllt werden. Es gehe daher nicht darum, die Poolnutzung zu dramatisieren, sondern Verbrauchsspitzen planbar zu machen.

So funktioniert der Poolfüllkalender

Mit dem Poolfüllkalender können Poolbesitzer ihre geplante Befüllung online bei der Gemeinde anmelden. Die Gemeinde legt dabei fest, wie viele Befüllungen pro Tag möglich sind. Wer einen Pool befüllen möchte, bucht dafür vorab einen Termin. Ist das Tageslimit erreicht, sind an diesem Tag keine weiteren Anmeldungen mehr möglich.

Das System lässt sich in bestehende Gemeindehomepages einbinden. Gemeinden können darüber hinaus Informationen zu wassersparenden Maßnahmen oder alternativen Wasserquellen zur Verfügung stellen.

ÖVS-Präsident Wolfgang Grabner sieht darin ein einfaches Werkzeug, um Versorgungssicherheit und private Nutzung besser aufeinander abzustimmen. Poolbesitzerinnen und Poolbesitzer würden damit einen konkreten Beitrag zu einem geordneten Umgang mit Wasser leisten.

Pool als Teil des Sommeralltags

Mit Beginn der Sommerferien rücken Urlaub und gemeinsame Zeit im Freien wieder in den Vordergrund. Rathmanner beschreibt Gärten als private Rückzugsorte und soziale Treffpunkte für Familien und Freunde. Ein Pool sei längst kein Luxusobjekt mehr, sondern in vielen Haushalten fest etabliert. Angesichts steigender Mobilitäts- und Energiekosten gewinne der Urlaub zu Hause zusätzlich an Bedeutung. Für Kinder könne ein Pool zudem einen vertrauten Zugang zum Schwimmenlernen bieten, sofern Aufsicht und Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind.

Bereits in mehreren Gemeinden im Einsatz

Gemeinden wie Schwertberg, Kraubath und Gleinstätten setzen den Poolfüllkalender bereits ein, um ihre Befülltermine zu steuern. Für die ersten zehn Gemeinden, die sich für das System entscheiden, ist die Nutzung kostenlos. Laut ÖVS gibt es dafür noch freie Kapazitäten.

http://www.poolfuellkalender.at