KOMMUNAL IMPULS AWARD Sieger
Die Vertreterinnen und Vertreter der 21 am Siegerprojekt beteiligten Gemeinden mit Kommunal-Verlag-Geschäftsführer Michael Zimper, Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl und Innenminister Karl Nehammer.

Das war der KOMMUNAL IMPULS AWARD 2021

3. Oktober 2021
Das Sozialprojekt „Nachbarschaftshilfe plus“ gewann beim KOMMUNAL IMPULS AWARD 2021 die Gesamtwertung. Damit können sich gleich 21 Ortschefs als „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Jahres“ bezeichnen.

Insgesamt 114 Projekte wurden für den KOMMUNAL IMPULS AWARD 2021 und den A1 Digital Award eingereicht und von einer prominent besetzten Fachjury bewertet. Innen- und Gemeindeminister Karl Nehammer nahm die Siegerehrung vor.

Das Siegerprojekt „Nachbarschaftshilfe plus“ startete schon im Jahr 2014 mit sechs burgenländischen Vorreitergemeinden. „Damals war nicht klar, ob und wie stark das Angebot tatsächlich im ländlichen Raum gebraucht wird. Heute wissen wir es besser. Die Standortkoordinatorinnen haben mit viel Herz und persönlichem Einsatz seit dem Start bis jetzt über 30.000 soziale Dienste koordiniert und damit nicht nur älteren Menschen ermöglicht, eigenständig ihren Alltag mit Lebensqualität zu gestalten und ihre Kontakte zu pflegen, sondern auch das Ehrenamtspotenzial in den Gemeinden sichtbar gemacht, gefördert und in Wert gesetzt. Das Projekt stärkt wieder den sozialen Kitt in Gemeinden“, erläutert Geschäftsführerin Astrid Rainer. Mittlerweile sind 21 Gemeinden an dem Projekt beteiligt. 

Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass alte Menschen so lange wie möglich selbstständig und in der vertrauten Umgebung – zu Hause, in der eigenen Gemeinde – eine hohe Lebensqualität genießen können, und dies durch gegenseitige Hilfe.

Mithilfe von rund 600 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden etwa Fahr- und Begleitdienste, ein Einkaufsservice oder auch Begleitung für Spaziergänge angeboten. 

Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mit­arbeiter sind versichert, erhalten Fahrtspesen­ersatz und werden von der Standortkoordinatorin betreut. Sie können frei entscheiden, welche Dienste sie übernehmen und in welchem Zeitumfang sie das tun. Auf persönliche Vorlieben wird Rücksicht genommen. So können zum Beispiel besonders tierfreundliche Ehrenamtliche Hundespaziergänge für Personen übernehmen, die sich in Quarantäne befinden. Geschäftsführerin Rainer: „Oft engagieren sich Zugezogene im Projekt und gewinnen so nette Freunde.“ 

Die weiteren Kategoriesieger

Kategorie Soziales

Nachbarschaftshilfe plus, 21 Gemeinden im Burgenland

siehe oben

Kategorie Nachhaltigkeit 

Abwasser als erneuerbare Energiequelle, Gemeinde Kapfenberg/Mürzverband (Stmk.)

In Kapfenberg wurde untersucht, wie die in der Kläranlage verfügbare Wärme in die lokale Energieversorgung (Fernwärmenetz) eingebunden werden kann.

Da in der Nähe der Kläranlage eine neue Wohnanlage mit 220 Wohnungen und entsprechendem Wärmebedarf entstand, konnte im Rahmen eines Forschungs­projekts getestet werden, wie die in Abwasser enthaltene Restwärme zum Heizen nutzbar gemacht werden kann.

Es zeigte sich, dass es im Sommer möglich ist, den gesamten Wärmebedarf der Wohnsiedlung mit Energie aus der Kläranlage zu decken. Im Winter sind es immerhin auch noch 50 Prozent.

Kategorie Wirtschaftsimpuls

Innovationszentrum W.E.I.Z. Gemeinde Weiz (Stmk.)

Die Idee, ein „Weizer Energie-Innovations-Zentrum“ (kurz W.E.I.Z.) zu entwickeln und zu bauen, entstand schon vor rund 25 Jahren. Für die Initiatorinnen und Initiatoren des W.E.I.Z. war die inhaltliche Orientierung auf den für die Stadt Weiz prägendsten Wirtschaftsbereich „Energie“ am wesentlichsten. Zudem setzte man auf das Leitthema „Innovation“, wodurch hochwertige Arbeitsplätze entstanden. Heute umfasst das Innovationszentrum 35 Betriebe, ca. 350 Beschäftigte sowie 250 Studentinnen und Studenten. Der letzte Strukturanpassungsprozess fand in den Jahren 2020/2021 statt, wodurch ein kräftiger Wirtschaftsimpuls für die Region erreicht werden sollte.

Kategorie Bürgerkommunikation 

Transparenzbericht Gemeinde Hornstein (Bgld.)

Mit dem Transparenzbericht kommt die Gemeinde nicht nur den rechtlichen Verpflichtungen nach, sondern diese werden im Sinne einer gläsernen Finanzgebarung übertroffen. Der Bericht beinhaltet alle relevanten Finanzdaten. Gleichzeitig werden alle Auftragsvergaben über 5.000 Euro sowie Förderungen, die die Gemeinde bezahlt hat, veröffentlicht.

Seit einem Jahr ist Hornstein auch Mitglied beim Verein Transparency International, der den Transparenzbericht bereits vorab begutachtet hat. „Es freut, dass wir seitens des Vereins so positives Feedback erhalten haben. In Abstimmung mit dem Verein erarbeiten wir weitere Maßnahmen, hin zu noch mehr Transparenz“, sagt Bürgermeister Christoph Wolf.

Der A1 KOMMUNAL Digital Award 

Im Rahmen des KOMMUNAL IMPULS wurde erstmals auch der A1 KOMMUNAL Digital Award vergeben. Ausgezeichnet wurden gleich drei erfolgreiche Digitalisierungsprojekte österreichischer Gemeinden.

Papierlose Kommunalverwaltung, Gemeinde St. Marien (OÖ) 

Die Gemeinde hat ihre Administration gänzlich digitalisiert. Den Kundinnen und Kunden bleibt jedoch freigestellt, wie beispielsweise Anträge bei der Verwaltung eingebracht werden können. Egal ob mündlich, schriftlich oder digital, die Anbringen werden beim Einlangen harmonisiert und zu digitalen Auslösern der kommunalen Geschäftsprozesse. Auch der Output erfolgt ausschließlich digital, und zwar in der Form, dass ein digitaler Datenstrom an die Post übertragen wird.

LoRaWAN – Kleine Gemeinde neu gedacht, Gemeinde Neuhaus (Kärnten)

Basierend auf der Funktechnologie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) hat die Gemeinde Neuhaus einen neuen Weg in Richtung Digitalisierung eingeschlagen. Umgesetzt wurden etwa die automatisierte tägliche Auslesung der Funkwasserzähler, die Messung der Fahrbahnoberflächentemperatur zur Disposition der Streuwagen oder ein CO₂-Monitoring in Schulklassen.

Digitale Sicherheit – einfach umgesetzt, Gemeinde Gleisdorf (Stmk.)

Gemeinsam mit einem Partnerunternehmen wurden in der Stadtgemeinde Gleisdorf innerhalb von weniger als sechs Monaten nicht nur die Brandschutzprozesse elektronisch abgebildet, sondern auch der Aufwand um einiges verringert und die Sicherheit der Bürger wesentlich erhöht. Der Aufwand und die Kosten waren im Vergleich zum Nutzen sehr gering und amortisierten sich in kurzer Zeit.

A1 KOMMUNAL Digital Award