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Ein Dorfladen ist Einkaufsort wie Treffpunkt. Eigentümergeführte Läden sollen länger aufsperren dürfen.
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Wirtschaft

Mehr Spielraum für kleine Geschäfte und digitale Nahversorger

In die Debatte über eine Liberalisierung der Geschäftsöffnungszeiten dürfte Bewegung kommen. Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) will die Öffnungszeiten für eigentümergeführte Geschäfte ausweiten, in denen der Unternehmer selbst arbeitet. Zudem plant er längere Öffnungszeiten für personallose Nahversorger und Smart Stores. Um die viel debattierte Sonntagsöffnung geht es ihm derzeit nicht.

„Die Menschen leben längst im 21. Jahrhundert. Unsere Ladenöffnungszeiten müssen dort endlich ankommen“, sagt Schellhorn. Nicht zuletzt gehe es darum, wie man lebendige Ortskerne mit Nahversorgern erhalten könne. Beide Vorschläge sollen noch diese Woche den Regierungspartnern ÖVP und SPÖ zur Koordinierung vorgelegt werden.

Handel ist uneins

In der Branche gehen die Meinungen auseinander. Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti forderte zuletzt, die Öffnungszeiten von 72 auf 78 Wochenstunden auszuweiten. Spar zeigt sich hingegen mit 72 Stunden und den geltenden Sonderregelungen zufrieden.

Gemeindebund begrüßt die Vorschläge

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl begrüßt die Vorschläge für flexiblere Öffnungszeiten bei inhabergeführten Geschäften und personallosen digitalen Nahversorgern. „Ein kleiner Nahversorger am Land muss sich rechnen. Dafür brauchen die Kaufleute passende Rahmenbedingungen. Längere Öffnungszeiten sowie hybride und digitale Geschäftsmodelle können dazu beitragen, bestehende Geschäfte zu erhalten und Versorgungslücken zu schließen“, sagt Pressl.

Der Gemeindebund hat bereits 2025 in einem Positionspapier konkrete Vorschläge zur Sicherung der Nahversorgung vorgelegt. Demnach sollen vollautomatisierte Läden ohne Verkaufspersonal in unterversorgten Gebieten an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr öffnen dürfen.

Bis zu 82 Stunden für Hybridmärkte

Für Hybridmärkte spricht sich Pressl für eine Ausweitung der wöchentlichen Öffnungszeiten von 72 auf bis zu 82 Stunden aus. Die zusätzlichen Stunden sollen durch den Betrieb ohne Verkaufspersonal möglich werden. „Wenn digitale Technik längere Einkaufszeiten ermöglicht, müssen auch die gesetzlichen Regeln mitziehen. Die zusätzlichen Einkaufszeiten sollen ohne längere Arbeitszeiten für die Beschäftigten möglich werden. Ihre Schutzbestimmungen müssen selbstverständlich gewahrt bleiben“, erklärt Pressl.

Leerstände in Ortskernen nutzen

Aus Sicht des Gemeindebundes braucht es für eine wirtschaftlich tragfähige Nahversorgung weitere Vereinfachungen. Leerstehende Gebäude in Ortskernen sollen einfacher für Geschäfte genutzt werden können. Dafür seien auch Erleichterungen im Bau-, Gewerbe- und Denkmalschutzrecht notwendig.

Zusätzliche Kundschaft könnte die Verbindung eines Lebensmittelgeschäfts mit einer Postpartnerstelle oder einem kleinen gastronomischen Angebot bringen. Gemeinsam genutzte Räume senken zudem die Kosten.

„Ein Dorfladen ist Einkaufsort und Treffpunkt. Wenn er zusperrt, verliert der Ort ein Stück Lebensqualität“, sagt Pressl. Er freue sich, dass die Bundesregierung das Thema aufgegriffen hat, und hoffe auf rasche Änderungen bei den Öffnungszeiten.

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