Bürgermeisterin Bettina Lancaster und Bürgermeisterin Daniela Kampfl
Die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes, Bürgermeisterin Bettina Lancaster und Bürgermeisterin Daniela Kampfl.
© Gemeindebund

Mehr Frauen denn je an den Gemeindespitzen

9. Oktober 2026
In Österreichs Gemeinden gibt es so viele Bürgermeisterinnen wie noch nie. Anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober weist der Österreichische Gemeindebund auf ihre Bedeutung als Vorbilder hin. Bürgermeisterinnen zeigen vor Ort, was möglich ist. Sie sollen Mädchen und junge Frauen ermutigen, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihre Gemeinden mitzugestalten.

Erstmals in der Geschichte Österreichs stehen 253 Frauen an der Spitze einer Gemeinde. Der Frauenanteil im Bürgermeisteramt liegt damit bei 12 Prozent. Vor zehn Jahren sah das noch anders aus: 2016 gab es 154 Bürgermeisterinnen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 64 Prozent oder rund 100 Frauen mehr im Amt. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Zahl sogar mehr als verfünffacht. 1999 gab es in Österreich nur 45 Bürgermeisterinnen.

„Noch viel Luft nach oben“

Die Vizepräsidentinnen des Österreichischen Gemeindebundes, Bürgermeisterin Daniela Kampfl und Bürgermeisterin Bettina Lancaster, sehen in der Entwicklung einen wichtigen Schritt. „Wenn Mädchen schon in jungem Alter Frauen in politischen Spitzenpositionen erleben, hat das bereits einen nicht zu vernachlässigenden Nachahm-Effekt“, sagen sie.

Gleichzeitig verweisen sie auf den Aufholbedarf: „Wir sehen aber auch, dass noch viel Luft nach oben ist. Es ist wichtig, dass Frauen in den Kommunen mitbestimmen. Mit der politischen Nachwuchsförderung kann man nicht früh genug beginnen.“ Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei weiblich. Deren Interessen und Lebensrealitäten sollten in der Politik entsprechend vertreten sein. Die beiden Vizepräsidentinnen rufen Mädchen und Frauen in ganz Österreich auf: „Macht mit, engagiert euch! Die Kommunalpolitik ist dafür der beste Einstieg.“

Schnuppern in der Kommunalpolitik

Rund um den Weltmädchentag laden Gemeinden in ganz Österreich Mädchen und junge Frauen gezielt zu einem „Schnuppern“ in der Kommunalpolitik ein. Das geschieht im Rahmen der Initiative „Girls in Politics“. Ziel ist es, das Interesse der Mädchen an der Politik vor Ort zu wecken. Zugleich können sie ihre eigenen Sichtweisen einbringen.

Niederösterreich liegt vorne

Zwischen den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. In Niederösterreich wurde Anfang September die 100. Bürgermeisterin gewählt. Mit einem Frauenanteil von 17,5 Prozent liegt das Bundesland damit an der Spitze. Auf Platz zwei folgt Oberösterreich mit 56 Bürgermeisterinnen oder 12,8 Prozent. In Salzburg führen 14 Frauen eine Gemeinde, das sind 11,8 Prozent.

Das Burgenland zählt 17 Ortschefinnen (9,9 Prozent), Vorarlberg neun (9,4 Prozent) und die Steiermark 25 (8,8 Prozent). In Tirol stehen 22 Frauen an der Spitze einer Gemeinde (7,9 Prozent). In Kärnten sind es zehn (7,6 Prozent).

Zwei Frauen an der Spitze

In 25 Gemeinden sind gleich zwei Frauen in führender Rolle: Neben der Bürgermeisterin ist dort auch eine Frau (erste) Vizebürgermeisterin. Zählt man jene Gemeinden dazu, in denen neben der Bürgermeisterin eine Frau das Amt der zweiten Vizebürgermeisterin innehat, sind es 31.

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