Symbol für AI Slop
Ein prägnanter Begriff in Zusammenhang mit der KI-Content-Flut ist „AI Slop“, also massenhaft produzierte, oft oberflächliche KI-Inhalte (deutsch: KI-Schrott). Auch wenn der Begriff selbst hierzulande noch nicht breit bekannt ist, nimmt die Mehrheit das Phänomen belangloser und austauschbarer Inhalte bereits aktiv wahr.
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Digitalisierung

KI-Inhalte stoßen auf wachsende Skepsis

30. Juni 2026
Eine repräsentative Studie des Research-Instituts Marketagent zeigt: Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher nutzt künstliche Intelligenz aktiv, blickt aber zunehmend kritisch auf die wachsende Menge an KI-generierten Inhalten.

83 Prozent der Befragten nutzen KI-Anwendungen aktiv, jede zweite Person sogar mindestens einmal pro Woche. Besonders stark verbreitet ist die Nutzung bei jungen Menschen: Vier von fünf Vertreterinnen und Vertretern der Generation Z setzen regelmäßig auf KI-Tools. Am häufigsten werden diese zur schnellen Recherche und Informationsbeschaffung eingesetzt.

Trotz der breiten Nutzung bleibt die Haltung gegenüber KI gespalten. Rund ein Drittel der Bevölkerung steht der Technologie grundsätzlich positiv gegenüber, jede fünfte Person lehnt sie hingegen klar ab.

Kritik an der Masse an KI-Inhalten

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Inhalten wächst auch die Kritik daran. 58 Prozent der Befragten begegnen solchen Inhalten regelmäßig. 41 Prozent bewerten die wachsende Masse an KI-generierten Texten und Bildern negativ, mehr als jede zweite Person konsumiert sie eher ungern. Die wahrgenommene Qualität schätzen die Befragten im Schnitt nur als mittelmäßig ein.

Forderung nach Kennzeichnungspflicht

Ein zusätzliches Problem ist die mangelnde Erkennbarkeit von KI-Inhalten: Nur rund ein Viertel der Bevölkerung fühlt sich sicher darin, solche Inhalte zuverlässig zu identifizieren. Eine überwältigende Mehrheit von 85 Prozent fordert deshalb eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten.

„Transparenz ist ein zentrales Schlüsselthema im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Nutzerinnen und Nutzer wollen wissen, womit sie es zu tun haben und fordern klare Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Informationslandschaft“, erklärt Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent.

Veränderungen in sozialen Medien

Besonders betroffen sind soziale Medien. Jede dritte befragte Person berichtet von einem veränderten Nutzungsverhalten: Das Vertrauen sinkt, Inhalte werden kritischer hinterfragt, ein Drittel reduziert bewusst den eigenen Social-Media-Konsum. Gleichzeitig gewinnen Inhalte mit erkennbar menschlichem Ursprung sowie bekannte Absenderinnen und Absender an Bedeutung.

„AI Slop“ als wachsendes Phänomen

Im Zusammenhang mit massenhaft produzierten, oberflächlichen KI-Inhalten hat sich der Begriff „AI Slop“ (deutsch: KI-Schrott) etabliert. Auch wenn der Begriff selbst noch wenig bekannt ist, nehmen 71 Prozent der Befragten das Phänomen bereits wahr. Als größte Risiken nennen sie sinkende Qualität von Online-Inhalten, gezielte Manipulation und die Verbreitung von Desinformation. Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass diese Entwicklung künftig weiter zunimmt.


Ausblick

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich: Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben“, sagt Marketagent-Gründer Thomas Schwabl. Für Medien, Plattformen und Marken ergebe sich daraus eine klare Aufgabe: Wer langfristig relevant bleiben wolle, müsse technologisch mithalten und gleichzeitig Vertrauen durch Klarheit, Qualität und eine erkennbare menschliche Handschrift schaffen.

Für die Studie befragte Marketagent zwischen 9. und 15. April 2026 insgesamt 1.016 Personen zwischen 14 und 75 Jahren in Österreich. Die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

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