Glasfaserkabel in einem Graben
Die Lage im Alpenraum und anspruchsvolle Grabungsbedingungen erfordern eine Kombination aus Bundesförderung und der Landes-Top-Up-Förderung, um gerade auch in diesen Gebieten eine gigabitfähige Breitbandinfrastruktur zu ermöglichen.
© Natallia - stock.adobe.com

Glasfaseroffensive bringt digitale Infrastruktur in den ländlichen Raum

18. Juni 2026
Vorarlberg treibt den Ausbau von gigabitfähigen Breitbandnetzen voran. Die illwerke vkw AG hat ihre aktuellen Ausbauaktivitäten auf 23 Gemeinden ausgeweitet.

Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur ist in vielen Regionen mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die geografische Lage im Alpenraum sowie schwierige Grabungsbedingungen erhöhen den Aufwand für die Verlegung der Leitungen. Deshalb werden Projekte durch eine Kombination aus Bundesförderungen und einer ergänzenden Landesförderung unterstützt.

Mit der sogenannten Top-Up-Förderung beteiligt sich das Land an Projekten der Förderinitiative „Breitband Austria 2030“. Die Landesförderung kann bis zu 25 Prozent der Investitionskosten betragen. Für die Talschaften Montafon und Großes Walsertal ist als nächster Schritt eine Förderung des Landes in Höhe von 5,2 Millionen Euro vorgesehen.

Ausbauarbeiten in mehreren Regionen

Nach Angaben von Quido Salzmann, Vorstand der illwerke vkw AG, laufen derzeit in 13 Gemeinden Tiefbauarbeiten für den Ausbau der Glasfasernetze. In weiteren zehn Gemeinden haben die Arbeiten bereits begonnen oder sind noch für dieses Jahr beziehungsweise Anfang 2027 geplant.

In den kommenden zehn Jahren will das Unternehmen rund 382 Millionen Euro in die Glasfaserinfrastruktur investieren. Ziel ist es, etwa 60.000 Haushalte an gigabitfähige Internetanschlüsse anzubinden. Das entspricht rund 30 Prozent aller Haushalte im Land.

Derzeitige und geplante Ausbautätigkeiten:

  • Bregenzerwald: Derzeit laufen Tiefbauarbeiten in Schwarzenberg, Reuthe, Hittisau, Lingenau, Langenegg, Sulzberg, Doren und Bezau. In Au, Schoppernau, Mellau und Schnepfau laufen die Ausbauarbeiten
  • Montafon: In Gaschurn wird aktuell gebaut, in Bartholomäberg und Tschagguns sind die Ausbautätigkeiten bereits im Gange
  • Großes Walsertal: Raggal und Thüringerberg befinden sich im Ausbau; in Blons, St. Gerold, Sonntag und Fontanella sind die Arbeiten ebenso bereits angelaufen
  • Klostertal: Mit dem Klostertal wird eine weitere Talschaft in die Ausbaupläne aufgenommen mit bereits konkreteren Plänen für Dalaas.

Die Glasfaserinfrastruktur wird in Zusammenarbeit mit den Gemeinden ausgebaut und den Betreibern über ein Open-Access-Modell zur Verfügung gestellt. Mit diesem „offenen“ Modell soll gewährleistet werden, dass alle Anbieter die gleiche Infrastruktur nutzen, der Wettbewerb sich auf Diensteebene entwickelt und die Endkunden frei zwischen den verschiedenen Anbietern die für sie besten Produkte für Internet, TV und Telefonie wählen können. Ein kostspieliger Mehrfachausbau der Breitbandnetze soll somit vermieden werden.

Schlagwörter