Bürgermeister von Kostelní Lhota Tomáš DROBNÝ, Theres Friewald-Hofbauer, Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Kreishauptfrau von Mittelböhmen Petra Pecková, die Sieger aus Valposchiavo, Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Juryvorsitzende Nadja Häupl
Der Bürgermeister von Kostelní Lhota Tomáš Drobny, Theres Friewald-Hofbauer, Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Kreishauptfrau von Mittelböhmen Petra Pecková, die Sieger aus Valposchiavo, Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Juryvorsitzende Nadja Häupl
© NLK Khittl

Fünf österreichische Gemeinden beim Europäischen Dorferneuerungspreis geehrt

21. September 2026
Die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung verlieh in der tschechischen Gemeinde Kostelní Lhota den European Village Renewal Award (EV!RA) 2026. Rund 600 Gäste aus rund 30 europäischen Ländern und Regionen nahmen an der Feier teil, darunter zahlreiche hochrangige Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft und Diplomatie. Der Wettbewerb stand heuer unter dem Motto „All different. All together“ und wurde zum 19. Mal seit 1990 ausgetragen.

Gesamtsieger des Bewerbs war der Interkommunale Verbund Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden. Insgesamt hatten sich 25 Orte, Gemeinden und interkommunale Verbunde um die Auszeichnung beworben. Die 20-köpfige internationale Jury unter dem Vorsitz von Nadja Häupl, Städtebau-Professorin an der Universität Anhalt in Dessau, vergab neben dem Gesamtsieg sieben EV!RA in Gold, dreizehn in Silber und vier in Bronze.

Zwei Goldauszeichnungen für Österreich

Aus Österreich schafften es zwei Orte in die Gold-Kategorie: Bad Traunstein in Niederösterreich und Lans in Tirol. Kleinzell in Oberösterreich und St. Paul im Lavanttal in Kärnten erhielten Silber. Weingraben im Burgenland wurde mit Bronze ausgezeichnet. Damit war Österreich mit fünf Preisträgerorten aus vier Bundesländern vertreten.

Gesamtsieger setzte auf regionale Kreisläufe

Der Interkommunale Verbund Valposchiavo überzeugte die Jury vor allem mit dem Leitprojekt „100% Valposchiavo“. Es setzte auf regionale Wertschöpfung, nachhaltige Landwirtschaft und starke lokale Kreisläufe. Das Projekt verband Tradition mit Innovation und berücksichtigte nach Angaben der Veranstalter durch einen inklusiven Ansatz die Bedürfnisse aller Bewohnerinnen und Bewohner.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die von der Vollversammlung für weitere vier Jahre als Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung wiedergewählt wurde, bezeichnete den EV!RA als „eine europäische Ideenbörse für die Zukunft unserer ländlichen Räume“. Ländliche Räume seien keine Problemzonen, sondern Zukunftsräume.

Die mittelböhmische Kreishauptfrau Petrá Peckova betonte, die Zukunft ländlicher Räume hänge nicht allein von Investitionen ab, sondern vor allem von engagierten Menschen, von Zusammenarbeit und vom Mut zu Innovationen. Das gelte besonders im Umgang mit dem Klimawandel, dem demografischen Wandel und der Digitalisierung.

Erstmals Auszeichnung für eine Einzelperson

Neu war die Auszeichnung „EV!RA Laureate“. Mit ihr würdigte die Europäische ARGE erstmals nicht nur Orte und Gemeinden, sondern auch Personen, die sich um die Zukunft ländlicher Räume in Europa verdient gemacht hatten. Erste Preisträgerin war Theres Friewald-Hofbauer, die über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in der ARGE einnahm und alle 19 Wettbewerbsrunden mitprägte.

Alle Preisträger im Überblick

Gold:

  • Bad Traunstein (Niederösterreich, AT)
  • Budmerice (Bratislavský kraj, SK)
  • Lans (Tirol, AT)
  • Quirnbach (Rheinland-Pfalz, DE)
  • Rühn (Mecklenburg-Vorpommern, DE)
  • Taufers im Münstertal (Südtirol, IT)
  • Walce (Opole, PL)

Silber:

  • Bernsdorf (Sachsen, DE)
  • Črna na Koroškem (Koroška, SI)
  • Kleinzell (Oberösterreich, AT)
  • Kyjatice (Banskobystrický kraj, SK)
  • Obere Vils-Ehenbach (Bayern, DE)
  • Oberseelbach (Hessen, DE)
  • Písečná (Pardubický kraj, CZ)
  • Redzikowo (Pomorskie, PL)
  • Schleberoda (Sachsen-Anhalt, DE)
  • St. Paul im Lavanttal (Kärnten, AT)
  • Szögliget (Borsod-Abaúj-Zemplén, HU)
  • Vacov (Jihočeský kraj, CZ)
  • Wëntger (Clerf, LU)

Bronze:

  • Łagiewniki-Kościelne (Wielkopolskie, PL)
  • Ooltgensplaat (Zuid-Holland, NL)
  • Vier Nordlichter (Niedersachsen, DE)
  • Weingraben (Burgenland, AT)

Der European Village Renewal Award wurde 1990 von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ins Leben gerufen. Er wurde alle zwei Jahre vergeben und sollte den Erfahrungsaustausch zwischen ländlichen Regionen in Europa fördern.