Großschönau
Bürgermeister Martin Bruckner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und geschäftsführender Gemeinderat Klaus Stebal.
© NLK Pfeiffer

Fünf "e" für Großschönau

17. September 2018
Als erste Gemeinde Niederösterreichs schaffte Großschönau beim e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden die höchste Auszeichnungsstufe von fünf „e“. Seit mehr als 20 Jahren spielen Energie, Klimaschutz und Zukunftsvorsorge eine bedeutende Rolle in Großschönau und machen die Gemeinde als „Energie-Dorf" weit über die Landesgrenzen bekannt.

Bereits 1986 wurde als erster Schritt die Bioenergiemesse (BIOEM) ins Leben gerufen, wo sich jährlich etwa 20.000 Menschen über die neuesten Produkte im Bereich Energieeffizienz und Bioenergie informieren.

Passivhausdorf zum Probewohnen

In den neunziger Jahren entstand ein Biomasse-Heizwerk. Der Beschluss zum Konzept Sonnenplatz Großschönau fiel zehn Jahre später. Ein Passivhausdorf zum Probewohnen, ein Kompetenzzentrum für Bauen und Energie und eine Energie-Erlebniswelt „Sonnenwelt" sollen Tourismus und Wirtschaft ankurbeln. Mit dem Beitritt zum e5-Programm im März 2012 setzte Großschönau einen wichtigen energiepolitischen Schritt, um die Kontinuität des eingeschlagenen Weges zu sichern. Die Erstellung des e5-Energieleitbildes für Großschönau und des Umsetzungskonzepts „Übermorgen selbst versorgen" für die Region stellen eine gute Grundlage für den maßnahmenorientierten e5-Prozess dar.

Infrastruktur für e-Bikes ausgebaut

In den letzten Jahren wurden vier e-Ladestellen errichtet, das Radwegenetz und Radinfrastruktur ausgebaut, ein e-Bike-Verleih und eine Nahversorgerbörse eingerichtet.

„Mit der Erreichung des fünften ‚e‘ hört die Arbeit für das e5-Team jedoch nicht auf. Wir möchten unseren Status halten und verfolgen weiter das Ziel, gemeinsam mit den Partnergemeinden der Energie- und Modellregion Lainsitztal und Umgebung, bis 2030 energieautark zu sein“, gibt Bürgermeister Martin Bruckner die Marschrichtung vor.

Zehn Gemeinden ausgezeichnet

Insgesamt zehn Gemeinden wurden heuer ausgezeichnet. Mank, Hafnerbach und Ernstbrunn schaffen bereits bei ihrer ersten Auditierung vier „e“. Mit drei „e“ starten die Gemeinden Oberwaltersdorf, Echsenbach und Leobersdorf ins e5-Programm. Die Stadtgemeinde Laa an der Thaya konnte bei der zweiten Auditierung auf das dritte „e“ ausbauen. Gaweinstal und Krummnussbaum starten mit je zwei „e“.

Große Erfolge der niederösterreichischen Gemeinden

Die umgesetzten Maßnahmen der niederösterreichischen Gemeinden können sich international sehen lassen. Besonders hervorzuheben sind die Sanierungserfolge öffentlicher Gebäude, die Modernisierung von Straßenbeleuchtungen, die Umsetzung von Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung und der Aufbau von e-Carsharing-Modellen.

„Die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich steht den Gemeinden mit ihren Expertinnen und Experten mit Rat und Tat zur Seite. Damit wird es für Gemeinden leichter, konkrete Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Bis ins Jahr 2020 wollen wir 50 Vorreitergemeinden im e5-Programm betreuen“, so Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ.