Gruppenbild mit angehenden Klimagärtnern am Tullner Nibelungenplatz: Finanzgemeinderat Markus Mayer, Josef Berger, Klimagärtner-Lehrling Selina Oberndorfer, Stadtrat Hubert Herzog, Klimagärtner-Lehrling Simon Kaplan, Bürgermeister Peter Eisenschenk, Stadtgärtner Mario Jaglarz und Lehrer Lukas Graser
© Stadtgemeinde Tulln
Erste Stadt bildete Klimagärtner aus
Die Stadt Tulln bildet erstmals Lehrlinge im neuen Beruf „Klimagärtner“ aus. Damit ist die niederösterreichische Stadt nach eigenen Angaben die erste Gemeinde Österreichs, die diese Ausbildung anbietet. Der neue Lehrberuf verbindet klassische Gartenarbeit mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.
Simon Kaplan absolviert bereits das zweite Lehrjahr als Klimagärtner. Er arbeitet im Gartenteam des Tullner Bauhofs und besucht die Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Wien. Dort wurde der neue Lehrberuf entwickelt.
Mit Selina Oberndorfer startet nun auch die erste junge Frau in Tulln diese Ausbildung. Sie besucht die Gartenbauschule Langenlois, die den neuen Ausbildungszweig mittlerweile ebenfalls anbietet.
Auf dem Lehrplan stehen unter anderem klimaangepasste Pflanzenauswahl, die Förderung der Biodiversität, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Dabei geht es darum, Regenwasser in Städten besser zu speichern und zu nutzen. Auch die Gestaltung von Grünräumen gehört zur Ausbildung.
Verbindung zwischen Schule und Gemeinde
An der Entwicklung des Lehrplans war auch Lukas Graser beteiligt. Er stammt aus Neuaigen und unterrichtet an der Berufsschule für Gartenbau und Floristik in Wien. Laut Graser sei die Ausarbeitung der Ausbildung eine „sehr komplexe Aufgabe“ gewesen. Entstanden sei eine Ausbildung mit Zukunftsperspektive.
Simon Kaplan interessiert sich nach eigenen Angaben seit seiner Kindheit für Natur und Wald. Besonders wichtig seien ihm Begrünungen in Städten, etwa an Fassaden und auf Dächern.
Fokus auf Artenvielfalt und Stadtklima
Die Stadt Tulln setzt seit mehreren Jahren auf nachhaltige Begrünungsprojekte. Als Beispiele nennt die Gemeinde die Donaulände und den Nibelungenplatz. Beide Bereiche wurden ökologisch gestaltet.
Stadtgärtner Mario Jaglarz sieht die Ausbildung als Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel. Im Mittelpunkt stünden die Förderung der Artenvielfalt und die langfristige Verbesserung des Stadtklimas.
Auch Bürgermeister Peter Eisenschenk verweist auf die Bedeutung nachhaltiger Begrünung in der Gartenstadt Tulln. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten wolle die Stadt weiterhin in die Ausbildung des Nachwuchses investieren. Laut Finanzgemeinderat Markus Mayer seien im Rahmen der Budgetkonsolidierung zwar Personalkosten eingespart worden, bei der Ausbildung des Bauhof- und Gartenteams solle jedoch nicht gekürzt werden.