In Tulln werden neu gepflanzte Stadtbäume mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet, die über ein LoRaWAN-Netzwerk vernetzt sind.
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Digitalisierung

Daten als Schlüssel zur effizienten Gemeinde

5. März 2026
Immer mehr Gemeinden setzen auf datengestützte Lösungen, um Ressourcen zu schonen und Kosten zu senken. Beispiele zeigen: Wer Daten gezielt erhebt und nutzt, kann Abläufe spürbar verbessern – und schafft echten Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger. Digitalisierung in Gemeinden beginnt oft im Kleinen, doch die Wirkung ist beachtlich.

Die Gartenstadt Tulln geht als „Green Smart City" neue Wege in der Grünraumpflege. Um sie vor Trockenstress zu bewahren, werden neu gepflanzte Stadtbäume mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattet, die über ein energieeffizientes LoRaWAN-Netzwerk vernetzt sind. 

Derzeit messen 40 Sensoren – unter anderem von der Donaulände und vom neu gestalteten Nibelungenplatz – kontinuierlich die Bodenfeuchtigkeit im Wurzelbereich und übermitteln die Daten an die Stadtgärtnerei. So wird ressourcenschonend nur dann bewässert, wenn es tatsächlich nötig ist. Damit können die Gießrouten optimiert werden, was wiederum ökonomisches Arbeiten und ökologisch sinnvollen Wassereinsatz ermöglicht.

Der Vorteil der LoRaWAN-Technologie: Hunderte Sensoren lassen sich über große Distanzen verwalten, und die Batterien halten bis zu zehn Jahre ohne Wechsel. Das bedeutet minimalen Wartungsaufwand bei maximalem Nutzen. Gerade in den kritischen ersten Standjahren verbessert die datengestützte Bewässerung die Anwuchspflege erheblich. 

Darüber hinaus wird in Tulln bei einigen Bäumen im Au- und Stadtgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts „Retenis“ (vormals „Agrobiogel“) getestet. Dabei handelt es sich um ein weltweit einzigartiges, rein ökologisches Gel aus Holzfasern, das Wasser speichert und langsam wieder abgibt. Gespräche über eine Fortsetzung/Ausweitung dieses Pilotprojekts werden in den nächsten Wochen geführt.

Digitale Sicherheit für sauberes Trinkwasser

Haidershofen im Bezirk Amstetten zeigt, wie kleine Gemeinden mit Sensorik und IoT (Internet of Things) ihre Trinkwasserversorgung absichern können. In Zusammenarbeit mit einem IT-Unternehmen wurden die Hochbehälter der Gemeinde mit Sensoren ausgestattet, die Pegelstände und Wasserbezug in Echtzeit erfassen.

Über ein Fernwirk- und Leitsystem am Gemeindeamt haben die Mitarbeiter die Anlage jederzeit im Blick und können bei Engpässen sofort reagieren. Das Besondere: Die Messdaten werden auf der Gemeindehomepage auch den Bürgerinnen und Bürgern online zugänglich gemacht. So lässt sich für die einzelnen Ortsteile jederzeit einsehen, wie es um die Versorgungslage steht. Das ist vor allem im Frühling interessant, wenn Swimmingpools befüllt werden: Nähert sich der Pegel einem kritischen Schwellwert, müssen Schwimmbadbefüllungen zurückgestellt werden.