Das Programm soll junge Menschen dabei unterstützen, Solidarität zu zeigen und sich in Europa zu engagieren.
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Das Europäische Solidaritätskorps

12. Januar 2020
Das Europäische Solidaritätskorps bietet unter anderem Gemeinden und lokal tätigen Organisationen die Möglichkeit, motivierte junge Europäerinnen und Europäer zwischen 18 und 30 Jahren zu beschäftigen und dafür Förderung zu erhalten.

Das Programm will junge Menschen dabei unterstützen, Solidarität zu zeigen und sich in Europa zu engagieren. Dafür gibt es in Österreich ein jährliches Budget von rund 2,5 Millionen Euro. 

Ein Sammelantrag für verschiedene Einrichtungen

Für Gemeinden ist die Förderschiene „Jobs und Praktika“ besonders interessant. Dabei können diese einen Antrag stellen, in den verschiedene Einrichtungen einbezogen sind.

„So werden Gemeinden zur Drehscheibe und unterstützen sie soziale Organisationen in ihrer Gegend. Gleichzeitig werten sie die Region auf und fördern europäischen Austausch“, erklärt Melanie Jacobs, stellvertretende Direktorin der Österreichischen Nationalagentur für die EU-Jugendprogramme.

Zunächst beantragt eine Gemeinde ein Qualitätssiegel bei der Nationalagentur. Dann hat sie zu drei Terminen im Jahr – im Februar, April und Oktober – die Chance, solche Sammelanträge einzureichen. 

Solidaritätskorps
Ena D. aus Slowenien hält im Rahmen ihres durch das Europäische Solidaritätskorps geförderten Jobs einen Workshop über Vorurteile bei einer Jugendveranstaltung des Vereins „Europäisches Jugendforum Neumarkt“.

Mehrwert für Organisationen in der Region

Soziale Einrichtungen und Unternehmen in der Gemeinde profitieren: „Ich würde es auch anderen Unternehmen empfehlen, jemanden über die Schiene ‚Jobs und Praktika‘ zu beschäftigen“, sagt Kathrin Traumüller, die 2019 ein derartiges Projekt für das Europäische Jugendforum Neumarkt koordiniert hat. „Ein Vorteil ist sicher, dass das Projekt gefördert ist. Man kriegt zum Beispiel Umzugskosten erstattet.“ Über eine Online-Plattform können Organisationen im Vorfeld gezielt junge Menschen finden, die ihren Kriterien entsprechen.

Auch kostenlose Weiterbildungen stehen ihnen durch das ESK offen. „Voraussetzung ist, dass die angebotene Stelle etwas mit Solidarität zu tun hat“, erklärt Jacobs. „Deswegen ist die Förderung besonders geeignet für soziale Einrichtungen, Jugendzentren, Umweltorganisationen oder die Gemeinde selbst.“

Noch mehr EU-Förderungen für Gemeinden

Gemeinden können die EU-Jugendförderungen noch auf andere Art nutzen: Das ESK fördert auch Freiwilligeneinsätze und sogenannte „Solidaritätsprojekte“, Initiativen junger Menschen auf lokaler Ebene. Das Partnerprogramm „Erasmus+ Jugend in Aktion“ stellt rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr in Österreich zur Verfügung und unterstützt damit Jugendaustausch, politische Beteiligung von jungen Menschen und Weiterbildung von Fachkräften der Jugendarbeit. So können Gemeinden zum Beispiel Austausch mit Partnergemeinden fördern oder Angebote für Jugendliche in ihrer Gemeinde schaffen.

Infos zu Jobs & Praktika und Kontakt zu den regionalen Beratungsstellen unter www.solidaritaetskorps.at/jp.

Allgemeine Infos zu den EU-Jugendförderungen auf www.iz.or.at/nationalagentur.

Europäische Jugendförderprogramme

Die Europäische Kommission hat in jedem EU-Land eine Nationalagentur eingesetzt, die die beiden EU-Jugendförderprogramme im entsprechenden Land umsetzen soll. In Österreich ist das der Verein „IZ – Vielfalt, Dialog, Bildung“. Es gibt derzeit zwei EU-Jugendförderprogramme: „Erasmus+ Jugend in Aktion“ und „Europäisches Solidaritätskorps“. 

Erasmus+ Jugend in Aktion fördert folgende Aktivitäten

  • Mobilität für Einzelpersonen (Key Action 1): Sowohl Weiterbildungsmaßnahmen für Fachkräfte der Jugendarbeit als auch Jugendaustauschprojekte, die sogenannten „Jugendbegegnungen“.
  • Zusammenarbeit (Key Action 2): Projekte zur Innovation und zum Austausch bewährter Verfahren in der Jugendarbeit werden gefördert – sogenannte Strategische Partnerschaften und der Sonderfall der Transnationalen Jugendinitiativen.
  • Beteiligung (Key Action 3): Projekte werden unterstützt, die die Teilnahme von jungen Menschen am politischen Leben fördern – der sogenannte EU-Jugenddialog. 

Das Europäische Solidaritätskorps (ESK) fördert folgende Aktivitäten:

  • Freiwilligeneinsätze für Einzelpersonen und Teams
  • Jobs & Praktika mit Solidaritätsbezug
  • Solidaritätsprojekte, bei denen junge Menschen eigenständig Ideen auf lokaler Ebene umsetzen

Infos und Kontakt

IZ – Vielfalt, Dialog, Bildung

Österreichische Nationalagentur für die EU-Jugendförderprogramme

E-Mail: office@iz.or.at

Tel.: 01 / 586 75 44