Community Nurse
Eine Community Nurse soll Menschen möglichst früh erreichen, bevor ein größerer Pflegebedarf entsteht
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Community Nursing bekommt eine dauerhafte Struktur

5. Oktober 2026
Die Steiermark überführt die bisherigen Community-Nursing-Angebote in eine bestehende Versorgungsstruktur. Ab Anfang 2027 werden die Pflegedrehscheiben in den Bezirken Leibnitz, Graz-Umgebung und Murtal um Aufgaben der Prävention und Gesundheitsförderung erweitert. Das neue Angebot trägt den Namen „Pflegedrehscheibe Plus“.

Seit 2022 wurden in mehreren steirischen Gemeinden EU-finanzierte Community-Nursing-Projekte umgesetzt. Nach dem Ende der EU-Förderung im Jahr 2024 schuf das Land Steiermark eine eigene Förderschiene und unterstützte damit die Gemeinden. Nun sollen die Erfahrungen und Aufgaben aus diesen Projekten in die bestehende Struktur der Pflegedrehscheiben integriert werden.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl spricht von einem Wechsel von unterschiedlichen und zeitlich befristeten Projekten zu einem einheitlichen und dauerhaften Angebot des Landes.

Prävention ergänzt die Pflegeberatung

Die Pflegedrehscheiben gibt es seit 2020 in allen steirischen Bezirken. Sie sind Anlaufstellen für pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige und andere nahestehende Personen.

Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen beraten dort unter anderem zu mobiler Pflege, Hauskrankenpflege, Pflegegeld, Pflegeheimen, 24-Stunden-Betreuung, Pflegekarenz und Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige. Bei Bedarf helfen sie auch bei der Organisation entsprechender Angebote.

Mit der „Pflegedrehscheibe Plus“ kommen Aufgaben aus dem Community Nursing hinzu. Im Mittelpunkt stehen Gesundheitsförderung und Prävention.

Hausbesuche sind vorgesehen

Das neue Angebot soll einen möglichst einfachen Zugang schaffen und die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld erreichen. Dazu sind auch präventive Hausbesuche vorgesehen.

Dabei sollen vorhandene Ressourcen und mögliche gesundheitliche Risikofaktoren erfasst werden. Gemeinsam mit den betroffenen Personen können daraus Handlungsbedarf und konkrete Ziele abgeleitet werden.

Das Konzept wurde nach Angaben des Landes gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt. Bestehende Strukturen sollen genutzt und Doppelgleisigkeiten vermieden werden.

Start in drei Regionen

Die „Pflegedrehscheibe Plus“ startet mit Jahresbeginn 2027 zunächst in Leibnitz, Graz-Umgebung und Murtal. Die dafür vorgesehenen Stellen sollen noch im Herbst 2026 ausgeschrieben werden.

Auch Community Nurses, die derzeit in bestehenden Projekten arbeiten, werden über die Ausschreibungen informiert. Sie sollen ausdrücklich eingeladen werden, sich für eine Tätigkeit in der neuen „Pflegedrehscheibe Plus“ zu bewerben.

Zwei Jahre Pilotbetrieb

Das neue Modell wird zunächst zwei Jahre lang erprobt. In dieser Pilotphase soll das Angebot evaluiert und bei Bedarf weiterentwickelt werden.

Anschließend ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere Regionen vorgesehen. Die Erfahrungen aus Leibnitz, Graz-Umgebung und Murtal sollen dafür als Grundlage dienen.

Für die betroffenen Gemeinden ändert sich damit vor allem die organisatorische Einbettung des Community Nursing. Die Leistungen werden in den drei Pilotregionen künftig nicht mehr als eigenständige, zeitlich befristete Projekte geführt, sondern in die bestehenden Pflegedrehscheiben des Landes integriert.

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