Der Fußverkehrsanteil soll auf 20 Prozent und der Radverkehrsanteil auf 14 Prozent gesteigert werden.
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Verkehr
Sichere Wege für Fuß- und Radverkehr
„Vorbildhafte Fuß- und Radverkehrsprojekte vor den Vorhang“, hieß es bei einer festlichen Auszeichnungsveranstaltung im Rahmen des 17. Österreichischen Radgipfels und des 2. Österreichischen Fußverkehrsgipfels. Die Fachkonferenz fand von 9. bis 11. September 2026 in Eisenstadt statt, mehr als 550 Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen teil. Ausgezeichnet wurden Städte, Gemeinden, Organisationen und Unternehmen, die als klimaaktiv mobil Partner Projekte für mehr aktive und sichere Mobilität umgesetzt haben. Die Liste der Preisträgerinnen und Preisträger reicht von einzelnen Fußverkehrs-Awards über Auszeichnungen für Städte, Gemeinden und Regionen bis zu Auszeichnungen für Betriebe. Ein Blick auf die einzelnen Projektbeschreibungen zeigt, dass sich mehrere Themen immer wieder wiederholen.
In vielen Gemeinden stehen Kinder im Mittelpunkt der Projekte:
- Die Stadtgemeinde Tulln führte Tempo 30 in Wohngebieten ein und wertete zugleich den Hauptplatz sowie den Donaupark auf.
- Die Marktgemeinde Gamlitz richtete bei der Volksschule eine neue Elternhaltestelle ein, damit Kinder den kurzen Schulweg selbstständig zurücklegen können.
- In Linz entstand im Bereich des Schulzentrums Lindfeld eine Fußgängerzone.
- Die Stadt Feldkirch machte den Schulstandort Altenstadt weitgehend autofrei.
- Das Burgenland setzt mit seinem Masterplan „Burgenland zu Fuß“ auf Schulstraßen, sichere Schulumfelder und Bewusstseinskampagnen wie eine Tagebuchaktion für Schülerinnen und Schüler.
- Auch die Gemeinde Oberlienz richtete eine Elternhaltestelle ein, damit Kinder den Schulweg zu Fuß zurücklegen können.
Lücken im Radwegenetz schließen
Ein zweites wiederkehrendes Thema ist der Lückenschluss in bestehenden Radwegenetzen:
- Die Stadt Villach schloss mit mehreren neuen Geh- und Radwegen innerstädtische Lücken und verband das Netz mit überregionalen Radrouten bis zur italienischen Grenze.
- In der Gemeinde Waldbach-Mönichwald entstand eine neue Verbindung zu den Nachbargemeinden Vorau und St. Lorenzen am Wechsel, inklusive Geh- und Radbrücken sowie einer Dammerweiterung.
- Die Gemeinde Kirchbichl errichtete im Zuge des Neubaus der Rendlbrücke über die Brixentaler Ache einen neuen Geh- und Radweg, der auch den Hauptbahnhof Wörgl besser erreichbar macht.
- In Feldkirchen bei Graz entstand eine neue Geh- und Radwegbrücke über den Mühlgang.
- Mit einer neuen Rad- und Fußgängerbrücke zwischen Lustenau und Au sowie einer Fahrradstraße ins Ortszentrum schloss die Marktgemeinde Lustenau eine wichtige Lücke in ihrem Radverkehrskonzept.
Burgenland: viele Gemeinden, ein gemeinsamer Plan
Auffallend viele der ausgezeichneten Projekte stammen aus dem Burgenland.
Das Amt der burgenländischen Landesregierung reichte gemeinsam mit rund 20 Gemeinden, darunter Unterrabnitz-Schwendgraben, Lockenhaus, Lutzmannsburg, Neutal, Rohrbach, Marz, Sieggraben, Wiesen, Grafenschachen und Güssing, mehrere Projekte ein. Sie zahlen auf ein gemeinsames Ziel ein: Netzlücken im Landesradnetz zu schließen und Ortskerne besser an regionale Zentren sowie an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs anzubinden.
Betriebe steigen aufs Rad um
Auch Unternehmen und Organisationen wurden ausgezeichnet. Viele von ihnen setzen auf E-Bikes und E-Transporträder für die eigene Belegschaft.
Die Flughafen Wien AG errichtete neue Radabstellanlagen mit Ladeanschluss für E-Bikes. Die Friedhöfe Wien GmbH schaffte E-Mobilität für die Belegschaft an. Die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien richtete Radabstellanlagen ein und stellte Ladeanschlüsse für E-Bikes bereit. Die Raiffeisen Landesbank Tirol AG bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über eine Jobrad-Aktion ein Fahrrad oder E-Bike kostengünstig zur privaten Nutzung an. Das Unternehmen H.WENZL GmbH stattete seine Logistikflotte mit E-Fahrrädern und E-Transporträdern aus.
Ziel: ein Drittel der Wege aktiv zurücklegen
Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, den Fußverkehrsanteil auf 20 Prozent und den Radverkehrsanteil auf 14 Prozent zu steigern. Das bedeutet, dass ein Drittel aller Wege in Österreich aktiv, zu Fuß oder mit dem Rad, zurückgelegt werden sollen. In Wien liegt der Anteil des Gehens am Modal Split bereits bei 30 Prozent, in Vorarlberg werden schon 22 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt.