Resilienz - Modewort oder Handlungsprinzip für die Gemeindeentwicklung?

Fragen der Energiewende, des Klimaschutzes, des demographischen Wandels, die Sicherung der Grundversorgung, eingeschränkte finanzielle Spielräume der Gemeinden u.v.m. sowie die Wechselbeziehungen zwischen diesen Aspekten stellen die Gemeinden vor immer komplexer werdende Herausforderungen im Lichte einer nachhaltigen Entwicklung. In den letzten Jahren tritt ein neuer Begriff, nämlich die Resilienz, als Analyse- und Lösungsansatz hinzu. Handelt es sich dabei um ein neues Modewort, oder kann Resilienz als ein Handlungsprinzip für die Gemeindeentwicklung dienen?



  1. Effizienz zur Verminderung des Ressourceneinsatzes herstellen;

  2. Diversität der Funktionen und Strukturen fördern;

  3. Redundanz erhalten, um verschiedene Möglichkeiten zur Gewährleistung der Grundfunktionen einer Gemeinschaft in Notfällen bzw. Krisen zu eröffnen;

  4. die Störanfälligkeit reduzieren; sowie

  5. Lernfähigkeit entwickeln, um sich an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Damit kann Resilienz als Handlungsprinzip die Gemeindeentwicklung und -planung bereichern und einen Ansatz bieten, um kommunale Entwicklungsstrategien auf ihre Tragfähigkeit und Zukunftsfähigkeit hin zu prüfen.



Welche Handlungsstrategien würden Resilienz nun erhöhen? Einen wesentlichen Ansatz dafür bietet die kommunale Raumplanung. Aus vielerlei Hinsicht sind kompakte, funktionsgemischte, maßvoll verdichtete Raum- und Siedlungsstrukturen weniger krisenanfällig als disperse Strukturen. Damit können die Effizienz des Ressourceneinsatzes und die Diversität erhöht werden. Redundante Strukturen können mit relativ geringem Mitteleinsatz gestaltet werden. Durch die höhere Dichte an Funktionen und Beziehungen sowie die Kürze der Wege können die Robustheit und die Adaptionsfähigkeit im Krisenfalle gesteigert werden. Die Resilienzprinzipien sind auf viele weitere Bereiche der Gemeindepolitik übertragbar und würden deren Zukunftsfähigkeit unterstützen.

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