Postpartner
© Österreichische Post

Post rückt von Schließungen ab

15. Juni 2026
Im vergangenen Jahr haben sich Landeshauptmann Anton Mattle und Gemeindeverbandspräsident Bgm Karl-Josef Schubert gemeinsam mit dem Forum Land an die Post gewandt. Angesichts anhaltender Post-Schließungen forderte Tirol einen Grundversorgungsplan, eine Evaluierung der Postpartner-Konditionen sowie eine enge Kooperation mit den Gemeinden und lud die Post zu Gesprächen ein. Die Post nahm diese Einladung an. Nun präsentierten Landeshauptmann Mattle, Präsident Schubert und der Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Walter Oblin, eine Tirol-Offensive.

„Das Bundesland Tirol ist eine der Regionen, die bislang nicht vom Phänomen der Landflucht betroffen ist. Damit in Tirol das Leben am Land weiterhin möglich ist und attraktiv bleibt, braucht es viele Mosaiksteine, die ineinandergreifen. Wir sehen auch eine Grundstruktur an Postversorgung als Bestandteil dieser Strategie – auch wenn sich die Aufgaben der Post laufend weiterentwickeln. Deshalb bin ich sehr froh, dass die Gespräche mit dem Tiroler Gemeindeverband und der Post erste positive Signale bringen. Von Post-Schließungen soll in Zukunft abgerückt, neue Poststellen geschaffen und die Konditionen für Postpartner verbessert werden“, erklärt LH Mattle die Initiative.

„Eine verlässliche Postversorgung ist für die Tiroler Gemeinden weit mehr als eine infrastrukturelle Leistung – sie ist ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität, zur Nahversorgung und zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse im gesamten Land. Gerade im ländlichen Raum und in den Tiroler Tälern braucht es starke und dauerhafte Lösungen, damit die Menschen vor Ort auf kurze Wege und gute Services vertrauen können“, ist Präsident Schubert überzeugt. Ihn freut besonders, dass von diesen Verbesserungen natürlich für Gemeinden in ganz Österreich profitieren sollen. 

5-Punkte-Plan

In den letzten Jahren hat sich der Prozess der Filial-Schließungen verlangsamt, nun soll dieser ausgesetzt werden.

Nach den Gesprächen zwischen Land, Gemeindeverband und Post steht fest, dass es in den nächsten Jahren in Tirol zu keinen Post-Schließungen mehr kommen wird. Die ursprünglichen Pläne wurden von der Post überarbeitet, die Schließung der Postfiliale Jenbach wird zurückgenommen. Stattdessen plant die Post eine Tirol-Offensive.

 „Tirol ist für uns ein klares Zukunftsland. Wir investieren hier in ein starkes und flächendeckendes Netz, in moderne Standorte, in unsere Partner*innen vor Ort und in die schrittweise Umstellung auf elektrische Zustellung bis 2030. Mit dem 5-Punkte-Plan bekräftigen wir unser Ziel, die Postversorgung in Tirol langfristig abzusichern und gleichzeitig weiter auszubauen“, erklärte dazu Generaldirektor Walter Oblin und präsentierte hierzu einen 5-Punkte-Plan:

  1. Weiterführung der Poststellen-Offensive
  2. Keine ersatzlose Schließung von Poststellen
  3. Unterstützung der Postpartner bei Ressourceneinsatz
  4. Weiterentwicklung des Provisionsmodells
  5. Bekenntnis zu hoher Zustellqualität

Verbesserungen kommen

Die Anzahl der Poststellen wird sich in Tirol heuer und im nächsten Jahr in Summe um zumindest 30 Standorte erhöhen. Weitere Postpartner werden ergänzt, um eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. 

Versorgungslücken sollen ehestmöglich geschlossen werden, konkret im Oberen Lechtal (Bezirk Reutte), in Imst und Umgebung (Bezirk Imst), in Neustift im Stubaital (Bezirk Innsbruck-Land) sowie in der Iselregion und im Lienzer Talboden (beide Bezirk Lienz). 

Als Postpartner kooperierende Gemeinden sollen durch eine Erweiterung des Produktangebots und damit verbundene zusätzliche Möglichkeiten zur Provisionserhöhungen gestärkt werden. Auch private Postpartner sollen beim Ressourceneinsatz besser unterstützt werden. Auf Anfrage erhalten Postpartner eine detaillierte Darstellung des notwendigen Zeitaufwandes, eine Kostendarstellung und Optimierungsvorschläge. Zudem soll im Provisionsmodell auf die Mengensteigerungen im Paketbereich reagiert und entsprechende Anpassungen vorgenommen werden - geplant ist ein Infrastrukturkostenbeitrag seitens der Post. 

Postpartner in Tirol

Ein zentraler Baustein der Tirol-Offensive ist das Erfolgsmodell Postpartner, das seit fast 25 Jahren erfolgreich in ganz Österreich zum Einsatz kommt. Postpartner sorgen für wohnortnahe Versorgung, längere Öffnungszeiten und ein breites Serviceangebot. Dazu zählen alle Post-Services, die wichtigsten Finanzdienstleistungen der bank99 (Einzahlungen, Auszahlungen, Transaktionen) und das neue Mobilfunk-Paket YELLLOW. Wie wichtig dieses Modell für die Versorgung vor Ort ist, zeigen auch Stimmen aus Tirol:

  • Clemens Griebaumer, Postpartner 6080 Innsbruck: „Nahversorgung bedeutet verlässliche Partnerschaft. Seit drei Jahren arbeiten wir als Trafik Hand in Hand mit der Österreichischen Post. Als Postpartner sind wir die zentrale Anlaufstelle in der Region – eine super Zusammenarbeit, die durch das neue Mobilfunk-Angebot YELLLOW perfekt ergänzt wird.“
  • Andreas Kratzer, Postpartner 6444 Längenfeld: „Die Partnerschaft mit der Post hat unser Kerngeschäft spürbar bereichert. Neben Kundinnen und Kunden aus der eigenen Gemeinde nutzen auch Personen aus benachbarten Orten unsere Dienstleistungen. Besonders der Tourismus im Sommer und Winter bringt zusätzliche Gäste, die Koffer, Pakete, Briefe oder Ansichtskarten aufgeben.“

Schlagwörter