Wenn mindestens zwei Gemeinden ein Projekt gemeinsam umsetzen, unterstützt das Land Kärnten deutlich.
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Neue Schwerpunkte für die Gemeindefinanzierung
Das Land Kärnten stellt die Förderung der Gemeinden für die kommenden Jahre neu auf. Bis 2028 sind insgesamt rund 112 Millionen Euro für das Bedarfszuweisungsmodell (BZ-Modell) vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen Gemeindepartnerschaften, kommunale Straßen und eine neue Baukulturförderung. Gemeindereferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger präsentierte die Pläne bei der Konferenz der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Casineum Velden.
Zu den Schwerpunkten zählen auch Hitzeschutz sowie Baukultur und kommunales Bauen. „Starke Gemeinden sind die Grundlage für ein starkes Kärnten“, sagt Lagger-Pöllinger. Investiert eine Gemeinde, profitieren laut der Landesrätin die Menschen vor Ort und die regionale Wirtschaft. Ziel sei auch, Planungssicherheit für die kommenden Jahre zu schaffen.
Ein Übergangsjahr und ein neues Modell
Für 2027 wird der bestehende BZ-Rahmen einmalig fortgeschrieben. Innerhalb dieses Rahmens stehen damit rund 81 Millionen Euro an Bedarfszuweisungsmitteln zur Verfügung. Zusätzlich gibt es BZ-Mittel außerhalb des Rahmens. Damit setzt das Land neue Förderschwerpunkte bei kommunalen Straßen, Gemeindepartnerschaften, Hitzeschutzmaßnahmen und Baukultur.
Für 2028 ist eine Weiterentwicklung des Verteilungsmodells geplant. Die Aufgaben der Gemeinden sollen dann stärker in die Verteilung der Mittel einfließen. Als wichtige Parameter sind unter anderem kommunale Straßen sowie Kinderbetreuung und elementare Bildung vorgesehen.
„Gemeinden brauchen eine Finanzierung, die ihre tatsächlichen Aufgaben stärker berücksichtigt“, sagt Lagger-Pöllinger. Leistungen, die Gemeinden täglich für ihre Bevölkerung erbringen, sollen stärker in den Mittelpunkt rücken. „Wer Verantwortung vor Ort trägt, braucht auch den entsprechenden Handlungsspielraum“, so die Landesrätin.
Bis zu 80 Prozent für gemeinsame Projekte
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden. Über neue Gemeindepartnerschaften sollen innovative und wirtschaftlich nachhaltige Projekte entstehen. Voraussetzung ist, dass mindestens zwei Gemeinden ein Projekt gemeinsam entwickeln. Möglich ist das auf Ebene der Verwaltung, aber auch bei überregionalen Infrastrukturprojekten. Die Förderung kann bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten betragen.
„Wenn Gemeinden ihre Kräfte bündeln, entstehen neue Möglichkeiten und Lösungen, von denen eine ganze Region profitieren kann“, erklärt Lagger-Pöllinger.
Geld für die Sanierung von Straßen
Auch für das kommunale Straßennetz gibt es neue Förderungen. Unterstützt werden Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. In den Jahren 2027 und 2028 können Gemeinden bis zu 150.000 Euro beantragen. Pro Jahr sind das bis zu 75.000 Euro je Gemeinde.
Hitzeschutz in Bildungseinrichtungen
Fortgesetzt wird der Schwerpunkt Hitzeschutz in Elementarbildungseinrichtungen und Volksschulen. Die Initiativförderung startete 2026 und umfasste 4,5 Millionen Euro. 98 Gemeinden reichten insgesamt 300 Maßnahmen ein. Dazu gehören Bepflanzungen, Freiraumkonzepte sowie Beschattungs- und Kühlsysteme. Auch für 2027 ist eine Unterstützung vorgesehen. Nachhaltige Klimafitprojekte sollen dabei fachlich begleitet werden.
Förderung für Entwicklungskonzepte
Weiterentwickelt wird auch die Baukulturförderung. Neu gefördert werden Entwicklungskonzepte. Sie sollen eine nachhaltige Entwicklung von Ortschaften und Gemeinden ermöglichen.
Regionen über Gemeindegrenzen hinweg entwickeln
Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber verwies bei der Konferenz auf bisherige Investitionen. Aus seinen Ressorts und jenen von Landesrat Sebastian Schuschnig seien in den vergangenen Jahren 1,22 Milliarden Euro in die Regionen geflossen. Das Geld ging etwa in Straßen und Brücken, in regionale Projekte und in die Entwicklung der Ortskerne. „Gerade im ländlichen Raum entscheidet eine gut ausgebaute Infrastruktur unmittelbar über Lebensqualität und wirtschaftliche Chancen“, so Gruber.
Ein wesentliches Instrument sind für Gruber die regionalen Entwicklungsleitbilder. Regionalentwicklung solle langfristiger und über Gemeindegrenzen hinweg gedacht werden. Bei Betriebsansiedlungen, Mobilität, Infrastruktur oder größeren regionalen Projekten lasse sich gemeinsam oft mehr erreichen. Die Herausforderungen für die Kommunen seien groß. Umso wichtiger sei eine verlässliche Partnerschaft zwischen Land und Gemeinden.
Die Konferenz diente auch dem direkten Austausch zwischen Land und Gemeinden. Auf dem Programm standen außerdem Best-Practice-Beispiele zu Gemeindepartnerschaften und eine Abschlussdiskussion.