Der beste Platz ist beim Zebrastreifen. Schon das „hinhalten“ zeigte Wirkung, alle Autofahrer haben ihre Geschwindigkeit eingebremst.

Der erste „Oscar“ steht in Eggendorf

28. April 2016
Österreichs erster OSCAR, die neue Hinweistafel für Autofahrer, dass Kinder in der Nähe sind, steht im idyllischen Ort Eggendorf im Traunkreis. Die Namensgebung fand nach einem österreichweiten Kinder-Wettbewerb in „Sicherer Schulweg“ statt.





Nach einem österreichweiten Wettbewerb in der beliebten Verkehrssicherheitsbroschüre „Sicherer Schulweg“ für die Volksschule kürte die Jury den  Entwurf der kleinen Nadine zum Sieger. Wie sie uns bei der Übergabe erzählt, ist der Name eine Kombination aus den Buchstaben „Os“ und dem englischen Wort „Car“ (für Auto) – zusammen eben „OSCAR“. „Als sie die Vorlage sah, schwebte ihr eine kleine Maus in einem Auto vor, die herauswinkt“, erzählt die stolze Mutter. Und die Direktorin der Volksschule, Veronika Spenlingwimmer, assistiert: „Sie hat sofort eine kleine Skizze gemacht, die wir mit dem Namensvorschlag eingeschickt haben.“

Der richtige Platz ist beim Zebrastreifen



Eggendorf im Traunkreis ist eine kleine Gemeinde mit rund 910 Einwohnern – „960 mit Zweitwohnsitzern“, wie uns Bürgermeister Walter Schillinger, im Zivilberuf Bauingenieur, beim gemütlichen Gespräch im Gemeindeamt erzählt. Bis vor rund fünf Jahren war Eggendorf eine Abgangsgemeinde, aber seit 2009, seit er Bürgermeister ist, hat sich das geändert. Die Gemeinde schreibt schwarze Zahlen, obwohl die Ertragsanteile immer zu wenig seien. Aber das sei auch eine oberösterreichische Eigenheit, dass das Land viel Geld für die Transferzahlungen zurückhält, rund 80.000 bis 100.000 Euro in seinem Fall. Da geht die Ortsentwicklung nur langsam voran.



„Wir sind nur ein kleiner Ort ohne wirkliches Ortszentrum, aber wir wachsen ständig weiter. Im Wochentakt haben wir Anfragen nach Baugründen. Praktisch alle sind junge Familien. Und mit dieser Entwicklung stehen wir erfreulicherweise sehr gut da“, so Schillinger. „Unser Problem, wenn Sie es so nennen wollen, ist die Straße, die den Ort zweiteilt. Über einen Zebrastreifen gehen die Kinder vom Ort in die Volksschule und den Kindergarten hinauf. „Und auch wenn wir nicht wirklich sehr viel Straßenverkehr haben, weil es nicht wirklich eine Durchzugsstraße ist, ist das natürlich eine Gefahrenquelle.“

Schillinger weiter: „Die positive Siedlungsentwicklung bringt es mit sich, dass der Straßenverkehr mehr wird. Wir haben außer der Landwirtschaft so gut wie keine Arbeitsplätze im Ort, da pendeln fast alle mit dem Auto in die Arbeit.“ Ein weiterer Effekt der steigenden Einwohnerzahl ist, dass die Volksschule, „dreiklassig mit 46 Kindern und einem integrierten Kindergarten“, wie Direktorin Spenlingwimmer einwirft, aus allen Nähten platzt. Deshalb wird derzeit hinter der Schule ein neuer Kindergarten gebaut, damit hat auch die Schule wieder mehr Platz.



Ab sofort weist OSCAR In Eggendorf auf die kleinsten Teilnehmer im Straßenverkehr hin, erhöht die Aufmerksamkeit und sorgt für mehr Sicherheit: Volksschuldirektorin Veronika Spenlingwimmer, Namensgeberin Nadine und Bürgermeister Walter Schillinger mit der fabrikneuen Verkehrssicherheitsmaus.




Die Pläne von Bürgermeister Schillinger für mehr Baugrund in der Gemeinde sind auf gutem Weg, wenn auch noch mitten in den Verhandlungen. Aber der Grundstein ist gelegt, dass die Entwicklung von Eggendorf weiter nach oben zeigt. Damit das gelingt, erhofft sich Walter Schillinger vom Finanzausgleich neue Lösungen. „ Etwa eine, die kleinregionale Kooperationen von Gemeinden belohnt, ein besseres System jedenfalls, als es jetzt ist.“



Bis dahin lautet die einfache Formel in Eggendorf: „Mehr Platz, mehr Kinder, mehr Verkehr, mehr Gefahr“ – Bürgermeister und Volksschuldirektorin hoffen beide, dass „OSCAR“ die Gefahr minimiert.