Kind nimmt sich Essen von einem Buffetwagen
„Früher hat man mehr Hülsenfrüchte gegessen, weniger Fleisch, mehr Bohnen und Linsen. Das entspricht im Grunde den aktuellen Ernährungsempfehlungen.“ Die Herausforderung liegt laut Ertl-Huemer heute darin, das Gesunde in eine Form zu bringen, die Kinder auch tatsächlich akzeptieren.
© GOURMET

Daseinsvorsorge „Kinderverpflegung“

„Was Kinder mittags essen, geht Gemeinden an“

20. April 2026
Rund 450.000 Kinder essen in Österreich täglich in Kindergarten oder Schule. Ob die Speisen wirklich kindgerecht sind, hängt auch davon ab, welche Rahmenbedingungen Gemeinden für die Verpflegung festlegen. Umso mehr stellt sich die Frage: Wer sorgt dafür, dass sie wirklich kindgerecht ausfällt?

Bereits heute besuchen über 240.000 Kinder in Österreich eine ganztägige Schulform, weitere 210.000 Kindergartenkinder nehmen regelmäßig ein Mittagessen außer Haus ein (Statistik Austria, 2023/24). Darüber hinaus wird die flächendeckende Ganztagsbetreuung weiter zügig ausgebaut, damit an 85 Prozent der allgemeinbildenden Pflichtschulen ein flächendeckendes Angebot entsteht.

Die Konsequenz ist klar: Essen in Kindergarten und Schule ist längst Daseinsvorsorge – und „damit auch Gemeindeaufgabe“, meint Claudia Ertl-Huemer, Geschäftsfeldleiterin Education Catering bei GOURMET, seit mehr als 50 Jahren Spezialist für Kindergarten- und Schulverpflegung und führender BIO-Anbieter.

Sie bringt es im Gespräch mit KOMMUNAL auf den Punkt: „Eltern werden immer anspruchsvoller, was das Essen ihrer Kinder betrifft. Und je besser sich Familien aufgehoben fühlen, umso eher bleiben sie in einer Gemeinde. Gute Kinderbetreuung – mit einem guten Mittagessen – ist heute ein echter Standortfaktor.“

Mitversorgt werden reicht nicht

Claudia Ertl-Huemer
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie haben einen anderen Nährstoffbedarf und benötigen eine mildere Würzung.“ Claudia Ertl-Huemer, Verantwortliche für Kindergarten- und Schulessen von GOURMET Kids 

Eine aktuelle Studie des Präventionsnetzwerks SIPCAN (2025/26) zeichnet ein ernüchterndes Bild: 70 Prozent der Volksschulen können für ihr Mittagsangebot keine externe Qualitätszertifizierung vorweisen. In rund zwei Dritteln der Schulen mit Nachmittagsbetreuung gibt es mittags nur ein einziges Gericht. Versorgung ist also weitgehend gewährleistet – aber kindgerecht ist es oft nicht.

Der Grund liegt in gewachsenen Strukturen. Vielerorts liefert das Gasthaus nebenan, das Seniorenheim oder die Krankenhausküche. „Die Kinder werden mitversorgt”, meint Ertl-Huemer. „Ein Gasthaus ist sehr wichtig für Gemeinden, aber kocht, was Erwachsenen schmeckt: oft deftig und stark gewürzt. Ein Pflegeheim richtet sein Essen auf ältere, oft bettlägerige Menschen aus. Beides passt nicht zu Kindern, die gerade wachsen und am Nachmittag noch lernen und Leistung erbringen müssen.“

Was kindgerecht wirklich bedeutet

Ertl-Huemer ist ausgebildete Ernährungswissenschaftlerin und räumt mit einem gängigen Missverständnis auf: Früher war das Essen nicht per se schlechter. „Früher hat man mehr Hülsenfrüchte gegessen, weniger Fleisch, mehr Bohnen und Linsen. Das entspricht im Grunde den aktuellen Ernährungsempfehlungen.“ Die Herausforderung liege heute darin, das Gesunde in eine Form zu bringen, die Kinder auch tatsächlich akzeptieren.

Konkret bedeutet das: mild gewürzt (die Nieren kleiner Kinder können beispielsweise nur begrenzt Salz verarbeiten), kindgerechte Konsistenz und Portionsgrößen, bekannte Gerichte, gesund interpretiert – etwa Linsen im Sugo statt reinem Faschiertem. 

„Unser Linsensugo ist teilweise beliebter als eine Sauce Bolognese“, berichtet Ertl-Huemer. Was nach einer kleinen Küchen-Anekdote klingt, ist das Ergebnis systematischer Arbeit: Ernährungswissenschaftler:innen, Diätolog:innen und Köch:innen entwickeln Rezepte gemeinsam und lassen sie von Kindern in Einrichtungen verkosten. Dabei zählt jedes Detail – etwa die Erkenntnis, dass rote Linsen bei Kindern besser ankommen als braune, weil die Farbe sie anspricht.

Zur kindgerechten Verpflegung gehört auch das Prinzip der Selbstbestimmung: Buffetwagen auf Kinderhöhe abgestimmt, erlauben es Kindern, selbst zu wählen und nachzunehmen. „Wir wollen, dass Kinder lernen, auf ihr eigenes Hungergefühl zu hören“, so Ertl-Huemer. Die ältere Regel „Was am Teller ist, muss gegessen werden“ habe in der modernen Pädagogik längst ausgedient.

Versorgungssicherheit und Qualitätssicherung

Neben der Ernährungsqualität ist Versorgungssicherheit für Gemeinden ein entscheidender Faktor. Das Essen muss jeden Tag da sein – in Ferienzeiten ebenso wie bei Personalengpässen oder unvorhergesehenen Krisen.  Spezialisierte Anbieter wie GOURMET Kids mit eigenem Qualitätsmanagement, zertifizierten Prozessen und großen Teams können diese Liefersicherheit auch in Ausnahmesituationen garantieren.

Qualitätssicherheit ist dabei keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Systemthema. Kinder sind eine sensible Zielgruppe – ein Qualitätsausfall trifft nicht Einzelne, sondern große Gruppen gleichzeitig. Das sogenannte Cook-and-Chill- bzw. Cook-and-Freeze-Verfahren, bei dem Speisen frisch gekocht, schonend gekühlt und punktgenau vor Ort erhitzt werden („GOURMET stellt das Equipment dafür zur Verfügung“, wie Ertl-Huemer anmerkt), gilt heute als hygienisch und qualitativ überlegene Alternative zur herkömmlichen Warmlieferung.

Regionale Rohstoffe, klare Herkunft

Ein Thema, das Eltern zunehmend beschäftigt, ist die Herkunft der Zutaten. GOURMET Kids setzt auf heimische Rohstoffe: Fleisch, Milchprodukte und Freilandeier etwa zu 100 Prozent aus Österreich, Gemüse soweit saisonal möglich. Zusätzlich wird ein signifikanter Bio-Anteil angestrebt – praktikabel und leistbar liegt er laut Ertl-Huemer zwischen 30 und 50 Prozent. „In diesem Bereich kann man mit gutem Einkauf und langjährigen Lieferantenbeziehungen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erreichen.“

Transparenz gegenüber Eltern ist dabei keine Zugabe, sondern Teil des Leistungsumfangs: Speisepläne, Nährwertinformationen und genaue Allergenangaben. Kindergärten und Schulen können alle Infos zu den Speisen transparent im Webshop abrufen, wie beispielsweise Allergen- und Nährwertlisten. Bei Detailfragen stehen Ernährungswissenschaftler:innen und Diätolog:innen von GOURMET Kids zur Verfügung. Dass Kinder mit Laktoseintoleranz oder anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten das gleiche Mittagessen erleben wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler – kein Ausschluss, kein Mitgebrachtes von zu Hause – ist für viele Familien eine erhebliche Erleichterung im Alltag.

Der richtige Moment für Gemeinden

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung bietet Gemeinden eine strategische Gelegenheit: Wer jetzt einen neuen Anbieter sucht oder bestehende Verträge überprüft, kann auf ein Angebot setzen, das mit den wachsenden Anforderungen skaliert. „Von 10 bis 500 Kinder – wir haben Systeme für jede Größe“, erklärt Ertl-Huemer. 

Der Umstieg selbst muss kein Kraftakt sein. Professionelle Anbieter wie GOURMET Kids begleiten den Prozess von der ersten Verkostung bis zur Einschulung des Betreuungspersonals und übernehmen die Elternkommunikation – beispielsweise bei Elternabenden vor Ort. Ertl-Huemers abschließende Botschaft an Gemeindeentscheider ist daher klar: „Kinder gut zu versorgen ist nicht nur eine soziale Pflicht, es ist auch ein Standortargument. Wer Jungfamilien halten will, braucht Infrastruktur – und zu dieser Infrastruktur gehört ein gutes Mittagessen in Kindergärten und Schulen.“

GOURMET Kids 

GOURMET Kids ist Spezialist für gesundes Essen in Kindergarten und Schule – mit Fokus auf Regionalität, BIO und kindgerechte Menügestaltung. Gemeinden werden von der ersten Idee bis zur laufenden Umsetzung begleitet.
Mehr Informationen zur Kindergarten- und Schulverpflegung mit GOURMET Kids finden Sie unter: 
www.gourmet-kids.at/gemeinden

Was Gemeinden bei der Ausschreibung beachten sollten

  • Qualitätsnachweise: Gibt es externe Zertifizierungen oder Audits für die Kinderverpflegung?
  • Kindgerecht: Sind Speisepläne ernährungswissenschaftlich auf Kinder ausgerichtet?
  • Sonderkost: Können Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verlässlich abgedeckt werden?
  • Regionalität: Welcher Anteil der Zutaten kommt aus Österreich, welcher Bioanteil ist möglich?
  • Versorgungssicherheit: Ist die Belieferung auch in Ferienzeiten und bei Personalengpässen garantiert?
  • Kommunikation: Wird die Einrichtung bei Elternfragen (Allergene, Herkunft, Speisepläne) unterstützt?

Schlagwörter