Waldbrand ausgelöst von Zigarettenkippe
Typische Auslöser von Waldbränden sind weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer in Waldnähe oder Funken von heiß gelaufenen Fahrzeugteilen.
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Hitzewelle

Waldbrandgefahr derzeit enorm hoch

26. Juni 2026
Die anhaltende Trockenheit und Hitze haben die Waldbrandgefahr in Österreich auf ein gefährliches Niveau gebracht. Von Kärnten bis Niederösterreich, von Tirol bis Oberösterreich warnen Behörden und Feuerwehren vor einem sorglosen Umgang mit Feuer.

Das Frühjahr 2026 war das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bis Mitte Juni wurden österreichweit 142 Waldbrände registriert. Das ist der höchste Wert seit 2020. Seit Jahresbeginn brannten rund 150 Hektar Wald ab.

Besonders schwere Brände wüteten im April. Der Waldbrand im Lesachtal in Kärnten brach am 23. April auf dem Südhang einer ehemaligen Windwurffläche aus. Nur zwei Tage später wurde nördlich von Graz bei Eisbach-Rein ein weiterer Waldbrand gemeldet, der ebenfalls ungewöhnliche Ausmaße erreichte. Im Wechseldienst arbeiteten Spezialkräfte aus der gesamten Steiermark mit schweren Löschrucksäcken und Werkzeugen im Gelände. Im Lesachtal waren fünf Hubschrauber im Einsatz, darunter ein Black Hawk des Bundesheeres, sowie 265 Einsatzkräfte aus Kärnten und Osttirol.

Von Tirol bis Niederösterreich

Die Lage betraf im Frühjahr 2026 nahezu alle Bundesländer. In Tirol herrschte aufgrund geringer Niederschläge erhöhte Waldbrandgefahr. Die Feuerwehren mussten mehrmals täglich wegen Wald- oder Böschungsbränden ausrücken. In der Ötzaler Gemeinde Sölden entstand ein Feuer neben einer Straße, ausgelöst durch eine weggeworfene Zigarette.

Am Wolfgangsee zwischen Salzburg und Oberösterreich brannte ein etwa 800 Quadratmeter großes Waldstück ab. In Oberösterreich wurde in zehn von 13 Bezirken die Waldbrandschutzverordnung in Kraft gesetzt. Im Bezirk Vöcklabruck gilt seit März ein Rauch- und Feuerverbot in allen Waldgebieten, das bis Ende Oktober 2026 in Kraft bleibt.

In der Steiermark führten geringe Niederschläge, ungewöhnlich hohe Temperaturen und ausgetrocknete Böden zu einer gefährlichen Kombination. Auch in Kärnten hält die erhöhte Waldbrandgefahr an.

Die Lage hat sich mit dem Sommer erneut zugespitzt. Das Europäische Waldbrand-Informationssystem EFFIS prognostiziert für Teile Niederösterreichs ein sehr hohes bis extremes Waldbrandrisiko. Besonders betroffen sind das Wiener Umland, das Marchfeld und das Wiener Becken.

Verordnungen in fast allen Bezirken

Die Behörden haben flächendeckend reagiert. In den meisten Bezirken Österreichs sind Waldbrandverordnungen in Kraft. Jegliches Entzünden von Feuer sowie das Wegwerfen glimmender Gegenstände sind in Waldgebieten und in Waldnähe verboten.

War das Inkrafttreten einer Waldbrandschutzverordnung noch vor ein oder zwei Jahrzehnten oft erst im Mai oder Juni nötig, ist das inzwischen oft schon im April üblich.

Übertretungen werden nach dem Forstgesetz mit Geldstrafen bis zu 7.270 Euro oder mit Freiheitsstrafen bis zu vier Wochen bestraft. Bei besonders erschwerenden Umständen können beide Strafen gleichzeitig verhängt werden.

Menschen als Hauptursache

Die häufigste Ursache für Waldbrände ist menschliches Verhalten. Mehr als 80 Prozent der Waldbrände in Österreich werden durch Menschen verursacht. Typische Auslöser sind weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer in Waldnähe oder Funken von heiß gelaufenen Fahrzeugteilen.

Feuerwehren weisen darauf hin, dass Fahrzeuge nicht auf ausgetrockneten Grasflächen abgestellt werden sollten. Katalysator, Auspuff und Partikelfilter erhitzen sich im Betrieb stark und können Bodenfeuer auslösen. Auch Glasscherben in der Natur können bei entsprechendem Lichteinfall wie ein Brennglas wirken.

Feuerwehren sind gerüstet

In Niederösterreich wurden spezielle Waldbrandfahrzeuge angeschafft und über 200 Waldfachpläne ausgearbeitet. Für Spezialausrüstung zur Waldbrandbekämpfung wurden österreichweit rund 7 Millionen Euro investiert. Das Aktionsprogramm „Brennpunkt Wald" umfasst 39 Maßnahmen mit dem Ziel, sowohl die wissenschaftliche Erforschung von Waldbränden als auch die Ausrüstung für deren Bekämpfung langfristig sicherzustellen. Dafür stehen Mittel aus dem Waldfonds in Höhe von 13,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Was Gemeinden tun können

Eine gut ausgebaute Waldinfrastruktur mit Forststraßen erleichtert den Einsatzkräften die Brandbekämpfung und hilft, die Ausbreitung von Bränden einzuschränken. Das ist besonders in den entlegenen Regionen der Alpen entscheidend. Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sind berechtigt, geltende Verbote auf ihren Flächen sichtbar zu kennzeichnen. Brände sind sofort der Feuerwehr unter der Notrufnummer 122 zu melden.

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