Projekte und Einblicke wurden in der Podiumsdiskussion vorgestellt mit (v. l.): Moderatorin Anna Krepper, Roland Noichl (Land Tirol), Eva Klug (Repair Café), Marina Hausberger (Naturpark Karwendel) und Elisabeth Steinlechner („Unser Strom“, Energiegemeinschaft Landeck).
Projekte und Einblicke wurden in der Podiumsdiskussion vorgestellt mit (v. l.): Moderatorin Anna Krepper, Roland Noichl (Land Tirol), Eva Klug (Repair Café), Marina Hausberger (Naturpark Karwendel) und Elisabeth Steinlechner („Unser Strom“, Energiegemeinschaft Landeck).
© Land Tirol/Trenker

Freiwillige treiben Klimaschutz vor Ort voran

6. Oktober 2026
Landhaus. Das Motto lautete „Gemeinsam fürs Klima: Engagement stärken und Wandel gestalten“. Im Mittelpunkt standen Menschen, die Klimaschutz mit konkreten Projekten und freiwilligem Engagement voranbringen. Die Jubiläumsausgabe bot Raum für Austausch, neue Impulse und Vernetzung mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren.

Laut Klimaschutzlandesrat René Zumtobel fehlt es beim Klimaschutz selten an Wissen. Oft fehle aber das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. Das hindere viele daran, Verantwortung zu übernehmen. „Wer mitentscheiden darf, fühlt sich auch in der Pflicht“, sagt Zumtobel. Aus dieser Pflicht wachse Engagement. Er verweist auch auf das Jahr des Ehrenamts. Dieses zeige, „dass man Klimaschutz nicht delegieren kann, aber als Aufgabe teilen kann“.

Photovoltaik mit regionaler Beteiligung

Beim Treffen wurden vier Projekte vorgestellt. Das erste stammt aus dem Bezirk Landeck. Es heißt „Gemeinsam zur Freiflächen-Photovoltaik-Anlage“. Das Projekt verbindet erneuerbare Energie, Naturschutz, Landwirtschaft und regionale Beteiligung. Getragen wird es gemeinsam mit den Gemeinden Pians und Grins sowie dem Pflegeverband Soziale Dienste Grins. Der Strom wird in der Region zu langfristig planbaren Preisen genutzt. Abnehmer ist unter anderem das Wohn- und Pflegeheim St. Josef in Grins.

Naturpflege, Reparieren und Schutzwald

Das Team Karwendel im Bezirk Innsbruck-Land bringt Freiwillige für die Pflege des Natur- und Kulturraums zusammen. Der Karwendel ist der größte Naturpark Österreichs. Die Arbeiten reichen von der Almpflege bis zur Biotoppflege.

In den Tiroler Repair Cafés helfen Ehrenamtliche dabei, Alltagsgegenstände zu reparieren. Das schont Ressourcen. Gleichzeitig wird das Reparieren zum gemeinsamen Lernen.

Das Bergwaldprojekt besteht seit 35 Jahren. Tausende Freiwillige arbeiten dort gemeinsam mit Fachleuten an Maßnahmen für stabile und widerstandsfähige Berg- und Schutzwälder. Waldpädagogische Einheiten vermitteln die Funktionen des Schutzwaldes. So können die Teilnehmenden ihr Wissen auch nach der Projektwoche weitergeben.

Klimaschutz in Gemeinden und Vereinen

Für Zumtobel verbindet die Projekte eine Gemeinsamkeit: „Klimaschutz findet nicht nur auf strategischer oder politischer Ebene statt, sondern auch direkt vor Ort.“ Er nennt dabei Gemeinden, Vereine, Betriebe und Menschen, die selbst aktiv werden. Gerade die Verbindung aus Fachwissen, praktischer Erfahrung und freiwilligem Engagement mache das Netzwerk wertvoll. Es brauche Menschen, die neue Wege ausprobieren, Erfahrungen weitergeben und andere mitnehmen.

Impulse für neue Kooperationen

Den Auftakt bildete ein Vortrag von Kommunikationsexperte Robert Seeger jun. Sein Titel lautete „Begeistert für morgen: Aufbruch in eine Zukunft, die wir lieben werden“. Seeger regte an, Veränderungen nicht nur als Herausforderung zu sehen, sondern selbst ins Handeln zu kommen. Danach tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen aus ihren Projekten aus. Sie knüpften neue Kontakte und suchten nach Anknüpfungspunkten für gemeinsame Vorhaben.

Das Klima-Netzwerktreffen des Landes Tirol gibt es seit 20 Jahren. Es bringt Menschen und Organisationen zusammen, die sich mit Klimaschutz und Klimawandelanpassung beschäftigen. Die Vernetzung soll Wissenstransfer, neue Perspektiven und Kooperationen ermöglichen.

Schlagwörter