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Herausforderung für den Finanzausgleich
Vor einigen Wochen legte die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK) ihre Regionalprognosen zur Bevölkerungsentwicklung bis 2030 vor. Wie die bundesländerweise Darstellung dieser Prognose zeigt, wächst die Einwohnerzahl (mit Ausnahme Kärntens) auch weiterhin.
Dieses Wachstum wird jedoch fast ausschließlich durch Zuwanderung erreicht und der Trend der Alterung der Bevölkerung hält an. Allen Bundesländern voran wird Wien mit über 17 Prozent bis 2030 wachsen, neben Wien werden nur Tirol und Vorarlberg über dem Österreich-Durchschnitt von 8,3 Prozent liegen.
Regional gesehen, werden 34 der aktuell 114 österreichischen Bezirke bis 2030 Einwohner verlieren. In Kärnten sind dies 7 von 10 Bezirken, mit Ausnahme von Klagenfurt, Villach und Klagenfurt Land. Auch 9 von 13 steirischen Bezirken werden Einwohner verlieren, hier führt hauptsächlich der prognostizierte Zuwachs der Stadt Graz von fast 16 Prozent dazu, dass die Steiermark weiterhin wächst. Die prozentuell größten Verlierer sind die Bezirke Leoben, Liezen und Wien Innere Stadt mit einem Minus von rund 8 Prozent. Die größten Gewinner sind Wien Favoriten und Wien Donaustadt mit rund plus 22 Prozent, gefolgt von Wien Simmering und Wien Umgebung mit rund 19 bzw. 17 Prozent.
Die höchst unterschiedliche regionale Entwicklung der Einwohnerzahlen ebenso wie die sozio-demografischen Trends führen zu großen Herausforderungen für die Finanzierung kommunaler Aufgaben. Die Gemeinden, die im Gegensatz zu Bund und Ländern in sehr hohem Ausmaß Pflichtaufgaben erbringen, werden künftig noch stärker darauf dringen müssen, dass die Gesetzgeber mehr Kostenbewusstsein an den Tag legen und insgesamt, dass freiwillige Leistungen zurückgefahren werden müssen.