Im Rahmen des Projekts „Soziale Waldarbeit“ von Green Care WALD werden Dienstleistungen und Produkte für Waldbesitzer angeboten. Arbeitsmarktferne Personen erhalten Arbeitsmöglichkeiten. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) unterstützt in Kooperation mit Sozialeinrichtungen die Arbeitsintegration von langzeitarbeitslosen Personen in die Wald- und Forstarbeit.
© Kuratorium für Verkehrssicherheit/APA-Fotoservice/Schedl

Start für Pilotprojekt Soziale Waldarbeit

14. Oktober 2021
Das Projekt Green Care WALD hat eine Vision: Mittels „sozialer Waldarbeit“ soll arbeitsmarktfernen Personen der Schritt zurück ins Berufsleben erleichtert werden. Das BFW (Bundesforschungszentrum für Wald) ermöglicht dabei – in Kooperation mit Sozialeinrichtungen – die Integration von Langzeitarbeitslosen in die Wald- und Forstarbeit. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) sorgt für die nötige Schutzausrüstung, um ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten.

Nachhaltige Arbeitsplätze werden geschaffen und Langzeitarbeitslosen wird die Chance auf eine Jobperspektive geboten: So lautet die Devise des Projekts „Soziale Waldarbeit“, das mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union finanziert wird.  

Die Möglichkeit zu arbeiten ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit – dazu trägt nicht nur die aktuelle Krise bei, sondern auch die voranschreitende Industrialisierung, durch die der Arbeitssektor für klassische Hilfstätigkeiten langsam zu bröckeln beginnt, während die Nachfrage nach qualifiziertem Personal stetig steigt.

Langzeitarbeitslose eignen sich Zusatzqualifi­kationen an

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, setzt das BFW Modelle für die Arbeitsintegration von langzeitarbeitslosen Personen in die Wald- und Forstarbeit um. Die Teilnehmer haben bereits erste Erfahrungen in Gartenarbeiten und werden im Rahmen des Projektes in forstlichen Tätigkeiten ausgebildet. Drei Personen sind beim Kooperationspartner Stützpunkt GmbH bereits angestellt und arbeiten beispielsweise bei Aufforstungen, Waldpflegearbeiten, Wegewartung und Freischneiden mit.

„Waldbesitzer werden bei ihren Arbeiten entlastet und regionale Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen geschaffen“, erklärt Peter Mayer, ­Leiter des BFW. Die Tätigkeiten sollen so aufgebaut werden, dass die Projekte nach gewisser Zeit selbstständig funktionieren und sich finanziell selbst tragen. 

Sicherheitsfaktor bei der Waldarbeit erhöhen

Neben einer fundierten Ausbildung ist bei forstlichen Tätigkeiten eine gute Schutzausrüstung von besonderer Bedeutung. „Daher unterstützen wir das Projekt ,Soziale Waldarbeit‘ mit professioneller Ausrüstung wie Schnittschutzhosen, Schutzhelm & Co. Vielleicht schaut sich ja der eine oder andere Waldbesitzer von den Profis in Sachen Sicherheit dann etwas ab“, so KFV-Direktor Othmar Thann. Denn für den privaten Bereich existieren derzeit noch keine klaren Regeln und Schutzvorkehrungen, die bei der Waldarbeit eingehalten werden müssen. Jährlich verletzen sich bei der privaten Waldarbeit 1.500 Personen so schwer, dass eine Behandlung in Spitälern nötig ist.

Ausweitung des Projekts auf ganz Österreich

Die Stützpunkt GmbH ist in diesem Projekt ein Vorreiter und konnte bereits den ersten Auftrag des Naturparks Sparbach erfüllen. Im Zuge dessen wurden Wege gepflegt, Totholz aus den Gehegen geholt und Zäune repariert. Und auch Betriebe in Tulln und im Waldviertel haben bereits Aufträge erteilt. Mit dem Ziel vor Augen, weitere Kooperationen zu knüpfen und laufend Aufträge zu lukrieren, soll letztendlich das Projekt in seiner Endausbaustufe auf ganz Österreich ausgeweitet werden.

Erfahrungswerte zeigen: Durch die Arbeit in einem sozialintegrativen Unternehmen, wie bei der Stützpunkt GmbH, haben Personen auch auf längere Sicht ein deutlich geringeres Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Und auch auf das Gehalt wirkt sich dies positiv aus: So konnten ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Folgejahren durchschnittlich ein um ein Drittel höheres Einkommen als vergleichbare nicht geförderte Personen erzielen.

Mit dem Start des Pilotprojekts „Soziale Waldarbeit“ geht allerdings nicht nur die präventive Armutsvermeidung einher, vielmehr ist es ein Projekt, das die Integration von Langzeitarbeitslosen in die „grüne“ Berufswelt ermöglicht – und das, mithilfe von professionellem Equipment des KFV, möglichst sicher.