Mehr als nur ein Spiel

Kinderparlament - Wo die Wähler*innen von morgen heranwachsen

9. April 2026
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Eine starke Demokratie braucht ein stabiles Fundament und das sollte bereits im Kindesalter gelegt werden. Wie das in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen die beiden Kleingemeinden Laßnitzhöhe (Steiermark) und Innerbraz (Vorarlberg). Hier sind funktionierende Kinderparlamente etabliert, was eindrucksvoll beweist: Demokratie kann von Anbeginn an gelernt werden.

Wenn Kinder und Jugendliche in der Gemeinde mitbestimmen, lernen sie früh, wie Wahlen ablaufen, welche Vereinbarungen es braucht und wie man konstruktiv Kompromisse schließt. Sie können ihre Wünsche äußern, lernen aber gleichzeitig zu prüfen, ob diese auch realistisch und umsetzbar sind. Durch diese aktive Beteiligung verlieren sie die Scheu, sich öffentlich zu engagieren. So wird der Grundstein dafür, gelegt, dass sich junge Menschen auch im Erwachsenenalter für die Gemeinschaft interessieren und einbringen.

Gemeinden mit einer aktiven Kinder- und Jugendbeteiligung sind lebendig. Sie stärkt die Identifikation mit dem Lebensumfeld, fördert die Solidarität sowie das Verantwortungsbewusstsein und lenkt den Fokus auf gemeinsame Lösungen. Daher stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob man sich Kinderbeteiligung leisten kann, sondern vielmehr, ob man es sich leisten kann, darauf zu verzichten. 

Angesichts der zunehmenden Radikalisierung in der Gesellschaft, der Verrohung der Sprache bis hinein ins Parlament, braucht es neue Wege, um Kinder und Jugendliche frühzeitig die Gelegenheit zu geben gedeihliche Formen des politischen Aushandelns zu üben. Ab 16 sind Jugendliche wahlberechtigt, mit 18 können sie Gemeinderät*innen werden. Sind sie darauf auch gut vorbereitet? Die Einbindung der Jugend ist kein bloßes Zusatzattribut, sondern ein Grundpfeiler des demokratischen Zusammenlebens.

Menschenwürde und Demokratie greifbar machen

Das Thema „Menschenwürde in Gemeinden sichtbar machen”, wird vom Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie Vorarlberg mit dem gleichnamigen Projekt vor den Vorhang geholt. Über 20 Kommunen aus ganz Österreich beteiligen sich aktuell an diesem Projekt, dessen Ziel es ist, gesellschaftliche Werte wie Demokratie und Menschenwürde anhand von außergewöhnlichen, praxisnahen Beispielen sichtbar zu machen. Die bisherigen Interviews der GWÖ-Berater*innen belegen klar: Kinderparlamente funktionieren und sind eine wertvolle Bereicherung des Gemeindelebens.

Live-Einblick in die Praxis

Wie man ein solches Projekt organisatorisch auf die Beine stellt, was die Erfolgsrezepte sind und welche Stolpersteine man umgehen sollte, erfährt man beim kommenden Erfahrungsaustausch. Bürgermeister*innen und Projektleiter*innen geben praxisnahe Einblicke und erzählen, warum sie das Kinderparlament derart schätzen. 

Kinderparlament Einladung

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ)

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eine internationale Bewegung mit Ursprung in Österreich. Ihr Ziel: Das Gemeinwohl in Gesellschaft und Wirtschaft wieder ins Zentrum zu rücken. In einer Welt, die oft von Einzelinteressen und Großkonzernen geprägt ist, möchten wir zeigen, dass Wirtschaft und Gemeindeverwaltung auch auf der Grundlage von Menschenwürde, Solidarität, ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit sowie Demokratie und Transparenz funktionieren.

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