Wasserrohrbruch
Steigt der Nachtverbrauch über das übliche Maß an, ist dies in der Regel ein Hinweis auf einen Wasserrohrbruch.
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Infrastruktur

Die Sanierung von Wasserleitungsnetzen

Die Sanierung und Instandhaltung von Wasserleitungsnetzen ist eine große Herausforderung für die Gemeinden. In vielen Kommunen existieren noch alte Wasserleitungsnetze oder zumindest noch Teile davon.

Bis in die 1970er-Jahre wurden vielfach Asbestzementrohre („Eternitrohre“) verlegt. Diese weisen, sofern sie gut verlegt und ausreichend gebettet, das heißt allseitig mit einer ausreichenden Menge Sand oder Kies ummantelt sind, eine recht lange Lebensdauer von zumindest 50 Jahren auf. Diese Rohre sind jedoch sehr spröde und extrem empfindlich gegenüber Erschütterungen oder Bewegungen im Untergrund. 

Es ist deshalb anzuraten, Asbestzementrohre jedenfalls zu erneuern, sobald Grabungsarbeiten im Nahbereich durchgeführt werden. Ebenso ist ein Austausch zu empfehlen, wenn Generalsanierungen von Straßen durchgeführt werden.

Mittlerweile sehr selten gibt es noch Bleirohre, am ehesten im städtischen Bereich bei Hausanschlüssen oder bei der Inneninstallation. Diese sind gesundheitsgefährdend und gehören unverzüglich ausgetauscht. Wenn derartige Leitungen noch genutzt werden, ist auf ausreichende Spülung zu achten, bevor Wasser aus der Leitung getrunken wird.

Alte Wasserleitungsnetze bestehen vor allem auch innerörtlich oft aus Guss- oder Stahlleitungen. Diese sind als Schutz vor Korrosion in der Regel beidseitig beschichtet. Vor allem bei Beschädigung der Beschichtung kommt es zu Korrosionsproblemen und teilweise auch zu Lochfraß. Gerade bei kalkhaltigem Wasser neigen diese Rohre aufgrund der Beschichtung zu Inkrustationen. In der Regel werden diese Rohre ausgetauscht, sobald sie ein Alter von über 50 Jahren erreicht haben.

PVC-Rohre kommen in die Jahre

Seit den 1970er-Jahren wurden oftmals PVC-Rohre eingebaut. Diese sind zwar weitaus weniger empfindlich gegenüber Erschütterungen und Bewegungen im Untergrund, verlieren diese Eigenschaft aber im Laufe der Jahre und werden deshalb auch spröde. Gepaart mit der oftmals aus heutiger Sicht unzureichenden Bettung kommt es dabei verhältnismäßig oft zu Rohrbrüchen, häufig in Form von Längsrissen. Unabhängig vom Rohrmaterial können auch Armaturen problematisch sein. Vor allem Gussarmaturen bei Hausanschlüssen sind anfällig gegen Korrosion und werden deshalb relativ häufig undicht.

Gresten erneuert das gesamte Leitungsnetz

Die Marktgemeinde Gresten (NÖ) hatte bis vor wenigen Jahren ein Wasserleitungsnetz aus PVC-Rohren mit einem Durchmesser von überwiegend 80 mm. Entsprechend dem Stand der Technik sollten in Ortsnetzen keine Rohre verbaut werden, die einen Durchmesser von weniger als 100 mm haben. In Gresten gibt es in großen Teilen gut sickerfähige Schotterböden, was dazu geführt hat, dass Rohrbrüche oftmals nicht sofort entdeckt werden konnten.

Das hat Gresten veranlasst, im Zuge eines flächendeckenden Glasfaserausbaus auch das gesamte Wasserleitungsnetz zu erneuern. Es wurden durchwegs größere Rohrdimensionen eingebaut und ausreichende Ringverbindungen vorgesehen, sodass das neue Wasserleitungsnetz auch hydraulisch sehr leistungsfähig ist. Für das Vorhaben wurden auch Bundesfördermittel (KPC) und Landesfördermittel (NÖWWF) verwendet. Dies ist möglich, wenn die zu sanierenden Leitungen älter als 40 Jahre sind.

Der Neubau erfolgte in Gresten mit geschweißten Polyethylenrohren (mit RC-Beschichtung). Dies sind Rohre, die aufgrund des Rohrmaterials und der Schweißverbindungen eine sehr lange Lebensdauer aufweisen. Hochrechnungen aus dem Bereich der Gasinfrastruktur (gleiches Material) lassen eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren erwarten.

Für die bei Wasserleitungen gängigen Druckstufen PN 10 (bis 10 bar) und PN 16 (bis 16 bar) sind PE-Rohre sicher eine gute Wahl. Bei höherem Druck sind auch Leitungen bis PN25 verfügbar, bei derartig hohem Druck ist aber die Verwendung von Guss- oder Stahlrohren zu empfehlen.

Leckagen frühzeitig erkennen

Rohrbrüche werden meist mittels Horchgeräten gesucht und gefunden. Etliche Fachfirmen bieten auch Geräte an, die am Gestänge von Hauptschiebern unter der Straßenkappe befestigt werden und Störgeräusche wahrnehmen und melden können.

Jedenfalls zu empfehlen ist ein regelmäßiges Monitoring des Nachtverbrauchs. Steigt der Nachtverbrauch über das übliche Maß an, so ist dies in der Regel auf einen Wasserrohrbruch zurückzuführen. Sollte die Suche mit Horchgeräten nicht erfolgreich sein, so bieten Fachfirmen auch eine sehr genaue Leckortung mittels Spürgas an.

Neben dem Monitoring des Nachtverbrauchs kann bei großen Netzen auch die Installation von eigenen Messschächten sinnvoll sein. Dabei wird der Wasserverbrauch über Wasserzähler für einzelne Siedlungen/Ortsteile gemessen und an die Fernüberwachungszentrale gemeldet. Dadurch können Wasserrohrbrüche oftmals rasch entdeckt und örtlich eingegrenzt werden. 

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