Feuerwerk
Shutterstock/SL Chen
Besonders Hunde leiden unter dem Lärm von Böllern und Raketen.

Feuerwerksfreie Gemeinden gesucht

„Weniger ist das neue Mehr“, heißt es. Weniger Wahlplakate, weniger Zeit vor dem Bildschirm, weniger Lichtverschmutzung. Wie wäre es mit weniger Lärm durch Feuerwerke?

Der Wunsch nach mehr Ruhe und Besinnlichkeit vor allem zu den Feiertagen zwischen Weihnachten und Silvester ist weit verbreitet. Vor allem Hundebesitzer kennen die Situation: Ein paar Böller oder abzischende Raketen und der Vierbeiner sitzt zitternd unter dem Tisch oder – wie mein Hund – verkriecht sich im Schlafzimmer unterm Bett. Ganz ängstliche Tiere können vor Panik auch völlig ausflippen. Und denken Sie an die vielen kleinen Kinder, denen die Kracherei auch oft Angst einjagt.

Verbot wird meist nicht eingehalten

Grundsätzlich ist es verboten, im Ortsgebiet Feuerwerk zu schießen, es sei denn, man hat eine besondere Genehmigung des Bürgermeisters. Dass hierzulande diese Bestimmung meist aber weder eingehalten noch verfolgt wird, führt dazu, dass sich niemand daran hält. Vor allem zu Silvester fühlt man sich da öfter, als sei man im Krieg. Zum Lärm kommen dann Dinge wie Feinstaubbelastung durch Pulverrückstände und so weiter.

Was noch dazu kommt, ist der langsam – eigentlich der immer schneller – fortschreitende Klimawandel. Gerade die Zeit um Weihnachten und Silvester ist in den vergangenen Jahren so warm und trocken gewesen, dass viele Städte und Gemeinden wegen der Brandgefahr ein Feuerwerksverbot ausgesprochen haben. Noch ein Grund, so ein Verbot ernst zu nehmen und es auch zu überwachen.

Es geht hier nicht um ein generelles Verbot von Feuerwerken. Die soll es natürlich weiter geben, und sie können ihre Funktion als Ausdruck von Feierlichkeiten erfüllen und die Menschen erfreuen. Aber punktuell! Ein Feuerwerk ist nichts, was unbedingt flächendeckend stattfinden muss.

"Stille Regionen" gesucht

Das Thema ist beileibe kein neues oder gar ein unbekanntes, aber kürzlich kam ein neuer Ansatz zu uns in die Redaktion geflattert. Was wäre, wenn es zwei, drei oder vier Gemeinden in einer Region gäbe, in denen ganz offiziell und mit Einbindung der Bevölkerung zu Silvester auf Feuerwerk gänzlich verzichtet wird?

Eine solcherart „leise“ Region könnte – klug vermarktet – möglicherweise mit einem nicht zu geringen touristischen Effekt rechnen. Warum? Allein in Österreich gibt es grob geschätzt rund 800.000 Hunde, in Deutschland mehr als fünf Millionen. Die allermeisten Hundebesitzer legen großen Wert auf das Wohlbefinden ihrer Tiere und wären auch bereit, für einen ruhigen Silvester ein paar Tage auf Urlaub zu fahren. Bloß müsste man wissen, wo diese ruhigen Plätzchen sind.

Vielleicht meldet sich die eine oder andere Gemeinde – E-Mail gerne an mich. KOMMUNAL würde diese Meldungen über den Sommer sammeln, im Herbst publizieren und das Angebot eines „stillen Silvesters“ weiter verbreiten.

 

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