In Schulen sollten Rückzugsräume vorgesehen werden, in denen Kinder bei ihren medizinischen Verrichtungen möglichst ungestört sind. Foto: Shutterstock/Image Point Fr

Chronisch kranke Schulkinder unterstützen

Immer wieder beschweren sich Eltern chronisch kranker Kinder bei der Volksanwaltschaft über eine unangemessene, den Bedürfnissen ihrer Kinder nicht oder nur unzureichend entsprechende Behandlung in der Schule. Meist sind die Kinder nicht mit ständig manifesten Einschränkungen belastet und benötigen oft gar keine oder nur sehr kleine Hilfestellungen, sondern in erster Linie Verständnis für ihre Situation. Vor diesem Hintergrund fand im Mai 2015 die Veranstaltung „Das chronisch kranke Kind im Schulsystem“ in den Räumlichkeiten des Parlaments (Palais Epstein) statt. Dabei wurden verschiedene Ansätze diskutiert, um den betroffenen Kindern eine Hilfestellung zu bieten.

Diese Initiative des (damaligen) dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer und der Volksanwaltschaft hat bereits konkrete Früchte getragen: So sollen gemäß dem neuen Bildungsreformgesetz 2017 gewisse medizinische Tätigkeiten zugunsten chronisch kranker Kinder durch Lehrpersonen nun eindeutig als Ausübung von Dienstpflichten anerkannt werden. Befürchtungen mancher Lehrer vor unkalkulierbaren Haftungsrisiken wurden damit de facto beseitigt.

Rückzugsräume sollten vorgesehen werden

Auch die Kommunen als Pflichtschulerhalter können Wesentliches zur Verbesserung der Situation chronisch kranker Schulkinder beitragen. So sollten bei der Raumplanung für Schulen Rückzugsräume vorgesehen werden, in denen Kinder bei ihren medizinischen Verrichtungen möglichst ungestört sind und die von ihnen benötigten – mitunter empfindlichen und teuren – Hilfsmittel sicher verwahren können.

Pflegekräfte in die Schule

Ein weiterer für die schulerhaltenden Kommunen relevanter Aspekt ist die im Zuge der Enquete erhobene Forderung, ein „School-Nurse-System“ zu etablieren.

Je nach Bedarf würde es sich dabei um fix einer bestimmten Schule zugeteilte oder mehrere Schulen zugleich betreuende Pflegekräfte handeln, die ihre Tätigkeit unter Aufsicht der Schulärzte verrichten. Um das Prinzip der Schulgeldfreiheit zu wahren, müssten diese Hilfestellungen für die Eltern kostenfrei sein.

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